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Dax-Umfrage Der Dax hat noch gute Chancen auf weitere Kursgewinne

Nach der Kursexplosion am vergangenen Freitag hat sich die Stimmung der Anleger deutlich verbessert. Doch noch ist eine wichtige Marke nicht überwunden.
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Der Dax hat seit Jahresbeginn gerade mal 6,1 Prozent zugelegt, während der Dow Jones schon wieder mit 7,1 Prozent im Plus notiert. Quelle: Bloomberg
Börse Frankfurt

Der Dax hat seit Jahresbeginn gerade mal 6,1 Prozent zugelegt, während der Dow Jones schon wieder mit 7,1 Prozent im Plus notiert.

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfDie extrem schlechte Laune der Anleger in den vergangenen Monaten ist Vergangenheit: Nach dem Dax-Plus von 2,6 Prozent am vergangenen Freitag herrscht wieder bessere Stimmung an der Börse. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3200 Investoren.

„Wir hatten im Dezember bei der Anlegerstimmung einen historischen Negativrekord“, erläutert Sentiment-Experte Stephan Heibel. „Entsprechend heftig fiel nun die Gegenbewegung an den Aktienmärkten aus“. Der monatelange Frust der Anleger über die miserable Dax-Performance hatte sich in Kaufbereitschaft entladen.

Die Börsenstimmung gilt als Kontraindikator. Denn wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Trotz der besseren Stimmung sieht Heibel aber noch weiteres Potenzial. Der Dax hat seit Jahresbeginn gerade mal 6,1 Prozent zugelegt, während der Dow Jones schon wieder mit 7,1 Prozent im Plus notiert.

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„Sollten neue negative Schlagzeilen ausbleiben, kann insbesondere der Dax seine Rally noch ein wenig fortsetzen“, erläutert der Inhaber des Analysehauses Animusx. Die Sentimentanalyse signalisiere weiterhin eine aufgestaute Kaufbereitschaft, die für weiter steigende Kurse sorgen dürfte.

Allerdings ist die Gefahr für Negativ-Meldungen groß: Der herannahende Brexit oder die Schuldenprobleme Italiens haben jederzeit das Potential, in Brüssel für Chaos zu sorgen und dadurch die Aktienmärkte zu belasten. Und auch die schwelenden Krisen um den US-Shutdown und den Handelsstreit zwischen den USA und China können jederzeit wieder ausbrechen.

„Bleibt zu hoffen, dass Jay Powell von seiner moderaten Haltung nicht so schnell abrückt, damit Negativ-Meldungen gegebenenfalls durch die Erwartung einer lockeren Geldpolitik aufgefangen werden können“, meint der Sentimentexperte.

Was die Charttechnik sagt

Aus Sicht der Charttechnik herrscht noch solange der Bärenmarkt, wie der Dax unter 11.800 Punkten notiert. Erst ein Überspringen der Marke würde das Bild ändern. „Es wird spannend sein, zu beobachten, welche Nachrichten von den Krisenherden kommen, wenn der Dax mit den 11.800 Punkten flirtet“, meint Heibel. Unterhalb dieser Marke seien die Kursgewinne nichts weiter als eine Gegenbewegung, in der sich das aufgestaute Kaufinteresse der vergangenen Monate entlädt.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
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Die aktuelle Stimmungsumfrage wurde wie üblich am Freitagmorgen gestartet und lief bis zum Sonntag. So spielte der Dax-Kursgewinn am Freitag in Höhe von 2,6 Prozent sicherlich der guten Laune der Anleger in die Hände. Ohne dieses Plus wäre der deutsche Leitindex im Wochenvergleich nur seitwärts gelaufen.

So sehen nun 30 Prozent (plus elf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) den Dax in einer Aufwärtsbewegung. Unverändert 31 Prozent gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Eine Bodenbildung wollen 17 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) erkennen. Auf der anderen Seite gibt es nur noch 17 Prozent (minus acht Prozentpunkte), die das Börsenbarometer weiterhin in einer übergeordneten Abwärtsbewegung sehen. Die Stimmung ist gegenüber der Vorwoche noch ein wenig angestiegen, notiert aber mit einem Wert von 1,3 weiterhin im neutralen Bereich.

An der Selbstzufriedenheit der Anleger ändert das aber wenig. Weiterhin wollen 49 Prozent diese Entwicklung der vergangenen Woche zum größten Teil so erwartet haben und weiterhin 13 Prozent geben sogar an, darauf spekuliert zu haben. 29 Prozent (minus ein Prozentpunkt) sehen ihre Erwartungen hingegen kaum erfüllt und neun Prozent (plus ein Prozentpunkt) wurden vom Kursverlauf der vergangenen Woche auf dem falschen Fuß erwischt.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
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Auch an der Erwartung für die Dax-Entwicklung in den kommenden drei Monaten hat diese Woche wenig geändert: Steigende Kurse erwartet jeder Dritte (plus drei Prozentpunkte), fallende Kurse hingegen fast jeder Vierte (24 Prozent, plus ein Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche). Eine Seitwärtsbewegung erwarten nur noch 29 Prozent (minus zwei Prozentpunkte). Acht Prozent (minus ein Prozentpunkt) gehen von einer Bodenbildung erst in drei Monaten aus.

