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Dax-Umfrage Anleger wollen wieder mehr Aktien kaufen

Die exklusive Handelsblattumfrage zur Börsenstimmung zeigt: Der Abwärtstrend beim Dax geht zu Ende. Nun geht es um den richtigen Einstiegszeitpunkt für die Herbst-Rally.
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Anleger sind sowohl in den USA als auch in Deutschland sehr defensiv positioniert. Quelle: Reuters
Dax

Anleger sind sowohl in den USA als auch in Deutschland sehr defensiv positioniert.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfBei den Anlegern am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung gedreht. Nach dem Dax-Plus von 1,4 Prozent in der vergangenen Handelswoche sind sie nicht mehr niedergeschlagen, sondern es keimt Hoffnung auf eine baldige Lösung der zahlreichen Probleme an den Börsen auf. Das zeigt sich nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment, einer wöchentlichen Erhebung unter mehr als 3200 Anlegern.

„Vor einer Woche war ich aufgrund der sehr pessimistischen Sentiment-Werte nur vorsichtig optimistisch gestimmt“, sagt Stephan Heibel, der die Umfrage auswertet. Für ihn ist die die Entwicklung der Erhebung in dieser Woche konstruktiv. „Anleger bekommen Lust auf Aktien, ohne jedoch ihre Vorsicht zu verlieren“, erläutert er.

Das bedeute nicht, dass der Aktienmarkt einen Sprung nach oben macht. Vielmehr zeige sich, dass der Abwärtstrend zu Ende gehe und immer mehr Anleger zu Käufen bereit seien. „Es wird wohl von den Tagesmeldungen abhängen, ob Anleger nochmals eine Gelegenheit erhalten, zu günstigen Kursen einzukaufen, oder aber den Kursen hinterherlaufen müssen“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx.

Vor dem Hintergrund der angespannten Situation in vielen Bereichen sei ein weiterer Rückschlag am deutschen Aktienmarkt genauso gut möglich wie ein langsam fortschreitender Kletterkurs. „Lediglich einen heftigen Ausverkauf würde ich aus heutiger Sicht für unwahrscheinlich halten“, stellt der Sentiment-Experte klar.

Grafik

Seine Begründung: Anleger in Deutschland und in den USA, sowohl private als auch institutionelle, sind viel zu defensiv positioniert. Es gibt also noch genügend Kapital, das investiert werden muss und angesichts der gestiegenen Zukunftserwartungen auch bald in den Markt fließen dürfte. „Es geht nur noch um den richtigen Einstiegszeitpunkt, um in den Herbst hinein von der dann hoffentlich stattfindenden Rally zu profitieren.“

Die These, dass es keinen Ausverkauf geben wird, unterstützt auch der fünfwöchige Durchschnitt des Dax-Sentiments (siehe Grafik). Seit dem Beginn der Dax-Sentiment-Umfrage vor vier Jahren gab es nur dann jeweils eine Dax-Verkaufswelle, wenn diese Durchschnittskurve im positiven Bereich notierte. So wie im April und November 2015 und im Januar dieses Jahres. Derzeit notiert diese Kurve aber im deutlich negativen Bereich.   

Der Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen: Die Abwärtsbewegung im Dax, die noch vor einer Vorwoche von den meisten Anlegern beobachtet wurde, wird nun als Seitwärtsbewegung wahrgenommen. Nur noch 26 Prozent (minus 32 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) der Umfrageteilnehmer sehen den Dax in einer Abwärtswelle.

Hingegen sehen nun 44 Prozent (plus 25 Prozentpunkte) einen Seitwärtstrend. Jeder Zehnte (plus sechs Prozentpunkte) glauben sogar, bereits wieder den Beginn eines Aufwärtsimpulses ausgemacht zu haben. „Die Stimmung ist somit noch immer leicht niedergeschlagen, aber weitgehend neutral“, fasst Heibel zusammen.

