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Dax-Umfrage Der Dax steht vor einem langsamen, aber nachhaltigen Aufwärtstrend

Die Vorsicht der Anleger vor dem G20-Gipfel hat sich nicht ausgezahlt. Viele haben sich vor fallenden Kursen abgesichert und laufen jetzt steigenden Notierungen hinterher.
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Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Der deutsche Leitindex

Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach dem Ende des G20-Gipfels in Osaka feiern die Anleger den Annährung zwischen den USA und China: Der Dax hat zwischenzeitlich mehr als 200 Punkte zugelegt und ein neues Jahreshoch erreicht. „Im Vorfeld des Treffens waren Anleger defensiv positioniert, die Skepsis war groß“, sagt Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern und unter Auswertung weiterer Indikatoren.

Es habe nur wenige Anleger gegeben, die auf einen positiven Ausgang spekuliert haben und bei guten  Nachrichten verkaufen würden: „Vielmehr sind insbesondere viele Privatanleger zu wenig in den Aktienmarkt investiert und müssen den steigenden Kursen hinterher laufen“, erklärt Heibel.

Seiner Ansicht nach dürften die Anleger nicht so schnell reagieren. Grundsätzlich sind in den Monaten Juli und August viele Finanzprofis im Urlaub, so dass entsprechende Entscheidungen zu Aktienkäufen nur zögerlich umgesetzt werden. Auch die Privatanleger dürften bei diesen hohen Temperaturen die Märkte weniger intensiv im Blick haben.

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„Ich gehe davon aus, dass die positive Entwicklung zu einem langsamen, aber nachhaltigen Aufwärtstrend führen wird, der, unterbrochen durch zwischenzeitliche Rücksetzer, durch die Urlaubsheimkehrer bis in den September hinein reichen könnte“, lautet das Fazit des Experten.

Bis in den September hinein – das sei für eine wöchentliche Sentiment-Analyse aber ein zu langer Zeitraum: „Zwischenzeitlich muss immer wieder die Stimmung auf neue Entwicklungen durchleuchtet werden“, meint Heibel, der auch Inhaber des Analysehauses Animusx ist.

Hinter solchen Erhebungen wie dem Dax-Sentiment stehen – vereinfacht formuliert – zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Für seine Prognose, wie sich der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte, wertet Heibel zusätzlich weitere Indikatoren aus.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Die aktuellen Umfrageergebnisse im Überblick: Mit 58 Prozent (plus 17 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) gehen inzwischen die meisten Umfrageteilnehmer von einer Seitwärtsbewegung des Dax aus. Das ist auch naheliegend aufgrund einer Wochenveränderung insgesamt von nur plus 0,5 Prozent. Doch die starken Schwankungen an einigen Handelstagen lassen einiges an Interpretationsspielräumen zu.

Nur noch 17 Prozent (minus 13 Prozentpunkte) sehen in der aktuellen Entwicklung im Dax eine übergeordnete Aufwärtsbewegung. Weitere 13 Prozent (minus vier Prozentpunkte) sehen das Ganze als Topbildung, glauben also nicht, dass der Dax noch weiter steigt. Die Anlegerstimmung ist mit einem Wert von einem Prozent auf ein neutrales Niveau zurückgekommen.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Diese Seitwärtsbewegung haben 56 Prozent der Umfrageteilnehmer (plus acht Prozentpunkte) vor einer Woche so zum größten Teil erwartet. Weitere unverändert 13 Prozent geben an, darauf spekuliert zu haben. Dagegen geben 27 Prozent (minus drei Prozentpunkte) an, dass sich ihre Erwartungen kaum erfüllt haben. Weitere fünf Prozent (minus fünf Prozentpunkte) wurden von der aktuellen Börsenbewegung überrascht. Die Selbstzufriedenheit ist leicht positiv.

Deutliche Veränderungen gab es bei der Einschätzung, wo der Dax in drei Monaten steht. Vor einer Woche ist war die Zukunftserwartung auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren angelangt. Auch ein Grund, warum der Dax in den ersten Handelstagen der vergangene Woche deutlich korrigierte. Doch der große Pessimismus der vorigen Woche verflüchtigt sich langsam. Bei den Anlegern keimt ein wenig Hoffnung auf.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

So gehen mittlerweile 22 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) für den Dax in drei Monaten von steigenden Kursen aus. Noch 27 Prozent (minus fünf Prozentpunkte) fürchten fallende Kurse. Mit 40 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) ist auch hier das Lager der neutral eingestellten Anleger am größten.

Die Zukunftserwartung ist im Gegensatz zur Stimmung kein Kontraindikator. Extremer Pessimismus signalisiert also eine bevorstehende Korrektur.

Vor dem G20-Gipfel wollte sich kaum ein Anleger festlegen: Mit 67 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) wussten die meisten Anleger am vergangenen Freitag oder am Wochenende  noch nicht, ob sie in den kommenden zwei Wochen zu- oder verkaufen wollen. Nur 18 Prozent (plus ein Prozentpunkt) wollen Aktien zukaufen, 15 Prozent (minus drei Prozentpunkte) wollen ihre Positionen verkleinern.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist ins Minus abgetaucht (minus 6,2). Dieser Wert, der aufgrund realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird, zeigt an: Anleger haben sich vor dem G20-Gipfel vor eventuell fallenden Kursen abgesichert. Die Zahl der Put-Hebelprodukte in den Depots ist deutlich höher als die Zahl der Call-Derivate.

Die Profis verhalten sich da ganz anders. Das Put/Call-Verhältnis der Eurex zeigt an, dass Profis schon wieder mit Call-Spekulationen auf die nächste Rally spekulieren. In den USA sieht es ganz ähnlich aus. Der Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE ist gefallen, Profis erwarten also steigende Kurse. US-Privatanleger haben hingegen eine Bullenquote von minus 2,5 Prozent, sind also „leicht bärisch“ gestimmt.

Die US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote kaum auf 72 Prozent verändert, ein neutrales Niveau. Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit 47 Prozent ebenfalls eine neutrale Marktverfassung an. Ein kurzfristiges Warnsignal senden andere technische Indikatoren, ein zumindest kurzzeitiger Rücksetzer an den US-Aktienmärkten ist möglich.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online.

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