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Dax-Umfrage Am deutschen Markt herrscht zu wenig Panik

In den USA sind die Anleger pessimistischer als in Deutschland. Genau das spricht aber eher für eine Investition in amerikanische anstatt deutsche Aktien.
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Während am Markt noch Optimismus herrscht, sehen technisch ausgerichtete Anleger bereits den Abschwung voraus. Quelle: dpa
Börsenhändler

Während am Markt noch Optimismus herrscht, sehen technisch ausgerichtete Anleger bereits den Abschwung voraus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: Diesen Ausspruch, den zumindest sinngemäß der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow gesagt hat, versuchen technisch ausgerichtete Anleger umzudrehen. Sie wollen belohnt werden dafür, dass sie früher als alle anderen kommen. Das heißt: Wenn der Markt Panik schiebt, sehen sie schon den Aufschwung voraus. Solange es noch Optimisten gibt, fürchten sie dagegen einen weiteren Niedergang, weil diese Optimisten sich noch in Pessimisten verwandeln können.

Die Anleger im deutschen Aktienmarkt sind an diesem Maßstab gemessen noch nicht panisch genug, um neue Hoffnung aufkeimen zu lassen. Das ergibt eine Umfrage des Handelsblatts, das sogenannte Dax-Sentiment, unter 3500 Investoren vom Wochenende.

Danach sehen nur 53 Prozent der Anleger einen Abwärtsimpuls beim Deutschen Aktienindex – etwas weniger als in der Vorwoche. Elf Prozent glauben, dass der deutsche Leitindex gerade seinen Boden findet, 28 Prozent erwarten eine Seitwärtsbewegung, und fünf Prozent erwarten schon wieder den Aufstieg.

„Ich muss Sie leider enttäuschen, Panik sieht anders aus“, kommentiert Stephan Heibel, Inhaber der Firma Animusx und für die Berechnung verantwortlich, das Ergebnis. Er glaubt, dass sich die Anleger „ziemlich schnell mit fallenden Kursen arrangiert“ haben.

Nur 20 Prozent von ihnen, deutlich weniger als in der Vorwoche, sind von der Entwicklung auf dem falschen Fuß erwischt worden. Die starke Verunsicherung der Vorwoche ist zurückgegangen. Nur noch 16 Prozent der Anleger wollen in den kommenden zwei Wochen verkaufen, immerhin 20 Prozent wollen zukaufen.

Optimismus zeigt auch das Euwax-Sentiment der Privatanleger: Viele Anleger spekulieren auf steigende Kurse. Diese Kennzahl der Börse Stuttgart beruht auf einer Auswertung von Dax-Derivaten. Außerdem weist Heibel darauf hin, dass Profianleger ihre Absicherungen über die Terminbörse Eurex zurückgefahren haben.

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In den USA ist die Situation anders. Dort war der Ausverkauf nicht so stark wie in Deutschland, aber der Blick auf die Kennzahlen zeigt einen recht großen Pessimismus. „Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 57 Prozent reduziert. Jetzt wissen wir, wer da unkontrolliert Aktien auf den Markt geschmissen hat“, kommentiert Heibel.

Die US-Anleger sichern die zurzeit noch hohen Kurse ab. Der Anteil der Optimisten unter den Privatanlegern dort ist auf 26 Prozent gesunken, den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Und der „Angst-und-Gier-Indikator“, der auf dem breit gefassten US-Index S&P 500 basiert, zeige „extreme Angst“ an.

Die Situation ist also komplex: Deutsche Aktien wurden stärker gebeutelt, sind aber trotzdem immer noch verwundbarer, weil die Anleger noch zu viel Hoffnung haben. In den USA sind die Kurse dagegen stabiler und bleiben wahrscheinlich auch so – gerade weil die Anleger dort pessimistischer sind.

Heibel weist nebenbei darauf hin, dass Goldinvestoren „in Feierlaune“ seien. Und gemäß seiner Logik zeigt das an, dass der Markt „nicht mehr viel Potenzial nach oben“ hat.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine E-Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine weitere, wenn die Expertenauswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

Mehr: US-Geldhäuser wie Goldman Sachs geben optimistische Prognosen für Gold ab. Die Investoren wetten mit zusätzlichen Milliarden auf steigende Preise.

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