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Handelsraum in Frankfurt

Die Lage an der Börse hat sich derzeit neutralisiert.

(Foto: Bloomberg)

Dax-Umfrage Dem deutschen Aktienmarkt droht ein „kräftiger Rücksetzer“

Für den Dax besteht die Gefahr eines Rückschlags. Dennoch könnte der deutsche Leitindex bald einen tragfähigen Boden bilden, von dem aus die Kurse wieder steigen.
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Düsseldorf Drei Monate lang waren die Anleger aufgrund der Börsenturbulenzen in depressiver Stimmung, doch nun hat sich die Lage neutralisiert. „Von einer Euphorie, die für die Märkte wieder gefährlich werden könnte, sind wir aber noch weit entfernt“, meint Börsenexperte Stephan Heibel nach Auswertung der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Seiner Meinung nach sind nach den deutlichen Kursgewinnen seit Jahresanfang nun die kommenden Handelstage entscheidend: Sollte bei einer Verschnaufpause Skepsis unter den Investoren aufkommen, würde dieses Verhalten eine anhaltende Kursrally ermöglichen. Das wäre anders, wenn wieder eine regelrechte Panik entstehen würde oder die Anleger wieder eine euphorische Stimmung zeigen.

Seit Ende Dezember bis Ende der vergangenen Woche ist der deutsche Leitindex um fast 700 Punkte in der Spitze gestiegen. Doch die Kursgewinne beim Dax dürften nicht so weitergehen. „In der Regel gibt es nach einer ersten kräftigen Rally irgendwann nochmals einen kräftigen Rücksetzer“, erläutert der Inhaber des Analysehauses Animusx.

Dieser Rücksetzer sollte jedoch bei Anlegern nicht im Entferntesten ähnliche Extremwerte wie zum Jahreswechsel annehmen. Selbst dann nicht, wenn das bisherige Korrekturtief von 10.279 Punkten im Dax erreicht werden sollte.

Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment stehen – vereinfacht formuliert – zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

Grafik

Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Für seine Prognose, wie sich der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte, wertet Heibel zusätzlich weitere Indikatoren aus.

Heibel erhebt eine umfangreichere Sentimentumfrage über seine Analysehaus Animusx. Und die Ergebnisse zeigen: Im Falle eines Rücksetzers gibt es nur geringe Unterstützung, die Kurse könnten entsprechend sehr schnell fallen.

Gleichzeitig ist die Skepsis gegenüber Aktien weiterhin sehr groß, ablesbar an extrem guten Stimmungswerten für die sicheren Häfen: etwa für den Bund Future, dem handelbaren Terminkontrakt für Anleihen, sowie für Gold. Angesichts der großen Skepsis gegenüber steigenden Kursen am Aktienmarkt legt sich der Börsenexperte fest: Sollte das bisherige Dax-Tief bei 10.279 Punkten halten, dann ist ein stabiler Boden erreicht, von dem die Kurse wieder nachhaltig steigen können.

Für den Animusx-Geschäftsführer könnte der Shutdown, der Haushaltsstreit in den USA, in den kommenden Tagen für Turbulenzen sorgen. Eine Einigung zwischen den Republikanern und Demokraten hingegen würde die angelaufene Rally weiter anheizen.

In dieser Woche werden die ersten Unternehmen über den Verlauf des vierten Quartals 2018 berichten. „Diese Berichte werden nicht viel Mut machen, vor dem Hintergrund der Streitigkeiten haben sich Unternehmen und Konsumenten zurückgehalten“, meint Heibel.

Seiner Meinung nach könnten die Probleme der traditionsreichen US-Kaufhauskette Macy's nur der Anfang sein. Der Kaufhausbetreiber sah sich nach einer schwachen Umsatzentwicklung im Weihnachtsquartal dazu gezwungen, die bisherigen Jahresziele aufzugeben. 

„Wenngleich das Schlimmste der Korrektur vorerst überstanden sein mag, besteht noch kein Grund für übertriebene Hektik beim Aufbau neuer Langfristpositionen fürs Portfolio“, schlussfolgert er.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Die Laune der Anleger hat sich den aktuellen Umfrageergebnissen zufolge deutlich verbessert: Nur noch jeder Vierte (minus 22 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sehen den aktuellen Kursverlauf als Abwärtsimpuls. Mit 32 Prozent (plus 15 Prozentpunkte) gehen die meisten von einer Seitwärtsbewegung aus. Weitere 19 Prozent (minus sieben Prozentpunkte) wollen eine Bodenbildung beobachten. Jeder fünfte Umfrageteilnehmer (plus zehn Prozentpunkte) ist nun „bullish“, sieht also bereits einen Aufwärtsimpuls. Mit einem Wert von minus 0,6 ist mittlerweile eine neutrale Börsenstimmung erreicht.