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Dieses Wochenplus in Höhe von 1,4 Prozent im Dax wollen 46 Prozent (plus 23 Prozentpunkte) der Anleger so vor einer Woche erwartet haben. Weitere neun Prozent (minus zwei Prozentpunkte) wollen sogar darauf spekuliert haben. Dagegen sehen 35 Prozent (plus elf Prozentpunkte) ihre Erwartungen kaum erfüllt. Die meisten Anleger haben also ihre pessimistischen Spekulationen rechtzeitig geschlossen, lässt sich aus diesen Antworten schlussfolgern.

Noch immer herrscht ein wenig Verunsicherung unter den Anlegern. Für die Aktienbörse in drei Monaten erwarten 42 Prozent (plus drei Prozentpunkte) steigende Kurse, hingegen gehen unverändert nur 17 Prozent von einem Abwärtsimpuls aus. Eine Seitwärtsbewegung erwarten 27 Prozent (minus drei Prozentpunkte). „Die Erwartungshaltung der Anleger ist bullish“, meint Heibel. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Kurse in der Zukunft.“

Die positive Erwartungshaltung schlägt sich auch in höherer Kaufbereitschaft nieder. Mit 27 Prozent (plus fünf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) wollen so viele Anleger Aktien zukaufen wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig wollen nur noch zwölf Prozent (minus sechs Prozentpunkte) ihre Positionen verkleinern.

62 Prozent (plus ein Prozentpunkt) der Anleger wissen aktuell noch nicht, wie sie sich in den kommenden zwei Wochen verhalten werden. Ein Blick auf die früheren Umfrageergebnisse zeigt: Die Investitionsbereitschaft ist somit so groß wie seit Februar dieses Jahres nicht mehr.

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Bei den Privatanlagern hat sich das Investitionsverhalten deutlich geändert – ablesbar auch am Euwax-Sentiment der gleichnamigen Börse Stuttgart. Dieser Indikator wird anhand des Handels mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Der Wert ist auf 2,8 gefallen und zeigt an: Nach der massiven Spekulation auf steigende Notierungen in den Vorwochen scheinen sich die Privatanleger nun nicht mehr so sicher über künftige Kursgewinne zu sein.

Ganz ähnlich sieht es bei den institutionellen Anlegern aus, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern: Sie halten weiterhin überwiegend Put-Scheine, um sich gegen fallende Kurse abzusichern.

In den USA zeigt das Put/Call-verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE einen steigenden Absicherungsbedarf der Anleger an. Die Investitionsquote von US-Fondsmanagern liegt mit 90 Prozent nur ein wenig höher als vor einer Woche, lässt aber noch genügend Spielraum für weitere Aktienkäufe.

Die US-Privatanleger haben ein Bulle/Bär-Verhältnis von minus 0,75 Prozent, die Anlegererwartung notiert also im leicht bärischen Bereich. Der anhand von technischen Marktdaten berechnete „Angst- und-Gier-Index“ der US-Aktienmärkte zeigt mit 73 Prozent leichte Gier auf. Technische Indikatoren zeigen eine kurzfristig neutrale Verfassung für den S&P-500 an, dem wichtigsten US-Börsenbarometer.

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Ein Blick auf andere Sentiment-Umfragen zeigt ein gemischtes Bild. Für Joachim Goldberg, der eine ähnliche Erhebung für die Börse Frankfurt auswertet, ist zumindest von den heimischen Anlegern kein trendauslösender Impuls für den Dax zu erkennen. Zwar seien die Privatanleger „moderat bullish“, dürften sich aber auch relativ schnell wieder von diesen Engagements verabschieden, sofern sich nicht alsbald Gewinne einstellen. Die institutionellen Investoren sind neutral positioniert.

Für die Experten des Analyseinstituts Sentix hat sich die Stimmung am Aktienmarkt deutlich erholt. „Dies ist dem Dreh vieler Aktienindizes geschuldet, die förmlich ihren Kopf aus der Schlinge gezogen haben“, meinen die Experten.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt zu lesen ist.

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