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Dax-Umfrage Anleger setzen auf weiter steigende Kurse

Die Aktienmärkte sind widerstandsfähiger, als man nach den hohen Kursverlusten im Dezember hätte erwarten können. Der Dax hat zudem eine wichtige Hürde überwunden.
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Die Aussicht auf eine Verschiebung des Brexits treibt die Märkte weiter an. Quelle: AP
TV-Schirm an der Frankfurter Börse

Die Aussicht auf eine Verschiebung des Brexits treibt die Märkte weiter an.

(Foto: AP)

DüsseldorfDer Dax scheint nicht zu bremsen: Der geplatzte Nordkorea-Gipfel in der vergangenen Woche hat bislang kaum Spuren hinterlassen. Dagegen treiben die Aussicht auf eine Verschiebung des Brexits und die gestiegenen Chancen für eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA die Märkte weiter an. So ist der Dax im Wochenvergleich um 1,3 Prozent auf 11.602 Punkte nach oben geklettert und – steigt auch an diesem Montag weiter.

„Die Aktienmärkte zeigen sich wesentlich widerstandsfähiger, als man nach dem Chaos-Dezember vermuten würde“, sagt Börsenexperte Stephan Heibel. Mit 11.570 Punkten hat der Dax eine wichtige Hürde übersprungen und nimmt nun Kurs in Richtung 11.800 Punkte. „Die Stimmungsdaten zeigen keine Extremwerte an, die einen weiteren Anstieg verhindern würden“, meint er.

Grundlage für Heibels Einschätzungen sind die Antworten bei der Umfrage Dax-Sentiment, eine wöchentliche Handelsblatt-Erhebung unter mehr als 3.300 Investoren. Hinter den Umfragen stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Für seine Prognose, wie sich der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte, wertet Börsenexperte Heibel zusätzlich weitere Indikatoren aus.

Der Inhaber des Analysehauses Animusx hat vor einer Woche einen hohen Anteil spekulativer Käufer am Aktienmarkt erkannt. Seine Folgerung: Ein vorzeitiges Ende dieser Rally, wann auch immer das Ende kommen mag, würde zu einer schnellen und heftigen Konsolidierung führen.

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„Doch gegebenenfalls kommt es gar nicht mehr dazu, wenn nämlich im nächsten Schritt Langzeitinvestoren auf den Plan treten, dann erhalten die Spekulanten die Gelegenheit, ihre Positionen in ruhige Hände zu geben“, erläutert er.

Langzeitinvestoren haben aber bereits den US-Notenbankchef Jerome Powell auf ihrer Seite. Der Fed-Chef will in diesem Jahr den Abbau der Bilanz stoppen und hat signalisiert, vorsichtiger bei Zinserhöhungen zu sein.

„Nun fehlt nur noch eine Einigung im Handelsstreit und vielleicht der Beschluss, den Brexit zu verschieben“, meint Animusx-Geschäftsführer Heibel. Der Handelsstreit dürfte jedoch die aus globaler Sicht wichtigere Story sein.

Anleger haben sich in der vergangenen Woche positioniert. Die meisten setzen auf weiter steigende Kurse, haben sich aber gleichzeitig gegen einen Rückschlag abgesichert. „Es dürfte also volatil bleiben“, meint Heibel. Solange es jedoch keine neuen Entwicklungen gibt, kann der aktuelle Aufwärtstrend anhalten. „Eine Konsolidierung oder kleine Korrektur ist weiterhin eine Kaufgelegenheit“.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen: Inzwischen sehen 37 Prozent der Umfrageteilnehmer den Dax in einem Aufwärtsimpuls. Das sind acht Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Weitere 14 Prozent und damit plus drei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche betrachten glauben, dass die steigenden Kurse ihre Obergrenze erreicht haben.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Eine Seitwärtsbewegung wollen 36 Prozent und damit zehn Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche in der aktuellen Dax-Bewegung sehen. Damit ist die Stimmung an den Aktienmärkten auf 2,8 angestiegen. „Wir können von guter Laune unter den Anlegern sprechen, aber noch immer nicht von Euphorie“, sagt Fachmann Heibel.