Gut die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (49 Prozent, plus zwölf Prozentpunkte) wollen die Rally der abgelaufenen Woche so zum größten Teil erwartet haben. Weitere 13 Prozent (plus vier Prozentpunkte) wollen sogar darauf spekuliert haben. Als „kaum erfüllt“ sehen hingegen unverändert 30 Prozent ihre Erwartungen. Nur noch neun Prozent der Anleger (minus 16 Prozentpunkte) geben an, auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein.

Seit Ende August des vergangenen Jahres zeigte dieser Indikator eine Verunsicherung an, die sich erst jetzt auflöst. Denn die Selbstzufriedenheit der Anleger ist mit diesen neuen Umfrageergebnissen ebenfalls auf ein neutrales Niveau gesprungen.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Nur noch jeder Zehnte (minus sieben Prozentpunkte gegenüber Vorwoche) erwartet für den Dax in drei Monaten eine Bodenbildung. Diese Zahl lässt vermuten, dass einige die Bodenbildung bereits jetzt als abgeschlossen ansehen. Mit 32 Prozent (plus vier Prozentpunkte) erwarten die meisten Umfrageteilnehmer eine Seitwärtsbewegung. Unverändert 23 Prozent erwarten für Mitte April weiter fallende Kurse, 30 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) aber dann steigende Kurse. Die Erwartung ist weiterhin neutral, mit leicht aufsteigender Tendenz.

Das Investitionsverhalten ist unverändert geblieben: 21 Prozent wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, zwölf Prozent ihre Positionen reduzieren. Mit 65 Prozent hat sich die Mehrheit noch nicht entschieden. Obwohl die Spannungen der Vorwochen deutlich abgebaut wurden, ist die Kaufabsicht unter den Anlegern nicht größer geworden.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf einen Wert von minus 1,6 Prozent eingebrochen. Seit Anfang November hatten die Anleger auf steigende Kurse und damit vermutlich auf eine wie immer geartete Jahresendrally gesetzt.

Doch diese Hoffnung haben sie jetzt aufgegeben. Nun liegen – wenn auch nur leicht – mehr Short-Produkte, die von fallenden Kursen profitieren, in den Depots der Privatanleger. Das Euwax-Sentiment wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet.

Das Put-Call-Verhältnis der Frankfurter Eurex, über die sich die Profis absichern, ist jedoch auf einem extrem niedrigen Niveau verblieben (0,9) und zeigt somit an, dass die Profis weiterhin auf steigende Kurse setzen. Absicherungsgeschäfte – um sich vor fallenden Kursen zu schützen – gibt es nur wenige. Ihre US-Kollegen hatten sich über die Feiertage Ende vergangenen Jahres extrem stark abgesichert. Die institutionellen Investoren dort fahren diese Absicherungsgeschäfte nun zurück, wie das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE anzeigt.

Die niedrige Investitionsquote der US-Fondsmanager steigt um acht Prozentpunkte auf nunmehr 67 Prozent an. Das Bulle/Bär-Verhältnis der Privatanleger ist auf neun Prozent gestiegen. Noch vor zwei Wochen lag dieser Wert auf einem neuen Tiefstand.

Der „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte, der anhand technischer Marktdaten berechnet wird, ist auf 31 Prozent angesprungen und bedeutet: Die vorher große Angst am Markt hat ein moderates Niveau erreicht. Andere technische Indikatoren zeigen eine stark überkaufte Marktverfassung an. Das bedeutet, dass die US-Indizes zu schnell gestiegen sind, was kurzfristig auf eine kleine Verschnaufpause hindeutet.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine E-Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine weitere, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

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1 Kommentar zu "Dax-Umfrage: Dem deutschen Aktienmarkt droht ein „kräftiger Rücksetzer“"

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  • Mensch Jürgen ... permanent eine andere Meinung, je nachdem wie die Kurse schwanken.
    Peinlich peinlich. Wie Herr Kostolany schon sagte, wer keine Ahnung von der Börse hat, wird eben Berater.

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