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Dax-Sentiment Anleger werden skeptischer und setzen trotzdem auf steigende Kurse

Viele Anleger möchten Aktien kaufen, obwohl sie keine Kursanstiege erwarten. Das könnte zu Gewinnmitnahmen führen, wenn der Dax weiter klettert.
25.05.2020 - 17:19 Uhr Kommentieren
Dem Dax droht in seiner Erholungsrally die Luft auszugehen. Quelle: Reuters
Börsenparkett in Frankfurt

Dem Dax droht in seiner Erholungsrally die Luft auszugehen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Je höher der Dax steigt, desto skeptischer werden die Anleger. Trotz eines Wochengewinns von fast sechs Prozent ist die Stimmung neutral bis pessimistisch. Das ist das Ergebnis der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter 3500 Privatanlegern. Das Dilemma der Umfrageteilnehmer: Viele möchten Aktien kaufen, aber sie erwarten keine bis sehr geringe Kursanstiege.

In der Vorwoche hatten die Anleger noch Angst vor einer Rückkehr in den Crash-Modus. Diese Furcht ist mit dem überraschenden Anstieg des deutschen Leitindexes über die Marke von 11.000 Punkten verflogen. Der Dax trotzte dabei sowohl einem erneuten Aufflammen der Spannungen zwischen China und den USA als auch Zweifeln an der Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs.

Das Sentiment notiert nach minus 2,9 in der Vorwoche deshalb mit 0,3 wieder im neutralen Bereich. „Das Besondere daran ist jedoch, dass selbst ein historisch heftiges Wochenplus von 5,8 Prozent nicht zur Feierlaune reicht“, sagt Sentimentexperte Stephan Heibel, der die Umfrage für das Handelsblatt auswertet.

„Die Intensität des Kurssprungs kam für viele überraschend“, erklärt der Animusx-Geschäftsführer. Fast jeder zweite Umfrageteilnehmer wurde auf dem falschen Fuß erwischt. „Nach wie vor bleibt ein wenig Verunsicherung unter den Anlegern zurück.“ Zu sehen ist das an der Selbstgefälligkeit, die mit minus 1,6 weiter im roten Bereich notiert. Immerhin: Das ist der beste Wert seit Mitte Februar.

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    Das Problem der Anleger: „Der Rücksetzer von vor zehn Tagen war zu kurz, um Privatanlegern einen Einstieg zu ermöglichen. Lediglich die Profis waren schnell genug, um ordentlich zuzugreifen, doch die Profis nehmen nun schon wieder Gewinne mit“, so Heibel.

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    Dass sich der Dax in der Vorwoche nach seinem Kurssprung am Montag den Rest der Woche seitwärts bewegte, stützt Heibels Interpretation: Die Privatanleger haben den Einstieg verpasst. Das aktuelle Kursniveau ist ihnen aber zu hoch. Nur knapp jeder fünfte sieht beim Dax aktuell einen Aufwärtsimpuls, knapp die Hälfte dagegen eine Seitwärtsbewegung.

    Trotz der steigenden Kurse ist die Zukunftserwartung der Anleger von minus 1,1 auf minus 1,4 gefallen. Sie blicken also pessimistischer in die Zukunft. Weniger als jeder vierte Anleger erwartet in drei Monaten steigende Kurse. Heibel meint deshalb, dass der zurückliegende Kursanstieg nicht auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zurückzuführen, sondern als technische Reaktion zu werten sei.

    Dementsprechend ist auch die Investitionsbereitschaft der Anleger von 2,0 auf 1,7 leicht zurückgegangen. Das ist ein Zeichen, dass der aktuellen Erholungsrally die Luft ausgehen könnte. Nur etwa jeder vierte Umfrageteilnehmer will in dieser Woche Aktien kaufen.

    Zwar ist die Investitionsbereitschaft im Vergleich zum vergangenen Jahr immer noch hoch: Damals lag der Wert nur sieben Mal über dem aktuellen Niveau. Das Problem ist aber, dass die Zukunftserwartung rückläufig ist – zuletzt lag sie am 12. April im positiven Bereich. „Dass viele Anleger Aktien kaufen möchten, obwohl kaum mehr ein weiterer Kursanstieg erwartet wird, ist ein Signal dafür, dass viele Käufe derzeit nur spekulativer Natur sind“, erklärt Heibel.


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    Der Sentimentexperte rechnet daher damit, dass Anleger schnell ihre Gewinne mitnehmen, wenn der Dax weiter steigt. „Um es plakativ auszudrücken: Hier oben wird die Luft langsam dünn“, sagt Heibel.

    Gleichzeitig ist die Short-Quote der Anleger derzeit extrem niedrig. Es fehlt also ein Sicherheitsnetz, das fallende Kurse abfedert. „Die Long-Spekulationen von vor zehn Tagen wurden zwar zum Teil aufgelöst, doch Short-Absicherungen wurden kaum eingegangen. Damit wären Anleger einem erneuten Rückgang an den Aktienmärkten schutzlos ausgeliefert“, stellt Heibel fest.

    Zwar haben Privatanleger entsprechend ihrer skeptischen Grundhaltung Absicherungskäufe getätigt. Das Euwax-Sentiment, das zeigt, ob Anleger eher auf steigende oder fallende Dax-Kurse setzen, notiert bei minus zehn. Aber Profianleger sind neutral positioniert, wie die Entwicklung des Put-Call-Verhältnisses an der bedeutenden Terminbörse Eurex zeigt.

    Die fehlende Absicherung ist uninteressant, solange die Kurse weiter steigen. Sollten die Kurse aber fallen, könnten Profis schneller als zuletzt ihre Positionen auflösen und den Kursverfall noch beschleunigen. Das wäre auch der Unterschied zum Rücksetzer von Mitte Mai. „Während vor zwei Wochen eine Unterstützung bei 10.200 Punkten bestand, gäbe es bei einem erneuten Ausverkauf derzeit keine entsprechende Unterstützung mehr“, erklärt Heibel.


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    Entscheidend für die Kursentwicklung dürften laut Heibel die nächsten Regierungsentscheidungen in der Coronakrise sein. „Wie wird der Wirtschaft in Deutschland und Europa gezielt geholfen, um möglichst schnell, aber gleichzeitig zukunftsweisend wieder auf die Beine zu kommen?“, fragt er. Hier gebe es die Möglichkeiten positiver und negativer Überraschungen, die einen starken Einfluss auf die zukünftige Richtung am Finanzmarkt haben könnten.

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