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Dax-Umfrage Dax vor überfälliger Verschnaufpause – „Doch wer noch einsteigen möchte, sollte nicht zu lange warten“

Die Polarisierung unter den Anlegern nimmt zu. Dieses Verhalten ist häufig ein Vorläufer einer stärkeren Kursbewegung, denn ein Lager liegt falsch.
11.11.2019 - 15:21 Uhr Kommentieren
Dax: Anleger sollten vor der Trendwende Gewinne mitnehmen  Quelle: dpa
Der deutsche Leitindex

Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach drei neuen Jahreshochs innerhalb von vier Tagen legt der Dax aktuell eine Verschnaufpause ein. Für viele Experten ist nach solch einer Aktienmarktrally mit einem Plus von rund zehn Prozent seit Anfang Oktober eine Pause überfällig.

„Doch wer noch einsteigen möchte, sollte nicht zu lange warten“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiterer Indikatoren. Insbesondere für den deutschen Leitindex sieht es seiner Meinung nach sehr danach aus, dass die Rally bald fortgesetzt wird.

Denn das Umfrageergebnis beim Investitionsverhalten zeigt: Die Polarisierung steigt, Anleger legen sich fest, ob sie kaufen oder verkaufen wollen. Fast jeder vierte Anleger will in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. Gleichzeitig will jeder fünfte verkaufen, ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche,

Aus Erfahrung weiß der Sentimentexperte: „Dieses Verhalten ist häufig ein Vorläufer einer stärkeren Kursbewegung: Eines der beiden Lager wird falsch liegen und muss seine Fehlallokation später auflösen.“ Solch ein Verhalten verstärkt so die angelaufene Bewegung. Doch welche Richtung wird der Dax einschlagen?

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    Die Daten der Stuttgarter Börse Euwax, an der Privatanleger handeln, und der Frankfurter Terminbörse Eurex für Profis zeigen folgendes Bild: Institutionelle Anleger in Deutschland sind derzeit neutral positioniert, Privatanleger haben ihre Positionen mit zahlreichen Käufen von Short-Hebelprodukten, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, stark abgesichert.

    Ein Ausverkauf an den Märkten würde also frühzeitig abgefangen werden: zum einen durch institutionelle Anleger, die sich in den vergangenen Wochen nur wenig engagiert haben, und zum anderen durch Privatanleger, die ihre Absicherungspositionen durch Käufe auflösen würden.

    Zur Erläuterung: Beim Kauf eines Short-Produkts wird der Basiswert verkauft in der Hoffnung, ihn so später günstiger zurückkaufen zu können. Und wenn anschließend das Absicherungsprodukt wieder verkauft wird, muss der Basiswert wieder gekauft werden. Der Profit/Verlust ist die Differenz zwischen dem ersten Verkaufs- und dem anschließenden Kaufpreis.

    Ein Dax-Kursanstieg hingegen würde beide Parteien zu weiteren Käufen zwingen: institutionelle Anleger, um nicht unbeteiligt zuzuschauen, und private, um ihre Absicherungspositionen aufzulösen, da sie die Gewinne schmälern.

    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent

    Auch Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine Umfrage zur Anlegerstimmung auswertet, sieht keine Bedrohung für den deutschen Aktienmarkt. Anlageprofis stehen seiner Meinung nach schon bei kleineren Rücksetzern ab etwa 12.900 Punkten als Käufer bereit. Gefahr brächte nur ein Abzug der langfristig orientierten internationalen Investoren, meint der Verhaltensökonom.

    Aus Stimmungsumfragen wie dem wöchentlichen Handelsblatt Dax-Sentiment mit mehr als 3.500 Teilnehmern lässt sich – vereinfacht gesagt – Folgendes ableiten: Bei Euphorie sind die meisten Anleger investiert, und es fehlt weitere Nachfrage, sollten die Kurse fallen. Falls extremer Pessimismus herrscht, haben die meisten Investoren bereits verkauft, und es reichen wenige Käufer, um die Kurse steigen zu lassen.

    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent

    Experte Heibel erwartet in den kommenden Handelstagen eine Sektor-Rotation: Die Branchen, die in den vergangenen Wochen im Zuge von Konjunkturhoffnungen und der positiven Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China stark angestiegen sind, dürften eine Pause einlegen.

    Profitieren dürfte hingegen eine ganze Reihe von Unternehmen, die gute Quartalszahlen veröffentlicht haben, deren Aktienkurse aber nicht zulegen konnten. „Von denen dürfte der nächste Schub der Rally ausgehen“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. Von dieser Rotation hängt seiner Meinung nach auch ab, ob die laufende Jahresendrally den Dax in deutlich höhere Notierungen bewegen kann.

    Die aktuelle Stimmung beim Dax-Sentiment zeigt an: So euphorisch wie aktuell waren die Anleger seit Ende 2017 nicht mehr. Denn die Einigung der Autoindustrie mit den USA sorgte in der vergangenen Woche für einen exorbitanten Kurssprung fast aller Aktien, die mit der deutschen Automobilbranche vernetzt sind.

    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
    Angaben in Prozent

    Mittlerweile sieht jeder zweite Umfrageteilnehmer den Dax in einem Aufwärtsimpuls, weitere 30 Prozent gehen jedoch bereits von einer Topbildung aus – erwarten also kaum noch eine Fortsetzung dieser Rally.

    Das passt zur rückläufigen Selbstgefälligkeit der Anleger, denn von den weiter steigenden Kursen wurden acht Prozent der Umfrageteilnehmer (plus zwei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) auf dem falschen Fuß erwischt. Immerhin setzt jeder vierte auf steigende Kurse.

    Doch unter dem Strich zeigen sich für die Anleger vermehrt Fragezeichen: Wie weit kann der Aktienmarkt noch laufen? Und wie konnte die positive Entwicklung bei all der bestehenden Unsicherheit – wie Brexit, Handelsstreit und Rezessionsängste – so rasant verlaufen?

    Die Zukunftserwartung trübt sich mit zunehmendem Kursniveau ein: Das Lager derer, die für den Dax in den kommenden drei Monaten weiter steigende Kurse erwarten, leert sich. Nur noch jeder fünfte Umfrageteilnehmer glaubt daran (minus vier Prozentpunkte). Mit 39 Prozent gehen die meisten inzwischen von einer Seitwärtsbewegung aus. Eine Fortsetzung der Rally erwarten also immer weniger.

    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent

    In den USA haben Fondsmanager ihre Investitionsquote auf 92 Prozent (plus drei Prozentpunkte) hochgefahren. Privatanleger setzen ebenfalls auf steigende Kurse. Beides sind Kontraindikatoren und mahnen zur Vorsicht. Auch der anhand technischer Marktindikatoren berechnete „Angst-und-Gier-Index“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 91 Prozent: Überhitzungserscheinungen auf dem US-Markt sind unübersehbar.

    Mehr: Topmanager fürchten keinen Börseneinbruch.

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