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Dax-Sentiment Anleger glauben nicht mehr an deutlich günstigere Einstiegskurse

Je länger der Dax auf einem hohen Niveau verharrt, umso geringer werden die Hoffnungen auf günstige Einstiegskurse. Behalten die Anleger recht?
13.07.2020 - 13:09 Uhr 2 Kommentare
Die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones werden nach Meinung des Sentimentexperten Stephan Heibel nur wenig auf verschiedene Meldungen reagieren. Quelle: dpa
Bulle vor Frankfurter Börse

Die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones werden nach Meinung des Sentimentexperten Stephan Heibel nur wenig auf verschiedene Meldungen reagieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Viele Anleger bereiten sich offensichtlich auf einen entspannten Sommerurlaub vor. Das lässt sich aus dem Ergebnis der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment ableiten. Denn laut der Erhebung glauben mittlerweile mehr Anleger an höhere Kurse in drei Monaten, doch weniger von ihnen wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien kaufen.

Dazu passt: Das Handelsvolumen an den Aktienmärkten ist deutlich zurückgegangen. Viele institutionelle Anleger haben sich also bereits in die Sommerferien verabschiedet.

Insgesamt haben alle Werte beim Dax-Sentiment ein neutrales Niveau erreicht. Ungleichgewichte wie noch vor einer Woche, die einen Kurstrend hätten verstärken können, sind abgebaut. „Diese neutrale Sentimentverfassung sollte in den kommenden Tagen größere Kursschwankungen unwahrscheinlich machen“, erläutert Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Umfrage unter mehr als 3500 Anlegern.

In den Sommerwochen sei es bei dünnem Handelsvolumen jederzeit möglich, dass Einzeltitel stark in die eine oder andere Richtung bewegt werden. Doch die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones dürften nach Meinung des Sentimentexperten nur wenig auf verschiedene Meldungen reagieren.

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    Der geringer werdende Pessimismus zeigt noch etwas anderes: Anleger finden sich damit ab, dass man teuer einsteigen muss, wenn man an dieser Rally teilnehmen möchte.

    Das sah vor einem Monat noch ganz anders aus. Im Juni erfolgte die Konsolidierung der fulminanten Nach-Corona-Rally seit Mitte März. Doch anders als von den damals vielen pessimistischen Anlegern erwartet, rutschte der Dax nicht mehr auf 11.000 Punkte ab, sondern es erfolgte eine moderate Konsolidierung bis knapp unter 12.000 Punkte. Zwar fiel das Börsenbarometer im Juni zwischenzeitlich auf 11.597 Zählern, doch diese Phase dauerte nur kurz. Zu kurz für die meisten Anleger, um wieder einzusteigen.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Je länger der Dax nun auf dem hohen Niveau verharrt, desto stärker verflüchtigen sich die Hoffnungen einiger Anleger, nochmals günstig in diesen Bullenmarkt einsteigen zu können. „Ob das die richtige Schlussfolgerung ist, wird sich erst zeigen“, meint Sentimentexperte Heibel. Zumal in den Sommerwochen das Handelsvolumen erfahrungsgemäß gering ist und kleinere Kursschwankungen im September dann wieder ausgeglichen werden könnten.

    Am Montag vor einer Woche hatte der Inhaber des Analysehauses AnimusX steigende Kurs prognostiziert. Der Dax stieg in den vergangenen fünf Handelstagen um 0,8 Prozent, nach dem Kurssprung in der Vorwoche ein beachtlicher Wert.

    Die aktuellen Umfragewerte im Detail: Die gute Laune der Vorwoche ist verschwunden, das kurzfristige Sentiment ist mit einem Wert von 0,5 neutral.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Auch die Selbstgefälligkeit ist abgerutscht, inzwischen macht sich mit einem Wert von minus 0,3 schon wieder ein wenig Verunsicherung breit. Fast hat es den Anschein, dass viele Anleger, die vor einer Woche noch eine stark pessimistische Erwartungshaltung hatten, überrascht sind darüber, dass der Dax das hohe Niveau halten konnte.

    Denn auch in der Erwartungshaltung lässt sich beobachten, dass einige ehemalig neutral eingestellte Anleger nunmehr für die Zukunft eher steigende Kurse erwarten. Mit einem Wert von minus 2,0 haben zwar nach wie vor die Pessimisten die Oberhand, aber mit zunehmender Dauer der Seitwärtsbewegung schwindet diese negative Einstellung.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Die Investitionsbereitschaft hingegen geht zurück, was wiederum dem schwindenden Pessimismus widerspricht. Heibel erklärt das wie folgt: „Wenn sich die Erwartung aufhellt, aber dennoch niemand kaufen möchte, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass viele Anleger ihren Frieden mit der aktuellen Marktsituation gefunden haben und sich nun auf einen möglichst entspannten Sommer vorbereiten wollen.“

    Was ebenfalls in das Bild der Vorbereitungen für einen unbeschwerten Sommerurlaub passt: Der Euwax-Indikator der Börse Stuttgart sackt wieder ein wenig ab, Privatanleger sichern sich also wieder verstärkt gegen fallende Kurse ab.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, fahren ihre Short-Spekulationen zurück, dennoch bleibt eine recht hohe Absicherungsposition bestehen.

    An der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigt das Put/Call-Verhältnis der Anleger eine neutrale Verfassung. Die Investitionsquote der US-Fondsanleger ist auf einen Wert von 85 Prozentpunkten (plus 14 Prozentpunkte) gesprungen, was im Vergleich zu den anderen Indikatoren eine sehr bullische Haltung zeigt.

    Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger bleibt mit einem Wert von minus 15 Prozent bei einem Bärenüberhang. Die technische Marktverfassung gemäß dem Angst-und-Gier-Indikator der US-Aktienmärkte ist mit einem Wert von 59 Prozent weiterhin neutral.

    Mehr: US-Kleinanleger befeuern die Rally und riskieren ihr Vermögen.

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    2 Kommentare zu "Dax-Sentiment: Anleger glauben nicht mehr an deutlich günstigere Einstiegskurse"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Börse ist noch mehr zu Bauchgefühl geworden - was soll man in diesen Zeiten noch mit Value Kennzahlen- Stahlwerte kaufen?

    • Ich bin mir sicher, dass das aktuelle Kursniveau an den Börsen nicht gehalten werden kann, wenn sich abzeichnet, dass es zu länger andauernden Nachfragerückgängen kommt, weil nicht mehr so viel wie früher konsumiert wird. Ich muss allerdings dazu sagen, dass mir für meine Einsicht nicht einmal eine Kristallkugel zur Verfügung steht, so dass vermutlich diejenigen mit den besseren Weissagungsmethoden eher Recht haben.

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