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Dax-Umfrage Anleger sollten auf Ausverkauf bei Aktien von Corona-Verlierern warten

Der Dax liegt knapp unter dem Rekordhoch, doch Anleger sind in schlechter Stimmung und unsicher. Daraus lassen sich vier Schlussfolgerungen ableiten.
10.05.2021 - 15:17 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Mit den steigenden Aktienkursen klettern üblicherweise Stimmung und Selbstzufriedenheit unter den Anlegern. Doch aktuell ist das Gegenteil der Fall, wie die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 4000 Privatanlegern zeigt: Der deutsche Leitindex Dax notiert in der Nähe seines Rekordhochs von 15.502 Punkten, trotzdem kommt keine Feierlaune auf.

Eigentlich müsste angesichts der derzeitigen Entwicklung am deutschen Aktienmarkt das Sentiment bei einem Wert von plus vier liegen. Das würde euphorische Stimmung angesichts der aufgelaufenen Kursgewinne signalisieren. Tatsächlich ist die Stimmung nur knapp im positiven Bereich bei 0,8.

Die Selbstzufriedenheit der Investoren wiederum steigt üblicherweise zusammen mit den Kursen, getreu dem Motto: „Wir haben es doch gewusst, dass die Notierungen nach oben klettern.“ Doch der Wert liegt aktuell bei minus 0,8, die Anleger sind also verunsichert.

Sentimentexperte Stephan Heibel sieht in dieser Entwicklung ein Zeichen dafür, dass die meisten Anleger die Aktien von Corona-Verlierern – die in der abgelaufenen Woche zu den Börsengewinnern gehörten – noch gar nicht wahrgenommen haben. „Anders kann ich mir die desolate Stimmungslage so nah an einem Dax-Allzeithoch nicht erklären“, erläutert der Inhaber des Analysehauses AnimusX.

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    Stattdessen würden die Anleger allem Anschein nach überwiegend auf die Aktien der Corona-Gewinner schauen. Diese haben in den vergangenen Tagen aber teilweise deutlich verloren und bieten derzeit nicht mehr viel Kurspotenzial.

    Corona-Verlierer derzeit gefragt

    Wie unterschiedlich die Corona-Gewinner und -Verlierer derzeit bewertet werden, hat die vergangene Börsenwoche gezeigt. So kletterten die Adidas-Papiere, die im Zuge des Corona-Crashs von 300 auf 200 Euro abrutschten, um neun Prozent, und die Hugo-Boss-Aktie stieg um elf Prozent, nachdem beide Unternehmen zuvor sehr gute Quartalszahlen vorgelegt hatten.

    Auch der Modehändler Zalando, eine typische Aktie, die von der Corona-Pandemie profitieren konnte, übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen. Doch das Plus beim Aktienkurs betrug nur 1,6 Prozent. Vergleichbare Titel wie die von Global Fashion verloren sogar rund zehn Prozent, während der Großküchenausrüster Rational, ebenfalls ein typisches Corona-Verlierer-Papier, nach einer längeren Schwächephase um mehr als zwölf Prozent zulegen konnte.

    Folgende vier Schlussfolgerungen lassen sich aus dieser Entwicklung ziehen:

    • Offenbar reichen bereits wenige Anleger aus, um solche Kurssprünge zu erzeugen. Schließlich ist seit Wochen die Investitionsquote gering und der Zukunftspessimismus hoch.
    • Die Kurse der sogenannten Corona-Gewinner-Aktien könnten durchaus weiter nachgeben. Heibel geht aber davon aus, dass sich deren Ausverkauf als Übertreibung herausstellen wird.
    • Bevor sich ein neuer, allgemeiner Trend durchsetzen kann, kommt es zunächst zu einem Ausverkauf. Einen gab es schon am Dienstag vergangener Woche, als der Dax auf 14.845 Punkte abrutschte. „Ich habe aber das Gefühl, dass das noch nicht gereicht hat“, meint AnimusX-Geschäftsführer Heibel.
    • Bei den Papieren von Corona-Gewinnern ist Geduld gefragt. Derzeit werden den Titeln von Corona-Verlierern größere Chancen eingeräumt, was die Kursgewinne in der vergangenen Handelswoche bestätigt haben. Doch sollte es zu einem Ausverkauf kommen, werden zuerst die Papiere verkauft, die in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sind. Heibel prognostiziert: „Bevor die Rally fortgesetzt werden kann, werden diese Aktien zunächst deutlich tiefer fallen.“

    Aktuelle Umfragedaten

    Neben der kurzfristigen Stimmung und der Selbstzufriedenheit werden bei der Handelsblatt-Umfrage noch zwei weitere Indikatoren ausgewertet: Zukunftserwartung und Investitionsbereitschaft. Beide Werte passen ins aktuelle Börsenumfeld. Zum einen der Zukunftspessimismus mit einem Wert von minus 0,8. Und zum anderen die Investitionsbereitschaft, die mit minus 0,2 ebenfalls auf einem extrem niedrigen Niveau notiert.

    Bemerkenswert sind aber auch andere Indikatoren. Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf einen Wert von plus acht gesprungen. Noch vor vier Wochen wurde ein Rekordtief bei minus 17 erzielt. Das heißt, in den vergangenen vier Wochen wurden Absicherungspositionen aufgelöst und schließlich Long-Spekulationen eingegangen.

    Das Euwax-Sentiment wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Je höher dieser Wert im Plus liegt, desto mehr Call-Produkte liegen in den Depots der Privatanleger, je tiefer er notiert, desto mehr Put-Produkte, die bei fallenden Kursen im Wert steigen, halten die Anleger.

    Für Heibel lässt sich daraus nur eine Schlussfolgerung ziehen: „Offenbar wollen viele mit spekulativen Produkten von der Rally profitieren, solange es geht.“ Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Ist das schon eine gewisse Kaufpanik? Gehen die Anleger ins Risiko, weil sie einen Großteil der Rally verpasst haben?

    Investitionsquote in den USA sinkt

    Das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigt unverändert eine extrem bullishe Positionierung der US-Anleger. Bereits seit November notiert dieser Indikator auf einem Niveau, das über dem mehrjährigen Durchschnittswert liegt.

    US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote nun wieder leicht zurückgefahren. Nach 104 Prozent vor einer Woche beträgt sie nun nur noch 88 Prozent. Dieser Rückgang lässt Gewinnmitnahmen vermuten.

    US-Privatanleger haben ein Bulle/Bär-Verhältnis von 17 Prozent: 44 Prozent Bullen stehen 23 Prozent Bären gegenüber. Damit ist die Stimmung in den USA noch immer sehr bullish, wenngleich die Extremwerte des Aprils nicht mehr erreicht werden. Der „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Märkte notiert mit einem Wert von 55 im neutralen Bereich.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 4000 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben können.

    Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: Gewinn mit Aktien – Wann Anleger Steuern zahlen müssen

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