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Handelsraum der Frankfurter Börse

Der Dax steckt im Sommerloch.

(Foto: dpa)

Dax-Umfrage Anleger sollten täglichen Dax-Schwankungen derzeit keine große Bedeutung beimessen

Der deutsche Leitindex steckt im Sommerloch und könnte sich bis Ende August ähnlich entwickeln, wie in den beiden Jahren zuvor.
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Frankfurt Seit Mitte Juni pendelt der Dax bis auf kurzfristige Ausrutscher in einer Spanne zwischen 12.250 Punkten auf der Unter- und 12.550 Zählern auf der Oberseite. Einige Analysten halten das für eine nachlassende Aufwärtsdynamik. „Für mich das ein Sommerloch“, meint Stephan Heibel.

Der Sentimentexperte hat bereits vor einer Woche den Anlegern geraten, ihren Urlaub zu genießen. An dieser Prognose hat sich nichts geändert. Alle Indikatoren des Handelsblatt Dax-Sentiments, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 3500 Anlegern, sind als neutral zu interpretieren.

„Aus Sicht der Anlegerstimmung lässt sich derzeit kein Ungleichgewicht für eine neue Aktienmarktrichtung ableiten“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. Vielmehr zeigen die meisten Anleger eine für die Sommerzeit typische Gleichgültigkeit gegenüber kurzfristigen Entwicklungen.

Eine solche Kursentwicklung in den Sommermonaten ist üblich: In vielen Fällen notierte der Dax Ende August nicht weit entfernt von seinem Niveau Anfang Juli. Im vergangenen Börsenjahr betrug die Dax-Handelsspanne in diesen beiden Monaten zwar rund 750 Zähler, das Anfangsniveau und der Endstand waren aber fast gleich.

Im Börsenjahr 2017 betrug die Kursdifferenz zwischen Anfang Juli und Ende August lediglich rund 200 Punkte. Eine Ausnahme war das Jahr 2016, als der Index in diesem Zeitraum mehr als 1000 Punkte zulegen konnte.

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Für Heibel hat die aktuelle Berichtssaison eine Reihe von überraschenden Quartalszahlen zu Tage gebracht. Es würden aber noch einige Wochen Zeit bleiben, um die richtigen Schlussfolgerungen aus den Zahlen abzuleiten, ehe die Anlageprofis Ende August/ Anfang September ihre Portfolios entsprechend anpassen. „In der Zwischenzeit sollte man den Tagesschwankungen nicht allzu viel Bedeutung weisen“, meint Heibel.

Hinter der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Doch aktuell herrscht weder Pessimismus noch Optimismus.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Laut dem aktuellen Umfrageergebnis sehen zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer (plus sechs Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) den deutschen Leitindex in einem aktuellen Aufwärtsimpuls. Einen Abwärtsimpuls wollen hingegen noch immer 17 Prozent (minus sieben Prozentpunkte) gesehen haben. Mit 52 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) sind weiterhin die meisten Anleger der Meinung, dass wir uns in einer Seitwärtsbewegung befinden. Ergo: Das Sentiment ist weiterhin neutral.

Mehr als die Hälfte der Anleger (52 Prozent, plus sechs Prozentpunkte) wollen vor einer Woche eine solche Dax-Entwicklung erwartet haben. Der Leitindex stieg in der vergangene Handelswoche um 1,2 Prozent von 12.268 Punkte auf 12.419 Zählern. Auf diese Entwicklung wollen unverändert sieben Prozent der Dax-Sentiment-Teilnehmer spekulieren. Sie waren laut Abstimmung mit dem Kursverlauf „voll und ganz zufrieden“.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Kaum erfüllt sehen 30 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) ihre Erwartungen und nur noch elf Prozent (minus drei Prozentpunkte) geben an, auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Die Verunsicherung, die noch in den beiden vorangegangenen Wochen zu sehen war, geht zurück.

Pessimisten gewinnen wieder die Oberhand, wenn es um die Zukunftserwartung geht: Knapp jeder dritte (32 Prozent, plus sechs Prozentpunkte) Anleger geht für die Frankfurter Benchmark in drei Monaten von fallenden Kursen aus. Nur noch gut jeder Vierte (24 Prozent, minus 21 Prozentpunkte) erwartet steigende Kurse. Die größte Gruppe sind mit 34 Prozent (minus vier Prozentpunkte) die neutral eingestellten Anleger.

Entsprechend diesem angestiegenen Pessimismus wollen nur noch zwölf Prozent (minus ein Prozentpunkt) der Anleger in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. 19 Prozent (minus ein Prozentpunkt) wollen hingegen Positionen verkleinern. Mit 69 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) bleiben die meisten Anleger vorerst unentschlossen an der Seitenlinie.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger investieren, ist auf Null angestiegen. Da dieser Indikator anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird, zeigt er eine neutrale Positionierung der Privatanleger an.

Die pessimistische Positionierung in den Wochen vorher, als die Zahl der Put-Produkte zur Absicherung gegen fallende Kurse in der Depots deutlich höher lag, wurde vollständig aufgelöst.  

Auch die Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre spekulativen Positionen aufgelöst und sind nun ebenfalls neutral positioniert. Die Zahl der Call- und der Put-Optionen ist ungefähr gleich hoch.

In den USA geht das Put/Call-Verhältnis ebenfalls auf ein durchschnittliches Niveau zurück, was eine zunehmend abwartende Haltung der dortigen Anleger signalisiert.

US-Fondsanleger haben jedoch die vergangenen Wochen genutzt, um ihre Investitionsquote auf 96 Prozent hochzufahren. Noch vor sechs Wochen waren sie nur zu 55 Prozent investiert. In der jüngeren Vergangenheit war 96 Prozent eine Investitionsquote darstellt, auf längere Sicht aber ein üblicher Wert. „In der Sprache der Fondsmanager muss das Geld ,arbeiten‘ und darf nicht faul herumliegen“, erläutert der Sentimentexperte.

Die US-Privatanleger haben ein ausgeglichenes Bulle/Bär-Verhältnis. Der auf technischen Indikatoren basieren „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit 59 Prozent ebenfalls eine neutrale Verfassung; ebenso wie andere kurzfristige technische Indikatoren.

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