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Dax-Umfrage Anleger sollten vorsichtig agieren – und die Signale im Dax richtig deuten

Das Lager der Bullen und Bären ist ausgeglichen. Womöglich steht eine längere Seitwärtsphase bevor. Die Barrieren sind nach oben und unten klar ersichtlich.
17.05.2021 - 16:19 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Die Turbulenzen haben vielen Anlegern die Laune verdorben.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Die Betrachtung der Wochenbilanz ruft gemischte Gefühle hervor. Bei 15.417 Punkten ist der Dax am vergangenen Freitag aus dem Handel gegangen – und damit fast exakt auf dem Niveau der Vorwoche. Was auf den ersten Blick nach Bewegungsarmut aussieht, erweist sich bei genauerer Betrachtung als spektakuläre Achterbahnfahrt. Der tiefste Punkt der Woche liegt nämlich exakt 600 Punkte unter dem Schlusskurs vom Freitag.

Das wilde Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt hat den Privatanlegern die Laune verdorben. So lautet die Schlussfolgerung zumindest aus der aktuellen Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 4500 Anlegern.

Die Anlegerstimmung ist im Laufe der Woche vollständig eingebrochen – sie liegt bei null. Im Lager der privaten Anleger ist die teilweise extreme Euphorie aus dem März und April vollständig erloschen. „Nach der Party im März und April macht sich nun langsam Katerstimmung breit“, bilanziert Stephan Heibel, der Inhaber des Analysehauses Animusx, der die Umfrage für das Handelsblatt auswertet.

Auch die Selbstgefälligkeit signalisiert mit einem Wert von minus 2,3 Verunsicherung. Der Rückgang von 1,5 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche ist angesichts der Tatsache, dass der Dax sein Niveau unter dem Strich halten konnte, durchaus überraschend.

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    Vielen Anlegern scheinen die Turbulenzen ungelegen zu kommen. Manche wurden auch überrascht. So gibt ein Drittel der Befragten an, dass sich ihre Erwartungen in der vergangenen Woche „kaum erfüllt haben“. Immerhin 43 Prozent scheinen mit dieser Entwicklung gerechnet zu haben.

    Die Zukunftsperspektiven geben ein ebenso diffuses Bild ab. Das Lager der Privatanleger scheint sich verstärkt in Optimisten und Pessimisten zu teilen. So zeigt das Euwax-Sentiment der Stuttgarter Börse – dort handeln überwiegend private Anleger –, dass sich Investoren verstärkt mit Long-Positionen eindecken und damit folglich auf einen steigenden Markt setzen. Es liegt nahe, dass diese Gruppe den kurzfristigen Einbruch zum Aufbau dieser Positionen genutzt hat.

    Auf der anderen Seite weisen die von der Sentimentumfrage erfassten Investoren die höchste Shortquote seit sechs Monaten auf. Sie setzen also auf bald fallende Kurse. Parallel dazu ist die Cashquote auf den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten gefallen, die Investitionsbereitschaft verharrt auf einem niedrigen Level. „Die Polarisierung nimmt zu“, kommentiert Heibel. „Beide Gruppen wollen vorerst nicht weiter investieren. Sie warten nun darauf, dass ihre Spekulation möglichst aufgeht.“

    Grafik

    Immerhin ist die Zukunftserwartung leicht angestiegen. Sie liegt aktuell im neutralen Bereich von null, nach minus 0,9 Prozent in der Vorwoche. Es herrscht demnach ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Bullen und Bären, nachdem in den vergangenen sechs Wochen stets die Pessimisten die Oberhand hatten.

    Die herrschende Ausgeglichenheit lässt sich mit weiteren Indizien konkretisieren: 40 Prozent der im Sentiment erfassten Investoren erwarten in den kommenden drei Monaten eine Seitwärtsbewegung. Jeweils 24 Prozent rechnen mit einem Abwärts- beziehungsweise Aufwärtsimpuls.

    Zum Vergleich: Die gegenwärtige Marktphase bewerten jeweils 16 Prozent der Befragten als Abwärts- beziehungsweise Aufwärtsimpuls. 46 Prozent sehen in der aktuellen Performance eine Seitwärtsbewegung, immerhin 20 Prozent eine Topbildung.

    Eine klare Aussage über den weiteren Verlauf lässt sich aus dem Sentiment daher nicht ableiten. Demzufolge sind die Barrieren vorerst definiert – das Potenzial für den Gesamtmarkt ist Heibel zufolge nach oben wie nach unten begrenzt. Auf der Unterseite wirken die Short-Positionen wie eine Art Sicherheitsnetz, falls der Index erneut in Richtung der Marke von 14.800 Punkten fällt. In diesem Szenario würden die bestehenden Positionen die Kurse stützen und verhindern, dass es noch weiter nach unten geht.

    Auf der Oberseite sind frühzeitige Gewinnmitnahmen zu erwarten, die eine nachhaltige Rally erschweren. „Erst wenn der Dax über 15.500 Punkte springen würde, könnten diejenigen unter Zugzwang geraten, die nicht ausreichend investiert sind.“, meint Heibel.

    Selbst bei einem Anstieg über das bisherige Rekordhoch von 15.502 Zählern muss der Dax erst zeigen, dass er sich auch nachhaltig auf diesem Niveau stabilisieren kann. Entsprechend vorsichtig äußern sich auch die befragten Anleger: Fast zwei Drittel wissen noch nicht, wie sie in den nächsten beiden Wochen handeln werden.

    Daher rät auch Experte Heibel zur Zurückhaltung. „Ich würde vorerst vorsichtig abwarten, bis das Stimmungsbild etwas klarer oder aber eine Richtung eingeschlagen wird“, sagt er. Der impulslose Handel zum Wochenauftakt ist ein erster kleiner Beleg für die eingetretene Seitwärtsphase.

    Bullishe Positionierung der US-Anleger lässt nach

    Auch in den USA agieren Fondsanleger erheblich vorsichtiger. Sie haben ihre Investitionsquote um 42 (!) Prozentpunkte auf 47 Prozent reduziert – ein sehr heftiger Rückgang. Möglicherweise ist dieser Schritt auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen.

    Die extrem bullishe Positionierung der US-Anleger hat derweil etwas nachgelassen. Das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigt einen Rückgang der Long-Spekulationen. Diese hatten seit dem vergangenen Herbst auf einem Rekordniveau notiert.

    Das Bulle-Bär-Verhältnis in den USA liegt bei zehn Prozent. Das Lager der Investoren, die auf steigende Kurse setzen, leert sich weiter. In der Vorwoche lag das Verhältnis bei 17 Prozent, nachdem in den vergangenen Wochen sogar Werte über der Marke von 30 zu beobachten waren. Der „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Märkte notiert mit einem Wert von 40 im neutralen Bereich.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 4000 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben können.

    Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

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