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Dax-Umfrage Anleger sollten Gewinne mitnehmen und ihr Portfolio verändern

Seit Mitte März hat sich die laufende Dax-Rally nach und nach verändert. Anleger sollten dieser Entwicklung folgen und auf neue Aktien setzen.
31.08.2020 - 13:46 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Beim Dax ist mit einem Punktestand von rund 13.100 Punkten ein neues Rekordhoch (bislang 13.795 Zähler) in Reichweite. Dabei können die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie noch immer nicht beziffert werden, und möglicherweise steht bald eine zweite Welle an. Wie kann das sein?

„An der Börse schaut man eben sechs bis neun Monate in die Zukunft“, meint Stephan Heibel, der die wöchentliche Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anleger auswertet. Viele Anleger sind offenbar überzeugt, dass im nächsten Frühjahr Corona zumindest für die Wirtschaft keine Belastung mehr sein wird.

Die aktuellen Umfrageergebnisse sind etwas widersprüchlich und zeigen eine zunehmende Polarisierung. „Doch es herrscht eine leicht bullische Stimmung“, meint der Sentimentexperte. Anleger sichern sich zwar ab, doch eigentlich sind sie auf steigende Kurse positioniert.

Das zeigt auch die Investitionsquote, die Heibel anhand seiner umfangreicheren Animusx-Umfrage erhebt. Insbesondere institutionelle Investoren sind bereits wieder in großem Umfang investiert. Die Quote der Privaten hinkt zwar etwas hinterher, steigt aber seit Anfang Juni kontinuierlich an.

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    Für den Inhaber des Analysehauses Animusx keine ungewöhnliche Situation. „Wer jetzt Aktien verkauft, der könnte es schon morgen bereuen, wenn die Titel weiter in die Höhe klettern“, erläutert er die Stimmung bei den Anlegern. Es sei schwer, in dieser Marktphase Gewinne mitzunehmen. „Doch es ist erforderlich“, bekräftigt Heibel.

    Grafik

    Die Rally seit Mitte März zeigt folgendes Bild: Technologieaktien sind rasant gestiegen, danach folgten Industriepapiere, die bereits einen Teil der Verluste wieder aufgeholt haben. Tourismustitel fangen mit dieser Entwicklung offenbar an.

    Diese Rally verändert ihren Charakter, während die Indizes auf immer neue Hochs steigen. „Warum ändern Sie nicht einfach Ihre Portfoliostruktur?“, fragt Heibel rhetorisch.

    Sein Rat: „Verkaufen Sie einen Wert, der in den vergangenen Monaten gut gelaufen ist. Und warten Sie auf schwache Tage, um eine andere Aktie einzusammeln, deren Zeit jetzt kommen könnte.“ Der Verkauf einer Aktie sei die Belohnung der richtigen Kaufentscheidung vor einigen Wochen oder Monaten und kein Statement für einen bevorstehenden Dax-Absturz.

    Wenn Anleger beispielsweise Anteilsscheine von Corona-Profiteuren wie Zalando, Zooplus und Hellofresh verkaufen, um Titel von Fraport, CTS Eventim und MTU Aero zu kaufen, dann müsse der Dax deswegen nicht gleich ins Bodenlose stürzen. So könne eine Rotation auch vor dem Hintergrund eines weiter steigenden Börsenbarometers erfolgen.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Mit solch einer veränderten Portfoliostruktur folgen Anlegern den gesellschaftlichen Entwicklungen: Die Niedrigzinspolitik wird Pleiten als Folge von Corona verhindern, die Medizin findet über bessere Behandlungsmethoden Lösungen für die Corona-Kranken, Corona-Schnelltests helfen der Tourismusbranche, und irgendwann wird Corona aufgrund von Impfmöglichkeiten keine Belastung mehr für die gesamte Wirtschaft sein.

    Die aktuellen Umfrageergebnisse

    Die Stimmung unter den Anleger ist auf einen Wert von 1,4 gestiegen, was gute Laune ohne Übertreibung bedeutet. Auch die Verunsicherung der Vorwoche ist einer neutralen Haltung gewichen.



    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Doch bei der Einschätzung zur Dax-Entwicklung in drei Monaten macht sich Pessimismus breit. Aktienmarktbewertungen auf einem Niveau, als hätte es Corona nie gegeben, erscheinen vielen Anlegern als nicht vernünftig. Zudem gab es in den vergangenen Wochen exorbitante Kurssprünge einiger weniger Aktien. Das hat die Erwartung an künftige Kurssteigerungen ebenfalls gebremst.

    Daher möchte auch kaum jemand noch investieren, und verkaufen möchte kaum einer. Was, wenn die zweite Welle der Corona-Pandemie aus wirtschaftlicher Sicht ausfällt und die Aktienmärkte auf neue Hochs stürmen? Solch eine Entwicklung möchte keiner verpassen. Entsprechend fehlt auch der Mut, Gewinne mitzunehmen.

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart ist wieder ins Minus abgerutscht und zeigt mit einem Wert von minus 6,5 an, dass Privatanleger sich gegen fallende Kurse absichern.

    Dieses Verhalten passt zu den Daten der Sentimentumfrage. Verkaufen möchten die Privatanleger nicht, dennoch ist die Skepsis groß. Also behalten sie ihre Positionen, sichern sich jedoch ein wenig mit Put-Scheinen gegen fallende Kurse ab.

    Auch institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen vergrößert. Nach einem extrem hohen Put/Call-Verhältnis vor einer Woche bleibt das Verhältnis auch diese Woche auf einem hohen Niveau.

    In den USA sieht es weiterhin ganz anders aus. Das Put/Call-Verhältnis an der Chicagoer Terminbörse CBOE ist auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Nie zuvor waren US-Anlageprofis so bullisch positioniert wie jetzt.

    Das gilt auch für die US-Fondsmanager, die ihre Investitionsquote mit Hilfe von Hebelprodukten auf 106 Prozent gehebelt haben. Dort herrscht Partystimmung.


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    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Doch US-Privatanleger bleiben skeptisch, das Bulle/Bär-Verhältnis zeigt mit einem Wert von minus 7,5 einen deutlichen Bärenüberhang. Haben Privatanleger in den USA die Rally verpasst?

    Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte ist nun auf 76 Prozent geklettert und zeigt erstmals seit vielen Wochen extreme Gier an. Die gilt bei Werten über 75 Prozent. Kurzfristige technische Indikatoren notieren im neutralen Bereich.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 3500 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren, und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: Schlechte Nachrichten können Anleger nicht mehr schocken.

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