Dax-Umfrage Anlegern fehlt die Angst

An zwei Tagen gab es vergangene Woche einen Ausverkauf am Aktienmarkt – doch die Anleger gehen voller Zuversicht ins neue Jahr und kaufen auf hohem Niveau weiter. Das könnte sich rächen, zeigt eine exklusive Analyse.
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Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.
Dax-Anleger brauchen Geduld

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

DüsseldorfWas für eine Börsenwoche! An drei von fünf Handelstagen stieg oder fiel der Dax um mehr als zwei Prozent: Montag minus drei Prozent, Donnerstag plus 3,3 Prozent und Freitag minus zwei Prozent. Experten erwarten auch, dass diese heftigen Schwankungen weitergehen. „Die neue Ära der Volatilität hat bereits begonnen", meint beispielsweise Giordana Lombardo, Chefanlagestratege bei Pioneer Investments. Auch Christian Böck von Axa Investment rechnet mit starken Kursschwankungen.

Doch wie ist nach diesen heftigen Schwankungen die Stimmung unter den Anlegern? Von Angst keine Spur. Das zeigt die Auswertung des „Dax Sentiments“, einer wöchentlichen Umfrage auf Handelsblatt Online zur Börsenstimmung in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Animusx.

„Wo bleibt die Angst?“, fragt sich Stephan Heibel von Animusx, der wöchentlich die Zahlen der Umfrage interpretiert. Trotz der beiden Ausverkäufe innerhalb einer Woche zucken Anleger fast gleichgültig mit den Schultern. „Voller Zuversicht geht man ins neue Jahr und wartet trotz der heftigen Schwankungen nicht einmal auf eine günstige Kaufgelegenheit, sondern kauft auch auf hohem Niveau zu“, lautet seine Analyse der Umfrage.

Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer sehen hinter diesen heftigen Schwankungen eine Seitwärtsbewegung in einer doch recht großen Spanne. Jeder Zehnte glaubt sogar, hinter großen Plus- und Minuszeichen beim Dax einen übergeordneten Aufwärtsimpuls zu erkennen.

Infografik

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?

in Prozent


Dazu passen auch die Antworten der Sentiment-Frage „Wollen Sie in den nächsten zwei Wochen handeln?“ Denn mehr als jeder Dritte der Umfrageteilnehmer - und damit zehn Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Umfrage kurz vor Weihnachten 2014 – wollen nun kaufen. Verkaufen möchte noch kaum jemand – nur 13 Prozent.

„Auffällig ist jedoch auch, dass knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer nicht wissen, ob sie in den kommenden zwei Wochen handeln werden“, meint Heibel. Die Zahl decke sich mit dem hohen Anteil der Anleger, die aktuell eine Seitwärtsbewegung sehen (41 Prozent). Auch für die nächsten drei Monate erwartet fast jeder Dritte eine Seitwärtsbewegung oder gar einen weiteren Aufwärtsimpuls - sieben Prozent mehr als kurz vor Weihnachten.

Auch in dieser Woche sind heftige Schwankungen möglich
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10 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Anlegern fehlt die Angst"

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  • Letztendlich sind es die Hoffnung auf EZB-Käufe, die den DAX treiben.Seit Juni 2014 ist das ein Running Gag,wie es ein Vermögensberater im TV unlängst so schön ausdrückte.
    "Selbst wenn die EZB in der kommenden Woche nicht handeln sollte,wird es den Anlegern immer wieder so als Hoffnung verkauft,dass es demnächst Hoffnung auf weitere EZB-Käufe gibt.".
    Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

  • Zu lange ging es dank reichlich Liquidität der Notenbanken immer nur aufwärts.

    Keiner der Notenbankchefs weiß, was damit im Gefüge der Finanzmärkte angerichtet wird.

    Das Vorgehen von Fed, BoJ, BoE und EZB ist beispiellos, ungeprüft und unkalkulierbar.

    Daß dennoch bislang nichts zu geschehen schien, führt viele Investoren in die Sorglosigkeit.

    Die wird unterstützt von einer fatalen forward guidance, womit einstmals nicht zu rechnen war - bis hin zu den kryptischen Sprüchen eines Greenspan.

    Auf die bevorstehende Änderung ist kaum jemand gefasst. Um so eher wird sie kommen.

  • ..
    der börse fehlt zzt. eine umfassende
    marktbereinigung, d.h. indices und ein-
    teltitel müssen einem realistischem
    niveau angepasst werden..
    ..
    die Börse darf nicht nur wegen der
    Finanzpolitik getragen bzw. getrie-
    ben werden.
    ..
    deshalb müssen Übertreibungen abgebaut
    werden.
    nur so kann wieder kurspotential ent-
    stehen..
    ..

  • Insbesondere fände ich es in diesem Zusammenhang wichtig, zu nennen, wie groß jeweils die Grundgesamtheit der Umfrage war. Ob nun 20 oder 10000 Personen die Fragen beantwortet haben, macht schließlich bezüglich der Aussagekraft durchaus einen Unterschied. Könnten Sie diese Zahl bitte in Zukunft jeweils zusätzlich zu den bloßen Prozentzahlen angeben?

    Besten Dank und freundliche Grüße
    Thorsten Krämer

  • Prinzipiell finde ich die Sentimentumfragen- & Auswertungen als Teil der "behavioral finance" ganz interessant. Allerdings sollten sie auch etwas hervorheben, dass diese Umfragen doch nur begrenzte Aussagefähigkeit haben, dabei möchte ist das Prinzip an sich nicht in Frage stellen! Aber speziell in D. ist der Anteil von Kleinanlegern sehr gering. Und von diesem geringen Teil nimmt ein sehr kleiner Teil an der Umfrage teil. Dem Großteil der Investoren aus dem angelsächsischen Raum wird die Stimmung unter den deutschen Kleinanlegern relativ egal sein. Von daher ist die Aussagekraft doch eher beschränkt, dies sollten sie auch gelegentlich kommunizieren. Aber mitmachen werd ich trotzdem weiterhin;-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • In Ihrer Umfrage steht ja nur "wollen sie kaufen" ect.
    Natürlich kauft man in einer Seitwärtsbewegung auch.
    Wäre gut, wenn man noch angeben könnte: short oder calls.

  • Herr Jürgen Röder,

    bei allem Respekt, aber wen wollen Sie veräppeln?

    Schauen Sie sich doch bitte mal die Umsätze an und wer aktuell kauft. Sind das (Privat)anleger? Nein. Das ist doch gerade das Problem. Die "Dummen" bleiben zur Zeit aus, um den Instis ihren Kram auf dem Niveau abzukaufen.

    Da kann man nur hoffen, dass keiner von denen wieder Panik bekommt, wie im Oktober und seine Positionen schnell schliessen muss. Der einzige Grund, warum der Dax dort steht, wo er steht, ist Herr Draghi und die Hoffnung auf QE.

    Liefert er wird hochgepusht und Kasse gemacht. Liefert er nicht wird rasiert. So oder so kommen die dummen Schafe dabei unter die Räder.

    Don't fight high frequency trading.

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