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Dax-Ausblick Konjunktur- und Unternehmensprognosen drücken die Stimmung der Aktionäre

Nach deutlichen Kursgewinnen im Januar, setzt an den Aktienmärkten jetzt eine Trendwende ein. Bei Anlegern schürt das neue Sorgen vor einer Rezession.
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Die Nachrichten über Brexit, Konjunktur und pessimistische Unternehmensprognosen drücken auf die Stimmung der Anleger. Quelle: dpa
Aktienhändler in Frankfurt

Die Nachrichten über Brexit, Konjunktur und pessimistische Unternehmensprognosen drücken auf die Stimmung der Anleger.

(Foto: dpa)

Die schwungvolle Jahresanfangsrally an den Aktienmärkten in Europa und den USA ist gestoppt. Schon seit vergangenem Mittwoch bröckeln die Kursgewinne: Der deutsche Leitindex Dax hat auf Wochensicht 2,4 Prozent seines Kurswertes eingebüßt und ging am Freitag mit 10.906 Punkten aus dem Handel.

Beim Euro-Stoxx 50, dem Index mit den wichtigsten europäischen Aktien, stand auf Wochensicht ein Minus von rund einem Prozent. Auch der US-Leitindex Dow Jones konnte nur noch ein kleines Plus von 0,3 Prozent verbuchen. In der kommenden Woche könnte sich die Stimmung der Aktionäre weiter verschlechtern.

Die Erwartungen zur konjunkturellen Entwicklung sind düster und Marktexperten befürchten weitere schwache Unternehmensprognosen. Zu den größten Sorgen der Anleger gehörten aktuell die gesenkten Konjunkturprognosen für die Euro-Zone. Auch einige Unternehmen waren in ihrem Ausblick zuletzt weniger optimistisch. Daneben ist noch immer nicht geklärt, wie genau der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union vonstatten gehen soll und zwischen den USA und China schwelt weiterhin ein Konflikt um Zölle.

„Das größte Wirtschaftsrisiko geht vom lähmenden US-chinesischen Handelskonflikt aus„, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Fatal wäre eine weitere sadomasochistische Runde Zoll-Ping-Pong ab 1. März, die nicht nur dem anderen, sondern auch einem selbst Schaden zufügt.“ Volkswirt Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg schlägt besonders pessimistische Töne an: „Es bewahrheiten sich mehr und mehr die Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft ungebremst auf eine neue ökonomische Krise zusteuert“.

Schwächelnder Euro-Raum

Für die europäischen Aktienmärkte, dargestellt durch den EuroStoxx 50, erwarten Analysten bis Jahresende derzeit im Schnitt ein Wachstum von neun Prozent. Das Research-Team der DZ Bank ist mit fünf Prozent noch pessimistischer. Die Begründung: „Viele der Probleme werden sich nicht ad hoc lösen lassen, sodass die Unternehmen auch 2019 in einem herausfordernden Umfeld agieren müssen.“ Auch Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, meint: „Vor allem im Euro-Raum hinken die Makrozahlen weiterhin den Erwartungen der Ökonomen hinterher. Wichtig wäre jetzt insbesondere ein Stimmungsumschwung auf Seiten der Unternehmen.“

Auch bei den zyklischeren Dax-Unternehmen haben Risikofaktoren wie der Brexit und internationale politische Konflikte nach Ansicht der DZ-Bank-Analysten zu „Gewinnwarnungen am Fließband“ geführt. „Ergänzt wurde dieser belastende Cocktail durch strukturelle Herausforderungen in der deutschen Automobilindustrie sowie durch Probleme bei einzelnen Unternehmen“, erklären sie.

Zu diesen „einzelnen Unternehmen“ gehörte zuletzt insbesondere der Zahlungsdienstleister Wirecard, dessen Aktien am Freitag erneut 12,5 Prozent nachgegeben haben, nachdem bekannt wurde, dass die Polizei Büros des Unternehmens in Singapur durchsucht habe.

