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Dax-Sentiment Die Zeichen einer Überhitzung an den US-Börsen mehren sich

Die deutlich gestiegenen Kurse an den US-Börsen zeigen: Bei den Anlegern wächst die Gier. Sentiment-Experte Heibel rät daher zu Vorsicht.
10.08.2020 - 17:43 Uhr Kommentieren

Big-Tech hat die Rally an der Wall Street wochenlang angeführt – ändert sich das jetzt?

Frankfurt Der US-Leitindex S&P 500 kommt seinem Höchststand vor dem Ausbruch der Coronakrise immer näher – und die Technologiebörse Nasdaq hat diesen bereits deutlich überschritten. Und das obwohl die Fallzahlen in den USA weiter steigen und auch die Unternehmensgewinne schrumpfen.

Nach Ansicht des Sentimentexperten Stephan Heibel wächst daher die Gefahr einer Überhitzung am US-Aktienmarkt. So zeige das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen an der Chicagoer Terminbörse CBOE eine „extrem bullishe Positionierung“ an. Auch liegt die Investitionsquote der US-Fondsmanager mit 95 Prozent auf einem hohen Niveau. „Viel Cash ist dort nicht mehr an der Seitenlinie“, so Heibel.

Und selbst die notorisch skeptischen amerikanischen Privatanleger sind mit einem Bullen-Bären-Verhältnis von minus 24 Prozent im Vergleich zur Vorwoche optimistischer geworden. Daher warnt Heibel: „Der technische Angst-und-Gier-Indikator hat sich diese Woche auf 74 Prozent entwickelt.“ Ab 75 Prozent spreche man von extremer Gier, einem Warnsignal für einen überhitzten Markt. „Vorsicht ist geboten“, unterstreicht Heibel.

Von extremer Gier sind die deutschen Anleger noch weit entfernt, wie die Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern zeigt. Demnach ist die Angst der Vorwochen verflogen.

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    Das Sentiment sprang von minus 3,6 auf den neutralen Wert 0,6. Doch aus Sicht von Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, sind Privatanleger meist die Letzten, die bei einer Rally einsteigen.

    Rally im fortgeschrittenen Stadium

    „Es ist ein Zeichen für ein bereits fortgeschrittenes Stadium einer Rally, wenn das Bullenlager trotz steigender Kurse größer wird“, sagt Heibel.

    Doch mittlerweile zeichnet sich eine Trendwende ab. Denn zuletzt hat sich das deutlich verbesserte Sentiment kaum in Kursgewinne umgemünzt. Zum Wochenauftakt lag der deutsche Leitindex Dax nur leicht im Plus, im Vergleich zur Vorwoche notierte er nahezu unverändert. „Der Erholung geht die Luft aus“, sagt Heibel.

    Das schlägt sich auch im Dax-Sentiment über den Befragungszeitraum nieder: Trotz steigender Kurse seien die Anleger zunächst immer optimistischer geworden. Erst im Verlauf der Befragung seien den Anlegern Zweifel gekommen. Die Anleger seien also weiterhin verunsichert, der entsprechende Stimmungsindikator lag bei minus 1,2, nach minus 4,8 in der Vorwoche. Auch die Investitionsquote ist leicht auf 1,7 zurückgegangen.

    Die Daten unterstreichen aus Heibels Sicht einmal mehr, dass sich die Rally in einem „späten Stadium“ befindet. Der Beginn einer Rally zeichne sich dadurch aus, dass die Kurse steigen, obwohl viele Anleger Angst vor negativen Entwicklungen haben. Je mehr Pessimisten zu Optimisten würden, desto stärker vollziehe sich der Kursanstieg. Doch inzwischen seien die Bullen in der Überzahl. „Pessimisten, die zu Optimisten gewandelt werden könnten, werden immer weniger.“ Und so nimmt auch das Potenzial für weitere Kurssteigerungen ab.

    Grafik

    Auch fundamental spricht Heibels Meinung nach viel dafür, dass eine Korrektur bevorsteht. So hat US-Präsident Donald Trump zwar die auslaufenden Corona-Hilfen für Millionen Arbeitslose per Dekret verlängert. Doch der erste positive Impuls verpuffte am Montag bereits.

    Konsolidierung als Kaufsignal

    Auch ist unklar, ob sich Republikaner und Demokraten auf einen Kompromiss, der die Notverordnungen ersetzt, einigen können. Daher könnte es zu neuen Rücksetzern kommen. „Eine Konsolidierung, wenn sie denn kommt, könnte diesmal ein wenig heftiger ausfallen“, so Heibel. Ende Juli war der deutsche Leitindex von 13.100 auf 12.300 Punkte gefallen.

    Damals hätten einige pessimistische Anleger Wetten auf fallende Kurse mit Gewinn realisiert und somit wieder für steigende Kurse gesorgt. „Derzeit gibt es diesen doppelten Boden nicht mehr“, beobachtet Heibel. Daher dürfte die Korrektur heftiger ausfallen: „Kurse um 12.000 Punkte im Dax sind dann schnell möglich“, erwartet er.

    Das könnten Anleger als Kaufgelegenheit begreifen: „Grundsätzlich sind wir heute viel besser auf Corona vorbereitet als im März“, sagt Heibel. Eine zweite Welle hätte daher nicht den gleichen negativen Effekt wie zu Jahresbeginn. Er rät: „Nicht gleich den ersten Kursrutsch nutzen.“ Er empfiehlt Anlegern, sich Wunschpreise zu ihren Lieblingsaktien zu notieren – „und warten Sie dann geduldig, welche davon erreicht werden“.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag. Hier geht es zur Anmeldung.

    Mehr: Die Sommerserie – Investieren in der Nullzinswelt.

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