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Dax-Umfrage „Das Börsenumfeld ist so gut wie schon lange nicht mehr“

Die aktuelle Dax-Umfrage zeigt: Die Börsenampel steht auf Grün. Entsprechend dürften die Kurse in den kommenden Handelstagen steigen.
2 Kommentare
Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Der deutsche Leitindex

Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit einem Plus von 2,8 Prozent in der vergangenen Woche hat der Dax seine Sommerkorrektur endgültig beendet. Und laut Anlegerstimmung dürfte es weiter aufwärtsgehen.

Denn die Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiterer Indikatoren zeigen: Fast alle Werte, die den Sommer hindurch eine Aufwärtsbewegung verhindert haben, sind wieder in den neutralen Bereich zurückgekehrt. Vor allem der bisherige Zukunftspessimismus der Anleger, ein wichtiger Indikator, hat sich aufgelöst. Und deutlich weniger Anleger wollen verkaufen.

Entsprechend setzt Stephan Heibel, der die wöchentliche Umfrage unter mehr als 3500 Anlegern auswertet, auf weiter steigende Kurse: „Das Börsenumfeld ist derzeit so gut wie schon lange nicht mehr.“

Anlass für das deutliche Plus an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche war ein versöhnlicher Tweet von US-Präsident Donald Trump: China habe zweimal angerufen, um weiterzuverhandeln, schrieb er im Vorfeld des G7-Treffens, wenige Minuten nachdem die US-Börsenindizes S&P sowie Dow Jones vorbörslich die letzte Unterstützung vor einem Bärenmarkt unterschritten hatten. Heibels Erfahrung nach kommen solche versöhnlichen Tweets immer dann, wenn die großen Börsenindizes unter wichtige Unterstützungen sacken.

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Denn Trump spielt mit den Märkten: Seine harte Linie, seine Tweet-Tiraden gegen China, führen regelmäßig zu Ausverkäufen an den Aktienmärkten. Mit seinen Tiraden hat der Präsident ganz nebenbei das „Plunge Protection Team“ arbeitslos gemacht, weil die Kursausschläge seinetwegen immer schneller und häufiger kommen. Das von der US-Notenbank ins Leben gerufene Team soll eigentlich zu große Kurssprünge verhindern und sogar heftige Börsencrashs abmildern.

Der Handelsstreit mit China ist zwar nach dem einen Tweet alles andere als gelöst, doch offensichtlich gibt es nun ein paar Wochen Rhetorik-Pause. „Und diese Pause reicht schon für eine ordentliche Gegenbewegung an den Aktienmärkten“, meint der Sentiment-Experte.

Und wie lange kann diese Aufwärtsbewegung dauern? „Jede lang anhaltende Rally beginnt, wenn es nur noch wenige Verkäufer gibt, mit einer Gegenbewegung, die spekulativ genutzt werden kann.“

Was dann daraus wird, kann erst in ein paar Wochen beurteilt werden. „Doch erst einmal sieht es für die nahe Zukunft recht rosig aus, oder im Börsenjargon besser gesagt, die Börsenampel steht auf Grün.“

Auch der Anleihemarkt kann eine Verschnaufpause gut gebrauchen: Dort ist das Sentiment, die Heibel mit seinem Analysehaus Animusx separat nachfragt, überhitzt. Das gilt auch für den Fünf-Wochen-Durchschnitt des Anleihemarkts.

Das Gleiche gilt für den Goldpreis, der binnen weniger Wochen von 1300 Dollar pro Unze auf 1500 Dollar gestiegen ist. Heibel hält auch dort eher fallende Preis für wahrscheinlich. Da es vor einer Woche aufgrund technischer Probleme keine Umfrage gab, stehen die Veränderungen im Vergleich zur Erhebung vor zwei Wochen.

Die neuen Ergebnisse zeigen: Die Korrektur ist beendet, eine Aufwärtsbewegung sehen aber erst wenige. So erkennen 47 Prozent (plus 33 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung vor 14 Tagen) der Umfrageteilnehmer derzeit den Dax in einer Seitwärtsbewegung.

Jeder Fünfte (plus 16 Prozentpunkte) sieht schon einen Aufwärtsimpuls, nur noch 15 Prozent (minus 50 Prozentpunkte) gehen von einem übergeordneten Abwärtstrend aus. Die Stimmung ist damit wieder in den neutralen Bereich zurückgekehrt.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Dank der steigenden Kurse fühlen sich 46 Prozent (plus 16 Prozentpunkte) der Anleger in ihrer Erwartung von vor zwei Wochen bestätigt. Weitere elf Prozent (plus zwei Prozentpunkte) wollen sogar darauf spekuliert haben. Für knapp jeden Dritten (32 Prozent, plus neun Prozentpunkte) haben sich die Erwartungen kaum erfüllt. Aber nur noch elf Prozent (minus 27 Prozentpunkte) geben an, von der jüngsten Aktienmarktentwicklung auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Die Verunsicherung der Vorwochen ist damit verflogen.