Für den amerikanischen Aktienmarkt gibt sich das Research-Team der DZ Bank optimistischer als für Europa: „Die US-Wirtschaft wächst schwächer, aber stabil“, so die Analysten. Die Konjunktur habe sich seit der schweren Krise 2008 erholt und sei auch ohne die großzügige Unterstützung der Fed, die vor drei Jahren zu Ende ging, gut zurechtgekommen.

Dem Argument, dass die Konjunktur bald auf eine Rezession zusteuert, weil sie sich bereits seit zehn aufeinanderfolgenden Jahren in einer Expansionsphase befinden, halten die Analysten entgegen: „Zwar zeigen sich vermehrt Risse in den positiven Wirtschaftsindikatoren, bisher ist die Wirtschaft aber solide unterwegs.“

Anleihen sind gefragt

Angesichts der Unsicherheiten an den Aktienmärkten steigt die Nachfrage der Anleger nach risikoarmen Staatsanleihen. „Anleger suchen derzeit wieder die Defensive“, sagte Analyst Gregor Kuhn von Emden Research. Das lässt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sinken, die näherte sich zum Ende der Woche weiter der Null-Prozent-Marke. An den niedrigen Renditen hat auch der Kurswechsel der Notenbanken nichts geändert.

„Die globalen Anleihemärkte sind weiter davon überzeugt, dass Zinserhöhungen Schnee von gestern sind“, sagt Michael Leister, Anleiheexperte bei der Commerzbank. Die US-Notenbank Fed hatte in der vergangenen Woche ihre Zinserhöhungen beendet, Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), war bei der letzten EZB-Pressekonferenz mit vorsichtigen Formulierungen aufgefallen und auch die Bank of England schlug zuletzt eine defensive Tonart an.

Mäßige Konjunkturdaten erwartet

In der kommenden Woche werden erneut einige Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen Einblick in den Zustand der Wirtschaft geben. Am Donnerstag wird eine Meldung zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal des vergangenen Jahres erwartet. Commerzbank-Analyst Christoph Balz rechnet damit, dass die Wirtschaft in Deutschland nach dem leichten Minus im dritten Quartal 2018 im vierten wieder leicht zugelegt hat.

Dafür spreche ein Hinweis des Statistischen Bundesamtes bei der Pressekonferenz zum vorläufigen Jahresergebnis. „Zum anderen deuten aber auch die Monatszahlen darauf, dass es bei den beiden Schwachpunkten des dritten Quartals – den Exporten und dem privaten Verbrauch – zum Jahresende wohl wieder ein Plus gegeben hat“, so Balz.

Aus den USA folgt der Erzeugerpreisindex und am Freitag die Import- und Exportpreise sowie die Lagerbestände. „Die realwirtschaftlichen Daten werden wohl auf ein mäßiges Wachstum der US-Wirtschaft hinweisen, aber keinen Einbruch“, sagt Balz. Das BIP-Wachstum im vierten Quartal werde wegen des Shutdowns erst am 28. Februar veröffentlicht.

Unternehmen im Fokus

Interessante Zahlen sind in der neuen Woche auch von Unternehmensseite angekündigt. So wird der Stahl- und Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp am Dienstag seinen Quartalsfinanzbericht veröffentlichen. Nach den jüngsten Warnungen von Konkurrenten wie Voestalpine, ArcelorMittal und Salzgitter dürften Investoren auf die Ergebnisse und Prognosen besonders gespannt sein.

Auch der Handelskonzern Metro und die Fluggesellschaft Tui legen am Dienstag ihre Ergebnisse für das vergangene Quartal vor. Am Mittwoch legt Diebold Nixdorf, der Spezialist für Kassensysteme und Geldautomaten, seinen Jahresfinanzbericht vor, ebenso wie die Deutsche Börse. Die lädt am Tag darauf auch gleich zur Bilanzpressekonferenz ein, genau wie die Commerzbank und der Sportartikelhersteller Puma. Zahlen werden zudem vom Flugzeughersteller Airbus und dem Bau- und Immobiliendienstleister Bilfinger erwartet.

Zum Abschluss der Handelswoche veröffentlicht dann der Versicherer Allianz seine Bilanz und der Automobilkonzern Daimler legt seinen Jahresfinanzbericht vor.

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