Dax-Pensionen Teure Versprechen

Dax-Konzerne haben ihren Mitarbeitern großzügige Pensionen versprochen. Doch was den Pensionären zugute kommt, macht Aktionäre misstrauisch. Sie meiden Firmen, die hohe Pensionslasten in den Büchern stehen haben.
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Dax-Konzerne: Anleger schauen genau hin, welche Firmen hohe Pensionslasten in den Büchern stehen haben. Quelle: dpa

Dax-Konzerne: Anleger schauen genau hin, welche Firmen hohe Pensionslasten in den Büchern stehen haben.

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DüsseldorfWer schlau ist, legt in guten Zeiten etwas Geld zurück. Doch das ist leichter gesagt als getan. Nicht nur dem kleinen Sparer fällt es schwer, für das Alter vorzusorgen - die großen Konzerne sind nicht besser dran. Sie müssen zusehen, dass sie die Pensionen, die sie ihren Mitarbeitern versprochen haben, auszahlen können.

Allein die 30 Unternehmen im Dax haben Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 250 Milliarden Euro angehäuft, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten fällig werden. Das ist schön für die Arbeitnehmer. Nur woher soll das Geld kommen?

Das Problem: Ein erheblicher Teil der Pensionsverpflichtungen von Dax-Unternehmen – etwa ein Drittel – ist nicht gedeckt. Wenn das Planvermögen nicht reicht, müssen die Unternehmen das Loch aus dem laufenden Gewinn stopfen. Brenzlig wird es, wenn „ein Großteil des operativen Cash Flows für Rentenzahlungen“ aufgewendet werden muss, sagt Herwig Kinzler, Leiter Investment Consulting der Unternehmensberatung Mercer.

Das hat der Kapitalmarkt längst erkannt: Anleger schauen genau hin, welche Firmen hohe Pensionslasten in den Büchern stehen haben. „Investoren möchten gerne in das reine Businessmodell des Unternehmens investieren“, sagt Nigel Cresswell von der Beratungsgesellschaft Towers Watson. Risiken, die nichts mit dem eigentlichen Geschäft zu tun haben, schrecken Aktionäre ab.

Für den Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach sind die Pensionen der Dax-Konzerne ein entscheidendes Anlagekriterium. Bei der Bewertung einer Aktie behandelt er ungedeckte Pensionsverbindlichkeiten wie Finanzschulden. Flossbach hat sämtliche Bilanzen der Konzerne im Dax und Dow Jones danach ausgewertet, wie hoch die ungedeckten Pensionsverbindlichkeiten gemessen am Börsenwert ausfallen. „Pensionskassenlöcher, die wie im Falle Thyssen-Krupp, Lufthansa oder Alcoa die Hälfte des Börsenwerts ausmachen, sind ein K.o.-Kriterium“, sagt Flossbach.

Wobei man die Ertragskraft eines Unternehmens nicht ganz außer Acht lassen darf: Der Pharmakonzern Bayer könne ein vergleichsweise hohes Defizit aus dem Vorsteuergewinn von 18 Monaten begleichen, so Flossbach. Thyssen-Krupp und Lufthansa würden dagegen sechs Jahresgewinne benötigen.

Das könnte ein Grund dafür sein, warum Thyssen-Krupp und Lufthansa in den vergangenen Jahren zu den schwächsten Aktien im Dax zählten. Die Aktien des Stahlherstellers verloren 40 Prozent in den vergangenen fünf Jahren, die der Fluglinie mehr als 50 Prozent.

Die Schuldenkrise verschärft die Lage
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7 Kommentare zu "Dax-Pensionen: Teure Versprechen"

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  • Wäre Deutschland eine AG und das Volk Aktionär müsste wohl auf der nächsten Hauptversammlung eine kräftige Kürzung veranlasst werden. Zur Zeit fliesst dem Staat per cashcow Export Geld rein was gleich wieder auf der anderen Seite für Pensionsverpflichtungen abfliesst. Das ist nicht nachhaltig. Die nächst Krise kommt bestimmt und wer rettet dann die Retter von Griechenland. Hier sind wie bei den Dax Unternehmen Einschränkungen nötig. Aber unsere Beamten sehen das sicher anders. Steuererhöhungen sind ja auch eine Option.

  • Es sollte endlich eine Diskussion geführt werden, was „Gehalt“ ist. Meines Erachtens ist das die Summe aller Vorteil, die einem Mitarbeiter (m/w) aus einem Arbeitsverhältnis erwächst, einschließlich Rentenzusagen, Dienstwagen, Spesen, bezahlte Weiterbildung, Abfindungen, bezahlte Freizeit etc…..