Für einen so durchmischten Ausblick ist die Kaufbereitschaft jedoch groß: Unverändert 24 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, nur 13 Prozent (plus ein Prozentpunkt) wollen Positionen verkleinern. 64 Prozent (minus ein Prozentpunkt) wissen derzeit noch nicht, wie sie sich verhalten wollen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt, dass viele Anleger ihre zum Jahresstart erzielten Gewinne absichern. Mit einem Wert von minus 1,5 haben Privatanleger etwas mehr Absicherungsprodukte, die bei fallenden Kursen an Wert verlieren, als Long-Positionen gekauft. Profis hingegen, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, haben überwiegend Call-Optionen gekauft. Das Put/Call-Verhältnis steht bei 1 und notiert damit unter dem Durchschnitt von 1,5.

In den USA sieht es ähnlich aus, auch dort geht das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE zurück und zeigt eine zunehmende Spekulation auf steigende Kurse. Diese drei Indikatoren werden aufgrund realer Trades an den jeweiligen Börsen berechnet.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
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Die Investitionsquote der US-Fondsmanager ist um sieben Prozentpunkte auf inzwischen 75 Prozent gestiegen und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit vergangenem Oktober. Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger ist mit einem Wert von minus 2,7 im neutralen Bereich.

Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Index“ der US-Aktienmärkte ist auf 44 Prozent gestiegen und damit ebenfalls in den neutralen Bereich zurückgesprungen. Andere kurzfristige technische Indikatoren signalisieren eine baldige Konsolidierung an den US-Märkten.

Die Experten des Sentiment-Analysehauses Sentix sehen die weitere Entwicklung an dem Aktienmärkten mit Skepsis. Denn die Profi-Anleger würden an weiter steigenden Kursen zweifeln, entsprechend wären die mittelfristigen Erwartungen der Institutionellen negativ. „Damit entsteht eine Verkaufsbereitschaft, die sich als Belastung für Aktien erweisen sollte“, heißt es in ihrer Analyse.

Joachim Goldberg, der eine ähnliche Sentimentumfrage für die Börse Frankfurt auswertet, hatte am Mittwoch vergangener Woche größere Käufe nur auf deutlich niedrigerem Niveau erwartet. Für ihn war der Dax zwischen 11.000 und 11.100 Punkten gedeckelt. Für Kurssteigerungen „bedarf es frischen, langfristigen Kapitals“ und somit „ökonomisch oder auch politisch positiver Überraschungen“, schrieb er am vergangenen Mittwoch.

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Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine E-Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine weitere, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

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2 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Der Dax hat noch gute Chancen auf weitere Kursgewinne"

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  • "Trotz der besseren Stimmung sieht Heibel aber noch weiteres Potenzial. Der Dax hat seit Jahresbeginn gerade mal 6,1 Prozent zugelegt, während der Dow Jones schon wieder mit 7,1 Prozent im Plus notiert." Bei so einer Feststellung kann man wirklich nur noch die Augen verdrehen. Seit Trump an die Macht gekommen ist haben sich die Marktregeln geändert. Bisher mag dieses Verhältnis gestimmt haben, aber jetzt? Sanktionsandrohungen bezüglich Stream 2 Pipeline, BREXIT (was by the way kaum einen Effekt für die USA hat), etc.. Diese Fakten kann man nicht weg wischen. Der Spalt zwischen Deutschland und die USA werden größer und wir ziehen aus dem GAP zwischen DAX und DJ wirklich noch Kurstendenzen. Es kann sich nur noch um Naivität handeln. Die USA tut derzeit alles um den wirtschaftlichen Wettbewerb zu minimieren und die EU, insbesondere Deutschland ist vor allem in Hinblick auf das Exportgeschäft den USA ein Dorn im Auge - siehe Dieselskandal. Es ist ersichtlich das eine Reduzierung des Handelsbilanzdefizits für Trump Priorität hat, schlussendlich, wird der DJ weiter steigen und der DAX Richtung 9000er sinken. Doch keiner hat es so kommen sehen...

  • ...hmmm, letzte Woche schrieben Sie noch von weiterem Ausverkauf und heute kann es nach dem übertriebenen Anstieg (Shortsqueeze) der letzten Woche noch weiter aufwärts gehen?
    Das ganze erinnert mich an die fast 100%ige Aussage im Dezember: „Der Startschuss für eine Jahresendrally ist gefallen“. Ich schätze die DAX-Umfrage taugt nix. In dem Bullenmarkt der letzten Jahre oft von Erfolg gekrönt ist sie nunmehr nichts weiter als eine nichts sagende Statistik, deren Befolgung Anleger sehr viel Geld kosten kann.