So langsam setzen die Anleger auf eine Fortsetzung der Rally. Diese Woche geben 16 Prozent (plus neun Prozentpunkte) der Anleger an, vor einer Woche auf weiter steigende Kurse gesetzt zu haben. Weitere 53 Prozent (minus zehn Prozentpunkte) sehen ihre Erwartungen zum größten Teil erfüllt. Nur noch unverändert 23 Prozent sehen ihre Erwartungen als kaum erfüllt und acht Prozent wurden auf dem falschen Fuß erwischt.

Heibels Fazit: Mit dem Überspringen der 11.570 Punkte hat der Dax einen Bereich erklommen, bei dem die einen auf eine baldige Korrektur setzen, die anderen jedoch von einer nunmehr anhaltenden Rally ausgehen. „Anleger haben eine klare Meinung und verhalten sich entsprechend“, meint er.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Für den Dax in drei Monaten erwartet mit 38 Prozent (minus ein Prozentpunkt) die Mehrheit eine Seitwärtsbewegung. Immerhin 29 Prozent (plus ein Prozentpunkt) fürchtet einen Abwärtsimpuls und nur 21 Prozent (plus ein Prozentpunkt) gehen von einer anhaltenden Rally aus.

Mit einem Wert von -1,3 bleibt die Zukunftserwartung auf dem tiefsten Stand seit dem Sommer 2018. Der Pessimismus wächst. Das untermauert die Beobachtung der vergangenen Woche, dass die aktuellen Kursgewinne überwiegend auf spekulative Käufe zurückzuführen sind und nicht auf Langfristinvestoren.

Die Anleger haben sich positioniert: Nur unverändert 19 Prozent wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen und nur noch 16 Prozent (minus ein Prozentpunkt) wollen verkaufen. Dagegen geben 65 Prozent (plus ein Prozentpunkt) an, noch nicht zu wissen, wie sie sich als nächstes verhalten werden.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf einen Wert von minus sechs gefallen und zeigt somit eine starke Absicherungsneigung an. Privatanleger haben verstärkt Hebelprodukte gekauft, die von fallenden Kursen profitieren.  

Institutionelle Anleger hingegen, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, setzen mit einem Put/Call-Verhältnis von 1,2 stärker auf steigende Kurse. Genau wie ihre US-Kollegen, das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOW zeigt mit einem Wert von 0,8 ebenfalls einen starkes Übergewicht an Call-Käufen an, was auf eine bullische Stimmung der Anleger schließen lässt.

Die Investitionsquote der US-Fondsmanager ist mit 79 Prozent (plus ein Prozentpunkt) unverändert moderat. US-Privatanleger hingegen sind mit einer Bullenquote von 13 Prozent sehr optimistisch gestimmt.

Der anhand von technischen Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte ist inzwischen auf 72 Prozent gestiegen und zeigt eine moderate Gier an. Ab 75 Prozent spricht man von extremer Gier, was eine Überhitzung signalisieren würde. Je höher der Wert ist, desto gieriger sind die Anleger – und bereit, höhere Preise zu zahlen.

Die Investment-Beratungsfirma Sentix hat ihrer wöchentlichen Sentiment-Umfrage festgestellt: Die Aktienmärkte kennen nur eine Richtung: die nach oben. Die Anleger zeigen sich mit Ausnahme zu China unbeeindruckt. „Dies ist erstaunlich und wirft die Frage auf, was eigentlich passieren muss, damit die Anleger eine Perspektive „Pro Aktien“ entwickeln“, meinen die Experten. „Solange dies nicht passiert ist Gefahr im Verzug, trotz der vermeintlichen, politischen Entspannungssignale.“

Eine positive Sicht auf den deutschen Aktienmarkt hat Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine wöchentliche Stimmungsumfrage auswertet. Seiner Ansicht nach habe sich das Börsenbarometer ohne große Teilnahme mittelfristig orientierter, heimischer Investoren weiterhin nach oben bewegt hat.

„Der Dax bleibt an der Unterseite im Falle größerer Rücksetzer gut abgesichert“, sagte der Verhaltensökonom nach Auswertung der Umfrage am vergangenen Mittwoch. Nicht nur heimische Marktteilnehmer, sondern auch durch langfristig orientierte internationale Nachfrager würden den Index stützen. „Auch wenn sich das Börsenbarometer an den kommenden Tagen lediglich seitwärts entwickeln sollte, bleiben deutsche Aktien gut nachgefragt“, lautet das Fazit seiner Auswertung.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online.

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