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Dax-Sentiment Auf den Kursrutsch könnte die Gegenbewegung folgen – aber noch kein Ende der Korrektur

Der drastische Einbruch am Aktienmarkt in der vergangenen Woche hat deutliche Spuren bei der Anlegerstimmung hinterlassen. Wie Investoren nun reagieren sollten.
02.03.2020 - 14:21 Uhr 2 Kommentare
Ein kleiner Plastikbär, Symbol für den Abschwung an den Börsen, steht in der Frankfurter Börse vor der Dax-Kurve. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Ein kleiner Plastikbär, Symbol für den Abschwung an den Börsen, steht in der Frankfurter Börse vor der Dax-Kurve.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wie geht es nach dem Kursrutsch von minus 12,4 Prozent innerhalb von nur fünf Handelstagen am deutschen Aktienmarkt weiter? „Im besten Fall werden wir noch einige Wochen lang eine Seitwärtsbewegung sehen“, prognostiziert Börsenexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment. „Im schlechtesten Fall jedoch kann es auch nochmals tiefer gehen.“

Für ihn ist nach den heftigen Kursverlusten in dieser Handelswoche eine Gegenbewegung fällig. „Die dürfte aber noch nicht das Ende der Korrektur sein“, meint er.

Eine Antwort auf die Frage, ob die deutlichen Kursrückgänge zum Ende kommen könnten, liefert beispielsweise der fünfwöchige Durchschnitt des Dax-Sentiments. Dieser war in den vergangenen Jahren ein treffsicherer Indikator für eine Aufwärtsbewegung, wenn er einen negativen Extremwert erreicht hatte.

Aktuell ist dieser Indikator jedoch noch nicht negativ genug, um eine Bodenbildung zu rechtfertigen. Zuletzt war dieser Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum hinweg sehr positiv und kündigte damit eine Korrektur an.

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    Wie sollen sich Anleger jetzt verhalten? „Wer auf viel Cash sitzt, der muss den bisherigen Ausverkauf nutzen, um bereits erste Aktien zu kaufen“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx.

    Wer aber noch immer voll investiert sei, der sollte im Falle einer Gegenbewegung nochmals überlegen, bestimmte Aktien aus seinem Depot zu verkaufen. „Cash als Risikopuffer ist ratsam“, erläutert der Sentimentexperte. „Doch nach dem Ausverkauf dieser Woche darf dieser Risikopuffer nun deutlich kleiner sein.“

    Warum war die Korrektur so heftig? „Am Aktienmarkt gab es zuletzt keine deutlichen Kursrückgänge“, sagt Heibel. Deswegen sei der Bullenmarkt in den vergangenen Jahren untypisch verlaufen. Jede Rally benötige von Zeit zu Zeit eine ordentliche Korrektur. „Weil es über mehrere Jahre keine gab, fiel diese nun so heftig aus“, meint er.

    Wie treffsicher die Prognosen des Dax-Sentiments sind, zeigt die Überschrift vom vergangenen Montag: „Die Partystimmung an den Börsen ist vorbei – Anleger sollten den Ausverkauf beobachten“, lautete der Titel vor einer Woche.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Das Dax-Minus von 12,4 Prozent hat deutliche Spuren bei den Umfrageteilnehmern hinterlassen. Das zeigt die Auswertung der aktuellen Erhebung. Auf einen Wert von minus 8,2 ist die kurzfristige Stimmung noch nie gefallen. Weder beim Dax-Sentiment, das seit September 2014 erhoben wird, noch bei der ausführlicheren Stimmungsumfrage Animusx, die seit 2006 existiert.

    „Viele Anleger waren in der vergangenen Woche völlig verunsichert und verkauften panikartig ihre Aktien“, schlussfolgert Heibel. Ein deutliches Zeichen dafür: Auch die Selbstgefälligkeit – also die Antwort auf die Frage „Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?“ erreicht mit einem Wert von minus 11,6 ein Niveau, das es zuvor auch nur einmal gab: zum Jahreswechsel 2015/2016.

    Damals hob die US-Notenbank erstmals nach zehn Jahren den Leitzins wieder an und verunsicherte die Finanzmärkte mit dieser Entscheidung. In diese Unsicherheit hinein fielen damals dann die Terroranschläge von Paris.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Trotz Angst und panischen Verkäufen: Anleger sind sich sicher, dass der Kursrutsch mit minus 12,4 Prozent in nur fünf Handelstagen eine gute Kaufgelegenheit ist.

    So dominieren bei der Zukunftserwartung mit einem Wert von plus 3,4 Prozent die Optimisten. Sie stehen bereit, in den kommenden zwei Wochen zu kaufen. Denn die Investitionsbereitschaft ist seit 2017/2018 nicht mehr so groß. Damals setzte Donald Trump die große Unternehmenssteuerreform durch.

    Andere Indikatoren zeigen neutrale Werte. So wie das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln. Die Investoren versuchen also gar nicht, auf weiter fallende Kurse zu setzen oder sich gegen weitere Verluste abzusichern.

    Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Positionen ebenfalls aufgelöst und sind neutral unterwegs. Und auch in den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE eine neutrale Positionierung der dortigen Anleger an. 


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote in den Ausverkauf der vergangenen Woche hinein verringert. Der Wert fiel um 22 Prozentpunkte auf 65 Prozent. „Vielleicht fürchten die Profis weiter fallende Kurse“, mutmaßt der Sentimentexperte. Unter den US-Privatanlegern dominieren nun die Bären mit einem Wert von minus neun Prozent, die Stimmung der US-Anleger ist ebenfalls sehr negativ. 

    Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte ist auf einen Wert von neun gefallen und signalisiert extreme Angst. Andere technische Indikatoren zeigen eine extrem überverkaufte Marktverfassung an und damit eine realistische Chance auf eine Gegenbewegung.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Hinter solchen Erhebungen wie dem Dax-Sentiment stehen – vereinfacht formuliert – zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

    Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Mehr: Verfolgen Sie das aktuelle Marktgeschehen im Handelsblatt Dax-Bericht.

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    2 Kommentare zu "Dax-Sentiment: Auf den Kursrutsch könnte die Gegenbewegung folgen – aber noch kein Ende der Korrektur"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der momentane Kursrutsch demonstriert, wieviel "Luft in den Kursen" enthalten ist. Wenn nun die ersten Unternehmen negative Aussichten oder gar Gewinnwarnungen herausgeben, dann gibt es einen weiteren Grund für Kursrückgänge. Mein Tipp: Warten, bis die Kurse noch weiter fallen, dann wieder kaufen. Wir sind noch weit von den Kursen zur letzten Finanzkrise entfernt.

    • Wenn die Panik an den Märkten auch übertrieben erscheint, so ist sie vielleicht trotzdem noch nicht in allen Köpfen angekommen und lässt damit Raum für weitere Kursverluste.

      Wie werden Anleger und Märkte reagieren wenn sich Corona Infektionen verstärkt in den USA breit machen? Man darf gespannt sein wie das amerikanische Gesundheitssystem damit zurecht kommt.

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