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Dax-Umfrage

Die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Dax-Umfrage Die Börsenrally ist noch in einem frühen Stadium

Die hohen Kursverluste Ende 2018 zeigen ihre Wirkung: Anleger investieren aktuell zögerlich und sichern Gewinne ab. Was das für den Dax bedeutet.
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Düsseldorf Trotz eines Kursanstiegs von rund 2000 Punkten beim Dax seit Jahresanfang haben die Investoren die hohen Kursverluste Ende 2018 offenbar noch nicht vergessen. „Anleger kehren nur zögerlich an den Aktienmarkt zurück und sichern jegliche Buchgewinne frühzeitig ab“, meint Börsenexperte Stephan Heibel.

Für ihn ist das ein Zeichen, dass diese Rally – trotz eines Plus von 15 Prozent seit Jahresanfang – noch jung ist. „Da geht noch was“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx nach Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiterer Indikatoren.

Hinter der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Die zögerliche Haltung der Investoren ist an der hohen Cashquote ablesbar. „Sowohl institutionelle, als auch private Anleger besitzen noch reichlich Geld, um bei zu passenden Gelegenheiten einzusteigen“, erläutert Heibel.

Seiner Beobachtung nach ist die Börsenwelt zweigeteilt: Privatanleger haben ihre Investitionsquote seit Anfang Februar deutlich hochgefahren. Dieser Einstieg gelang zwar nicht auf dem Mehrjahrestief zum Jahreswechsel, aber immerhin früh genug, um den Großteil der aktuell laufenden Rally mitzunehmen.

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„Kein Wunder, dass sich Privatanleger bereits wieder gegen Kursverluste absichern wollen“, erläutert er. Absicherung bedeutet, dass verstärkt Put-Produkte in den Depots liegen, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen.

Institutionelle Anleger hingegen hatten ihre Investitionsquote bereits in den ersten Januarwochen kräftig nach oben gefahren und konnten so stark von der Rally profitieren. Doch so schnell, wie die spekulativen Positionen aufgebaut wurden, wurden sie bereits im Februar auch wieder aufgelöst. Daher ging ein großer Teil der Rally an den institutionellen Anleger teilweise vorbei.

Insbesondere Ende März war die Investitionsquote der institutionellen Anleger sehr niedrig. Die Konsolidierung Anfang April in Form von einer Seitwärtsbewegung konnte daher gut für Zukäufe genutzt werden.

Nachdem die US-Notenbank Fed sowie die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik wieder gelockert haben und nachdem der harte Brexit zunächst einmal vom Tisch ist, verunsichert Anleger vorerst nur der Handelsstreit zwischen China und den USA. Sie sollten dennoch vorsichtig agieren.

Die jüngsten Signale aus Washington und Peking schüren zwar die Hoffnung, dass die Differenzen beigelegt werden können. Entsprechend gewinnen die Aktienmärkte derzeit weltweit. „Doch es ist ein altbekanntes Phänomen, dass –  sollte eine Lösung im Handelsstreit zwischen USA und China verkündet werden – nach einem kurzen Freudensprung Gewinnmitnahmen die Aktienmärkte wieder nach unten drücken“, erläutert Animusx-Geschäftsführer Heibel.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
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Sollte tatsächlich eine Lösung verkündet werden, würden Marktkommentatoren schnell behaupten, dass die positive Lösung ja bereits in den vorangegangenen Wochen von Anlegern „antizipiert“ wurde. Dann sei kein positiver Treiber für weitere Kurssteigerungen mehr in Sicht. „So oder ähnlich dürften die Meldungen dann klingen und entsprechend dürften Gewinnmitnahmen die Aktienmärkte unter Druck setzen“, meint Heibel.

Sein Rat für die Anleger lautet: „Nicht den Kursen hinterherlaufen, sondern Verschnaufpausen wie Anfang April nutzen, um gezielt nachzukaufen.“ Genau diese Vorsicht, die sich Anleger so kurz nach dem Chaos-Dezember 2018 angewöhnt haben, wird jede Verschnaufpause und auch eine Konsolidierung sehr schnell wieder beenden und es dem Dax ermöglichen, weiter zu steigen.

Bereits in der abgelaufenen Vor-Osterwoche zog der Dax um 1,6 Prozent an und stieg locker über die Marke von 12.000 Punkten. Während die Wirtschaft nur noch moderat wächst, bleibt die Inflation auf niedrigem Niveau stabil. „Goldlöckchen-Szenario sagt man an der Börse zu dieser Situation, in der die Aktienkurse kräftig anziehen können“, sagt Heibel.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Laut der aktuellen Handelsblatt-Umfrage sehen auch wieder 47 Prozent (plus 16 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) der Umfrageteilnehmer die aktuelle Dax-Bewegung als Aufwärtsimpuls. Weitere 24 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) gehen von einer Topbildung aus. Hingegen deuten nur noch 24 Prozent (minus 20 Prozentpunkte) die jüngste Kursentwicklung als Seitwärtsbewegung. Der Sentiment-Indikator für die kurzfristige Anlegerstimmung ist damit auf 4,4 Prozent gestiegen und zeigt schon wieder einen Hauch von Euphorie.

Auf diese Rally wollen 21 Prozent (plus 14 Prozentpunkte) spekuliert haben. Weitere 57 Prozent (minus acht Prozentpunkte) haben vor einer Woche die steigenden Kurse zum größten Teil erwartet. Kaum erfüllt sehen nur noch 18 Prozent (minus sechs Prozentpunkte) der Anleger ihre Erwartung der Vorwoche. Vier Prozent (plus ein Prozentpunkt) sind offenbar auf dem falschen Fuß erwischt worden. Das Fazit: Anleger sind mit ihren Anlageentscheidungen sehr zufrieden, fast schon selbstgefällig.

Mit aktuell steigenden Kursen und steigender Stimmung schwindet die Zukunftsangst: Nur noch knapp jeder Vierte (24 Prozent, minus sieben Prozentpunkte) fürchtet in drei Monaten wieder fallende Kurse. 46 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung auf höherem Niveau aus. Doch an einer Fortsetzung der Rally für die kommenden drei Monate glauben nur noch 18 Prozent (minus ein Prozentpunkt).

Ein bisschen weiter dürfte die Rally noch laufen, hoffen 21 Prozent (plus ein Prozentpunkt). Sie wollen in den kommenden zwei Wochen noch Aktien zukaufen. Hingegen will jeder Fünfte (plus ein Prozentpunkt) die Aktienpositionen verkleinern. Mit 59 Prozent sind die meisten noch unentschlossen über ihre nächsten Aktivitäten.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt eine verstärkte Absicherungsneigung an, mit einem Wert von minus 7,5 werden derzeit mehr Wetten auf fallende (Put) als auf steigende Kurse (Call) abgeschlossen. Privatanleger sichern ihre Aktienpositionen also offensichtlich ordentlich ab.

Institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Absicherungsgeschäfte in den vergangenen Tagen zurückgefahren. Das Put/Call-Verhältnis steht bei 1,2 (Jahresdurchschnitt 1,5). Es zeigt somit ein verstärktes Spekulieren auf steigende Kurse an. Ganz ähnlich sieht es auch in den USA aus, das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE notiert ebenfalls niedriger als im Durchschnitt.

Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf dem hohen Niveau bei 89 Prozent belassen (minus drei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche). US-Privatanleger setzen auf steigende Kurse: Das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei 20 Prozent zugunsten der Bullen. Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte steht mit 71 Prozent im Bereich der Gier.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online.

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