Besonders erfreulich aus Sentiment-Sicht ist der Zuwachs im Bullenlager: 31 Prozent (plus acht Prozentpunkte) der Umfrageteilnehmer gehen nun davon aus, dass der Dax in drei Monaten höher steht als heute. Weitere 31 Prozent (minus drei Prozentpunkte) glauben an eine Seitwärtsbewegung.

Unverändert jeder Vierte fürchtet tiefere Kurse in drei Monaten. Damit ist der Optimismus leicht angestiegen, was für steigende Kurse spricht. Denn die Zukunftserwartung ist im Gegensatz zur kurzfristigen Stimmung kein Kontraindikator.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Unverändert 21 Prozent wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. Aber nur noch 13 Prozent (minus drei Prozentpunkte im Vergleich zur Erhebung vor 14 Tagen) wollen ihre Positionen verkleinern. Mit 66 Prozent (plus drei Prozentpunkte) sind die meisten noch unentschlossen über ihre nächsten Handelsaktivitäten. Seit dem Jahreswechsel war die Kaufbereitschaft der Anleger nicht mehr so groß wie in dieser Woche.

Auch viele weitere Indikatoren sprechen eher für weiter steigende Kurse. Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart ist in den neutralen Bereich zurückgefallen, die zu bullische Positionierung der Vorwochen ist abgebaut.
Auch die Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Long-Spekulationen geschlossen und sind nun neutral positioniert.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Beide Indikatoren werden anhand realer Trades mit Hebelprodukten sowie Optionen berechnet. Eine sehr hohe Anzahl von Spekulationen auf steigende Kurse ist eher ein Kontraindikator, weil bei steigenden Kurse Gewinne mitgenommen und bei fallenden Notierungen Verluste begrenzt werden.

In den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis an der Chicagoer Terminbörse CBOT sogar schon einen kleinen Überhang der Pessimisten, es werden mehr Puts als Calls gekauft. Das ist bullisch zu werten, da solche Positionen durch Aktienkäufe geschlossen werden.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Fondsmanager haben eine Investitionsquote von nur noch 60 Prozent (minus zehn Prozentpunkte) und wären damit klar unterinvestiert, sollten die Kurse steigen. Auch die US-Privatanleger sind mit einer Bullenquote von minus 16 Prozent, ein extremer Überhang an Bären, klar pessimistisch eingestellt. Es ist also noch viel Kapital da, das investiert werden muss.

Der auf technischen Marktdaten basierende Angst-und-Gier-Indikator der US-Börsen steht mit einem Wert von 26 Prozent kurz vor extremer Angst. Je mehr Angst im Markt vorhanden ist, desto näher ist der Markt an einer Bodenbildung beziehungsweise desto nachhaltiger erfolgt eine Erholung.

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2 Kommentare zu "Dax-Umfrage: „Das Börsenumfeld ist so gut wie schon lange nicht mehr“"

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  • Sehr geehrter Herr Röder,

    wie ist das nun mit der Charttechnik? Oft erleben wir ja, dass sie uns konträre Zukunftsentwicklungen vor Augen führt und dann mit der Feststellung endet, der DAX könnte steigen oder fallen. Oder sich in Konjunktive wie "könnte"!, "würde", "hätte" oder "täte" flüchtet.

    Verglichen mit solch unverbindlichem Geschwätz heben sich die neuesten Vorhersagen von Stephan Heibel wohltuend ab. Ein exaktes Kursziel für den DAX nennt Heibel zwar nicht. Aber mit Aussagen wie "Die Börsenampel steht auf grün" oder "Das Börsenumfeld ist so gut wie schon lange nicht mehr" wagt er immerhin eindeutige Stellungnahmen.

    Man wird diese Stellungnahmen wohl dahingehend interpretieren dürfen, dass nun der Weg nach oben für ein paar Hundert Punkte frei ist. Schauen wir einmal was daraus wird. Wird der DAX wie so oft den freien Weg nach Norden verschmähen? Wie so oft schnurstracks nach Süden abdrehen und den verbarrikadierten Weg nehmen?

  • Nun ja, in der Vergangenheit war es dann doch meist so:
    Umso klarer die Überschrift der DAX-Umfrage eine Richtung der Börse prophezeite, um so deutlicher ging es in die andere Richtung, schauen wir mal was die nächsten Tage und Woche passiert.

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