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Börse Frankfurt

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist im Verlauf der vergangenen Woche um 2,3 Prozent abgerutscht, startete den Montag aber wieder mit positivem Vorzeichen.

(Foto: dpa)

Dax-Sentiment Zwei schwache Börsentage reichen, um die Anleger zu verunsichern

Viele Anleger haben mit einer Fortsetzung des freundlichen Trends an der Börse seit Jahresanfang gerechnet. Sie werden vorsichtiger.
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FrankfurtEine Frage treibt derzeit viele Anleger um: War es das schon? Denn der freundliche Jahresbeginn an der Börse ist wieder einer deutlich verhalteneren Stimmung gewichen ist. Daher ist es kein Wunder, dass die wöchentliche Umfrage „Dax-Sentiment“ bei 3.200 Anlegern ebenfalls ein trübes Bild ergibt. Viele der Befragten hat es in der vergangenen Woche kalt erwischt.

Während sieben Tage zuvor noch 60 Prozent ihre Erwartungen „voll und ganz“ oder „zum größten Teil“ erfüllt sahen, äußerten jetzt gut 60 Prozent die Einschätzung, sie seien „kaum“ oder „überhaupt nicht“ erfüllt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist im Verlauf der vergangenen Woche um 2,3 Prozent abgerutscht, startete an diesem Montag aber wieder mit positivem Vorzeichen.

„Zwei schwache Börsentage, und schon tauchen die Sentimentwerte wieder ab“, kommentiert Börsenexperte Stephan Heibel die Auswertung. „Noch immer sitzt den Anlegern der Chaos-Dezember in den Knochen, und so werden bei leicht bröckelnden Kursen sofort wieder Erinnerungen wach, die zu Panik-Verkäufen führen.“

Auch beim Blick auf die Erwartungen für die kommenden drei Monate zeigen sich die Anleger zurückhaltend. Nur 22 Prozent der Befragten erwarten einen Aufwärtsimpuls, dagegen 26 Prozent eine deutliche Abwärtsbewegung.

Zwei Drittel der Anleger mögen sich nicht festlegen, ob sie in den nächsten beiden Wochen kaufen oder verkaufen. Anders gesagt: Die Verunsicherung ist gestiegen, der Optimismus zurückgegangen, aber die Panik hält sich schon noch in Grenzen.

Heibel zitiert noch weitere Börsenindikatoren, die aber überwiegend eine recht gute Stimmung anzeigen. So gebe es in den USA wie auch in Europa ein deutliches Übergewicht der Call-Optionen über Put-Optionen. Das heißt: Die Profi-Anleger setzen mehrheitlich auf einen weiteren Kursanstieg.

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Die großen Themen an der Börse sind seit Monaten dieselben: Brexit, Handelsstreit, Geldpolitik. Die kurzfristige Richtung der Kurse dürfte auch weiterhin von Impulsen aus diesen Bereichen abhängen. Welche Richtung sich auf mittlere Sicht abzeichnet, ist aber auch von den Gewinnen der Dax-Unternehmen und von den Kennziffern zur Konjunktur in Deutschland und Europa abhängig.

Noch ist nicht entschieden, ob die Börsenturbulenzen gegen Ende des vergangenen Jahres nur das Vorspiel zu einer länger dauernden Börsenschwäche waren. Oder vielleicht auch nur ein Zwischenspiel in einem immer noch gesunden wirtschaftlichen Trend, verursacht vor allem durch allzu forsche Kommunikation von Fed-Chef Jerome Powell, der Ängste vor einer zu strengen Geldpolitik der US-Notenbank aufkommen ließ.

Heibel erwartet, dass der Dax noch eine Weile in einer Spanne zwischen 10.381 und 11.000 Punkten hin und her pendelt, also oberhalb des Tiefpunkts vom vergangenen Dezember. Wie groß die Verunsicherung ist, lässt sich auch an den extrem niedrigen Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe ablesen, die zeitweise sogar unter 0,1 Prozent gerutscht ist. Wenn die Investoren sich mit so wenig zufrieden geben, setzen sie Sicherheit vor Gewinnchance.

In den nächsten Wochen kann es jederzeit negative Überraschungen auf der weltpolitischen Bühne geben. Weil sich die Anleger weitgehend daran gewöhnt haben, muss das aber jeweils nicht zu einem dauerhaften Abwärtstrend führen.

Die Fondsgesellschaft Fidelity warnt davor, dass die Fed ihre Zinserhöhungen zwar verschiebt, aber wahrscheinlich noch nicht beendet hat. Es ist möglich, dass die Investoren in dem Punkt zu sorglos sind und überrascht werden, wenn Powell wieder härtere Töne anklingen lässt.

Unterdessen versuchen manche Experten, weiterhin Optimismus zu verbreiten. Manfred Schlumberger von Starcapital etwa hofft, dass sich der Aufschwung vom Jahresanfang fortsetzt. Die europäischen Börsen seien jetzt günstig bewertet, betont er in seinem aktuellen Ausblick.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine E-Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine weitere, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

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