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Dax-Umfrage Anlegern sitzt der Schock in den Knochen

Mehr als 350 Punkte verlor der Dax in nur zwei Handelstagen - für die rallyverwöhnten Investoren eine ungewohnte Erfahrung. Viele glauben nun an den Anfang vom Ende der Rally. Was das für die kommenden Tage bedeutet.
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Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

DüsseldorfAm Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Handelswoche passierte etwas, was viele Anleger nach der langen Rally kaum noch kennen: Der Dax brach ein. Mitten in einem Aufwärtstrend gab es zwei Tage mit heftigen Verlusten. Doch so schnell, wie der Dax in den Sinkflug überging, so schnell war der Sinkflug auch vorüber.

Dass diese Kursverluste zum großen Teil schnell wieder wettgemacht wurden, kam für der Leser des Dax-Sentiments nicht überraschend. Denn Anleger hatten vor einer Wochen verstärkt auf fallende Kurse spekuliert. „Das spricht deutlich gegen die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Ausverkaufs im Dax“, meinte Börsenexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
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Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

(Foto: Reuters)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

(Foto: Reuters)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

(Foto: AP)
Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Aktien-Picken
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Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

(Foto: dpa)

Woche für Woche prognostiziert er, wie der Dax sich in den kommenden Handelstagen entwickeln dürfte. Basis dafür ist die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2400 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse der Erhebung über die aktuelle und die künftige Börsenentwicklung vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger beispielsweise zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

Und wie wird es in den kommenden Handelstagen weitergehen? „Aus Sicht der Sentimenttheorie wären in der kommenden Woche fallende Kurse eine Überraschung, ein Anstieg hingegen würde weitere Nachfrage nach sich ziehen und die Rallye weiter anheizen“, prognostiziert Heibel. Er erwartet aber, dass das Handelsvolumen gering bleiben wird.

Entsprechend den Turbulenzen am Mittwoch und Donnerstag ist die Stimmung der Anleger deutlich getrübt. Nur noch jeder Fünfte der Umfrageteilnehmer (minus zwölf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sieht in der aktuellen Dax-Entwicklung einen Aufwärtsimpuls, weitere 22 Prozent (minus 18 Prozentpunkte) gehen von einer Topbildung aus.

Die Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Stars
Platz 10: Israel Englander
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2016 war kein gutes Jahr für Hedgefonds-Manager. Die 25 bestverdienenden erwirtschafteten insgesamt elf Milliarden US-Dollar. Das klingt zwar viel, ist aber der schlechteste Gesamtverdienst seit 2005. Unter die Top Ten der Bestverdienenden schaffte es Israel (Izzy) Englander. Sein Business „Millennium Management“ startete er 1989 mit 35 Millionen Dollar Kapital. Im vergangenen Jahr verdiente er 410 Millionen US-Dollar.

Quelle: Institutional Investor's Alpha Magazine

(Foto: Bloomberg)
Platz 9: David Shaw
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Knapp über dem von Israel Englander liegt der Verdienst des amerikanischen Investors David Shaw. Er erhielt im vergangenen Jahr 415 Millionen US-Dollar. Im Gesamtvergleich erscheint er trotzdem wie ein kleiner Fisch. Andere Hedgefonds-Manager haben 2016 mehr als das Doppelte verdient.

(Foto: PR)
Platz 8: Michael Hintze
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Der britisch-australische Geschäftsmann Michael Hintze gründete 1999 die Asset Management Firma CQS. Mittlerweile gehört er zu den bestverdienenden Hedgefonds-Managern weltweit. 2016 strich er satte 450 Millionen US-Dollar Salär ein.

(Foto: Reuters)
Platz 7: Paul Singer
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Das Vermögen von Paul Singer wird aktuell auf rund 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. 1977 gründete er mit 1,3 Millionen Dollar Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten der USA und hat seit seiner Gründung nur in zwei Jahren Geld verloren. Im Jahr 2016 verdiente Singer 590 Millionen Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Kenneth Griffin
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Der 48-jährige Multimilliardär gehört zu den reichsten Hedgefonds-Managern der Welt. Allein im vergangenen Jahr verdiente er 600 Millionen US-Dollar. Kenneth Griffin gründete das Hedgefonds-Unternehmen Citadel und ist dessen Vorsitzender. Außerdem ist er ein begeisterter Kunstsammler und kaufte 2016 für 200 Millionen Dollar ein Bild von Jackson Pollock und für 300 Millionen Dollar eines von Willem de Kooning.

(Foto: Reuters)
Platz 5: David Tepper
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Der Gründer und Präsident von Appaloosa Management kommt für 2016 auf einen Jahresverdienst von 700 Millionen US-Dollar. 2009 war David Tepper sogar der bestverdienende Hedgefonds-Manager aller Zeiten. Damals kassierte er vier Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 3 und 4: John Overdeck und David Siegel
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John Overdeck und David Siegel sind zwei der Gründer von Two Sigma Investments. Der Hedgefonds nutzt für seine Strategien unter anderem künstliche Intelligenz. Overdeck und Siegel haben im vergangenen Jahr jeweils 750 Millionen Dollar verdient.

(Foto: KNA)

Dafür ist nun das Lager derer, die den deutschen Leitindex in einer Seitwärtsbewegung sehen, um 15 Prozentpunkte auf 35 Prozent angewachsen. Weitere 19 Prozent (plus 13 Prozentpunkte) werten diese Woche bereits als Abwärtsimpuls. Die Stimmung, die vor zwei Wochen noch euphorisch war, ist nunmehr neutral.

Rekordpessimismus ebbt ab
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