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Dax-Umfrage Die Anleger zeigen sich selbstsicher und kaufbereit: Das spricht für weiter steigende Kurse

Investoren bereiten sich auf eine Rotation vor: Raus aus den Corona-Gewinnern und rein in konjunktursensible Aktien. Der richtige Zeitpunkt dafür ist aber schwierig.
23.11.2020 - 15:35 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt herrscht sehr viel Optimismus, doch von einer Überhitzung ist die Lage weit entfernt. Das lässt sich aus den aktuellen Daten der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiterer Indikatoren ableiten.

„Wir haben in der vergangenen Woche erlebt, dass Euphorie infolge der Impfstoffmeldung auch abgebaut werden kann, ohne dass die Aktienmärkte in voller Breite einbrechen“, meint Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, nach Auswertung der Umfrage. Seiner Meinung nach ist das Anlegersentiment auf ein sehr konstruktives Niveau zurückgekommen.

Die Märkte sind in einer Phase, in der zwar noch Ungewissheit über den genauen Verlauf der kommenden Wochen und Monate besteht, doch bis Mitte 2021 sollten die größten Probleme gelöst sein: die US-Präsidentschaftsübergabe sowie die Corona-Pandemie. „Somit sind zwischenzeitliche Rücksetzer an den Aktienmärkten Kaufgelegenheiten“, erläutert der Sentimentexperte.

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Genau solch ein Verhalten haben die Anleger bereits in den vergangenen Tagen gezeigt, einen größeren Rücksetzer gab es kaum. Vielmehr nehmen sich die Investoren Zeit für die Rotation raus aus den Corona-Gewinnern und rein in die konjunktursensiblen, zyklischen Aktien.

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    Für Heibel stellt sich nun die Frage: Wer verliert zuerst die Nerven? Diejenigen, die unbedingt zyklische Aktien ins Depot holen müssen und denen die Kurse weglaufen? Das könnte zu einer Kaufpanik führen, die den Dax weiter in die Höhe treibt.

    Oder aber diejenigen, die sich zuvor noch von ihren Corona-Gewinnern verabschieden müssen, dazu aber nicht mehr die gewünschten hohen Kurse bekommen? Wenn diese Positionen auf den Markt geworfen werden, könnte der gesamte Aktienmarkt vorübergehend nochmals in die Knie gehen.

    Bis auf Weiteres herrscht aber wohl eine Pattsituation. Cash, das durch verkaufte Corona-Gewinner im Portfolio landet, dürfte schleunigst wieder für zyklische Aktien eingesetzt werden.

    „Aus Sicht der Sentiment-Theorie haben wir eine hohe Selbstsicherheit und Kaufbereitschaft, sodass der Druck derzeit eher für steigende Kurse sorgen dürfte“, so Sentimentexperte Heibel. Er sieht eine starke Unterstützung und tendenziell leicht steigende Kurse am Aktienmarkt. Sollte aber ein überraschend negatives Ereignis eintreten, gebe es noch genügend Positionen in den Portfolios der Anleger, die dann panisch verkauft werden dürften. Das würde den Markt kurzfristig belasten.

    Die aktuellen Umfragedaten

    „Seitwärtskonsolidierung“ beschreibt am besten die aktuelle Entwicklung am deutschen Aktienmarkt. Üblicherweise wird nach einem so kräftigen Kurssprung wie am 9. November – als Folge der Impfstoffmeldung des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech – ein Teil der Gewinne wieder abgegeben.

    In einer solchen „Verschnaufpause“ sind die Kurse rückläufig. Doch in der abgelaufenen Woche konnte sich der Dax auf dem hohen Niveau, das er durch den Kurssprung erreicht hat, halten. Innerhalb der 30 Dax-Einzelwerte gab es hingegen reichlich Bewegung.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Die Vorstellung des Impfstoffs hat die Finanzmärkte nachhaltig verändert: Unternehmen, die zuvor noch aussichtsreich aussahen, müssen plötzlich um ihre Zukunft bangen – und umgekehrt: Unternehmen, die zu den Corona-Verlierern zählen, sehen plötzlich Licht am Ende des Tunnels.

    So gab es in der abgelaufenen Woche nicht nur Gewinner unter den Anlegern, sondern auch einige, die viele „verkehrte“ Aktien in ihren Depots hatten. Diese Anleger müssen noch umschichten und warten darauf, dass ihre sogenannten Gewinneraktien der Corona-Pandemie die gewünschten Verkaufskurse erreichen. Entsprechend ist die Anlegerstimmung aktuell auf plus 1,0 gefallen. Noch vor einer Woche lag dieser Wert bei 3,1.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Aber immerhin ist nun ein Weg aus der Krise vorgezeichnet und Anleger wissen, wie sie sich positionieren wollen. Das steigert die Selbstzufriedenheit, die mit einem Wert von 0,7 den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Solch ein hoher Wert ist nachvollziehbar. Seit dem Corona-Crash dominierte Verunsicherung unter den Anlegern. Doch nun ist ein Ende absehbar.

    Mag sein, dass das Ende der Pandemie noch sechs bis neun Monate entfernt ist, aber die Aktienbörsen blicken über solch einen langen Zeitraum in die Zukunft. So ist die Zukunftserwartung beim Dax-Sentiment auf 5,6 gestiegen, den höchsten Optimismuswert des Jahres. Die Investitionsbereitschaft verbleibt mit einem Wert von 3,2 auf hohem Niveau und stellt somit eine gute Unterstützung für das aktuell hohe Kursniveau dar.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von minus vier eine leichte Absicherungsneigung. Es liegen also mehr Short- als Long-Hebelprodukten in den Depots. Ganz ähnlich sieht es bei den institutionellen Anlegern aus, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,8 angesprungen und zeigt großes Interesse an Put-Absicherungen.

    In den USA notiert das Put/Call-Verhältnis weiterhin auf niedrigem Niveau und zeigt weiterhin ein starkes Interesse an Call-Optionen. Anleger sind dort also überwiegend „bullish“ positioniert. So auch die US-Fondsmanager, die mit einer Investitionsquote von 106 Prozent unterwegs sind: Über Optionen haben sie ihre Spekulationen auf steigende Kurse sogar auf mehr als 100 Prozent ihres verfügbaren Kapitals gehobelt. Abenteuerlich, aber nicht selten.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    US-Privatanleger sind weiterhin „bullish“ gestimmt. Das Bulle/Bär-Verhältnis ist gegenüber der Vorwoche zwar deutlich zurückgegangen, aber mit plus 18 Prozent nach wie vor stark bullish. So bullish, wie seit Mitte Februar nicht mehr.

    Der technische Angst-und-Gier-Indikator des S&P 500 zeigt mit 65 Prozent offiziell leichte Gier an, ist aber als neutral zu werten. Ganz anders sieht das Bild bei den kurzfristigen Indikatoren aus: Es bleibt bei einer stark überkauften Marktverfassung. Wie schon in der Vorwoche gilt also: Zum Kaufen ist derzeit nicht der richtige Zeitpunkt, dazu sollte auf eine fällige Konsolidierung gewartet werden.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 3500 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

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