    Die Betriebsrente per Direktzusage war vor vielen Jahren – insbesondere in den sechziger bis achtziger Jahren - für die Unternehmen höchst interessant, da leicht Fremdkapital per Rückstellung gewonnen werden konnte (ohne Mitspracherechte Dritter oder negativer Auswirkungen auf den cash flow).

    Es darf auch nicht vergessen werden, dass die Mitarbeiter auf eine Gehaltsauszahlung zugunsten einer Betriebsrente verzichtet haben.

    Die Betriebsrente ist kein „kostenloses Geschenk“ für die Belegschaft oder Rentner, sondern von besonders treuen Mitarbeitern durch Verzicht auf eine Gehalts-Auszahlung erworbenes Recht.

    Nun ist die Ansparphase für die Unternehmen vorbei (!). Auszahlungen stehen an. Die Lebenserwartung ist massiv gestiegen und die Zinsen sind gefallen.

    Der cash flow durch Betriebsrenten wird negativ!

    Tja, ein Pensionsversprechen ist nichts anderes als eine zukünftige Zahlungszusage, wie ein Kredit halt auch……


  • Tja, hier wird wieder eigentlich wieder das Dilemma zwischen kapitalgedeckter und umlagefinanzierter Rente deutlich.
    Nur, dass hier jeweils eine einzelwirtschaftliche und keine gesamtwirtschaftliche Betrachtung vorliegt.
    Aber wie man es dreht und wendet: Wohlstand lässt sich nicht in einer Konservendose auf zukünftige Generationen übertragen - weder per Umlage, noch per Kapitalanlage. Das geht nur über Wachstum, Beschäftigung und mäßige Inflation.

  • Guten Tag,... Pensionsversprechen;....von bestochenen Gewerkschaften ausgehandelt. Bei einem Herrn Kaiser abgeschlossen. Ich will Ihnen mal was sagen. Ich habe bei Null... nochmals... bei NULL angefangen;... und fuer meine eigene Pension gesorgt. Weder Riester noch sonst ein Scheiss. Jeder der fuer Fuehrer Volk und Vaterland krepieren kann;... soll sich immer bewusst sein dass er im Ernstfall... ganz Alleine ist. Ich kaufe Aktien Scheissegal ob der Laden Pensionen oder Mondlandungen verspricht. Im Uebrigen,... schauen Sie auf General Motors oder Ford;... die hatten den Grossteil der Einlagen in eigene Aktien investiert;.. und mit denen kann mann sich den Hintern abwischen.Liebe Leute kauft was Geld bringt;.. sofort ,... nicht in 20 oder x Jahren. Jede Bilanz ist gefaelscht,.. das Erste was nachverhandelt wird sind die Zusatzrenten. Also reden Sie keinen Unfug. Besten Dank

  • Absolut richtig, Nur: die Firma sollte auch nicht auf dem firmenfremden Gelände "soziale Sicherung" spielen. Diese fälschlicherweise angemasste Nebentätigkeit sollte niemanden anders als dem Arbeitnehmer verbleiben.

    Also nicht dem Staat, auch der kann Geld veruntreuen.
    Auch nicht der Firma für die er arbeitet, aus ähnlichen Gründen.

    Soziale Sicherung (Alters, wie Krankenversorgung) darf es nur in Eigenverantwortung geben. Auch das schützt nicht vor Missbrauch, aber immerhin kann man sich darüber dann nicht bei anderen (beim Staat oder der Firma) beschweren.
    Es kann doch so einfach sein:
    Die Firma zahlt ein faires Entgeld.
    Und der Arbeitnehmer sorgt selber für seine Altersversorgung.

    Wenn ich das gemacht hätte, und nicht auf den Staat (bzw. die Firma) vertraut, wären meine Alterbezüge dreimal so hoch!

  • Sobald die Schweine an den Schweinetrog können, wird fleißig der Rüssel reingesteckt. Mit fremdem Geld, das schlecht kontrolliert wird ist leicht wirtschaften, hahahahahahaha!!!!!!!!!!!!!!
    Deswegen wollen die "Topmanager" auch nicht zu Familienunternehmen, dort wird zuviel kontrolliert.

  • Performance und Konkurrenzfähigkeit einer Firma hängen weitestgehend von der Qualität und der Qualifikation des Personals ab, besonders natürlich von den Führungskräften. Weiß Herr Flossbach nicht, dass man zuletzt an den Personalkosten sparen sollte?

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