Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax-Sentiment Privatanleger geben wohl zu früh auf – Rally dürfte noch weiterlaufen

Widersprüchliche Signale am Aktienmarkt: Profis setzen auf steigende Notierungen, Private halten dagegen. Warum diese Lage eine Kaufgelegenheit ist.
27.07.2020 - 15:00 Uhr Kommentieren
Die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones werden nach Meinung des Sentimentexperten Stephan Heibel nur wenig auf verschiedene Meldungen reagieren. Quelle: dpa
Bulle vor Frankfurter Börse

Die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones werden nach Meinung des Sentimentexperten Stephan Heibel nur wenig auf verschiedene Meldungen reagieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Situation an den Märkten kann kaum widersprüchlicher sein: Während die technischen Daten ein neutrales Bild zeigen, zweifeln Privatanleger an der Rally und sichern sich gegen fallende Kurse ab, die Profianleger wiederum spekulieren auf steigende Kurse. Das zeigt die Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern und weiterer Indikatoren.

Und was folgt daraus? „Das macht den Rücksetzer der vergangenen Tage zu einer Kaufgelegenheit“, meint Sentiment-Experte Stephan Heibel, der die Erhebung Woche für Woche auswertet.

Denn Privatanleger, die laut Sentimentanalyse eher unterinvestiert sind, haben den Glauben daran verloren, noch von der Rally profitieren zu können. Sie glauben, vermutlich zu früh, das Ende der Kurssteigerungen zu erkennen. „Doch eine Rally endet erst, wenn die Privatanleger, meist als Letzte, darauf spekulieren“, wiederholt der Inhaber des Analysehauses Animusx seine Aussage vom vergangenen Montag.

Dabei sind die Zweifel der Privatanleger gut nachvollziehbar: Aktien von Unternehmen, die als Coronagewinner gelten, sind bereits um 50 Prozent oder teilweise sogar 100 Prozent gestiegen. Offenbar geht Anlegern die Fantasie aus, wohin eine Kursrally diese Aktien noch führen könnte.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Gleichzeitig profitieren die Aktien konjunktursensibler Unternehmen von den Konjunkturprogrammen und notieren ebenfalls auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Da fragen sich die Anleger: Reichen die Konjunkturhilfen, um die Pandemie erfolgreich zu überwinden, wenn ein Impfstoff vielleicht doch erst Ende 2021 gefunden wird?

    Grafik

    Dieser Mix aus Coronagewinnern und eigentlichen -verlierern, die aber von staatlichen Hilfen profitieren, sorgen für ständige Rotationsbewegungen an den Aktienmärkten. Mal wird die Rally von der einen Gruppe getragen, mal von der anderen – und ab und zu führen nachvollziehbare Zweifel von beiden Anlegergruppen zu einem Rücksetzer an den Märkten.

    Doch für die meisten Privatanleger ist eine solche Situation zu widersprüchlich, als dass man da Vertrauen in den Markt fassen könnte. Profis hingegen kennen diese unbefriedigende Situation: Sie wissen, dass die besten Rallys an einer „Wand von Zweifeln“ emporklettern.

    Im Wochenvergleich hat der deutsche Leitindex 0,6 Prozent verloren, notierte allerdings am Dienstag vergangener Woche drei Prozent im Plus und erreichte an dem Tag mit 13.314 Punkten den höchsten Stand seit dem Corona-Crash Mitte März. Erfolge in der Impfstoffentwicklung und die vergleichsweise gute Corona-Situation in Europa sorgten dafür, dass ausländische Investoren in den deutschen Aktienmarkt investierten.

    Die Rally war beendet, als die USA die chinesische Botschaft in Houston schlossen und somit ein neues Kapital im Streit der beiden Großmächte aufschlugen. Und wie haben die Anleger auf diese Entwicklung reagiert?


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Das kurzfristige Sentiment ist von 2,3 Prozent auf minus 0,3 Prozent eingebrochen, die Anlegerstimmung ist nun neutral. Gleichzeitig nimmt die Verunsicherung mit minus 1,2 Prozent wieder zu. In den Vorwochen hatten sich die an der Umfrage Teilnehmenden gerade damit abgefunden, dass es keine nennenswerten Rücksetzer mehr geben wird und somit keine günstigen Einstiegskurse, um noch von der Rally profitieren zu können.

    Doch spätestens am vergangenen Freitag war dieser Rücksetzer da, der Dax verlor mehr als zwei Prozent und rutschte unter die Marke von 13.000 Punkten.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Die Reaktion: Anleger freuen sich nicht über diese möglichen Einstiegskurse, sondern bleiben bei der Erwartung an die Kurse in drei Monaten skeptisch. Mit einem Wert von minus 1,2 bleiben die Pessimisten bei der Zukunftserwartung in der Überzahl.

    „Es scheint sich in den Köpfen der Anleger die Befürchtung durchzusetzen, dass ein Rücksetzer vielleicht nicht eine Einstiegsgelegenheit ist, sondern nur der Anfang einer großen Korrektur“, erläutert Sentimentexperte Heibel. Entsprechend ist die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von minus 0,7 sehr gering. Anleger sind bereit, ihre Gewinne zu sichern.

    1

    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Auch das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt eine große Absicherungsneigung: Mit einem Wert von minus elf ist dieser Sentiment-Indikator bereits wieder nah an Extremwerten, wie sie im April und Mai erreicht wurden.

    Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, scheint das kaltzulassen: Das Put/Call-Verhältnis ist mit einem Wert von 1,0 vergleichsweise niedrig, der Durchschnitt liegt bei 1,4. Institutionelle Anleger kaufen derzeit mehr Call-Optionsscheine, mit denen auf weiter steigende Kurse gewettet wird, als Put-Absicherungen.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Auch in den USA ist das Put/Call-Verhältnis an der Chicagoer Terminbörse CBOE niedrig und zeigt an, dass dort ebenfalls auf steigende Kurse gesetzt wird. US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote mit 98 Prozent auf das höchste Niveau des laufenden Jahres gebracht. Derweil bleiben die US-Privatanleger skeptisch, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei bärischen minus 21.

    Technisch betrachtet bleibt der US-Aktienmarkt in einer neutralen Verfassung, wie der „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt. Auch andere kurzfristige Indikatoren haben sich aufgrund der Verluste an den US-Märkten wieder abgekühlt.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag. Hier geht es zur Anmeldung.

    Mehr: Die Sommerserie - Investieren in der Nullzinswelt.

    Startseite
    Mehr zu: Dax-Sentiment - Privatanleger geben wohl zu früh auf – Rally dürfte noch weiterlaufen
    0 Kommentare zu "Dax-Sentiment: Privatanleger geben wohl zu früh auf – Rally dürfte noch weiterlaufen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%