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Dax-Umfrage Die Rally an Märkten wird wohl weitergehen

Mit den Kursen steigt auch die Selbstsicherheit: Internationale Investoren haben jüngst für deutliche Kursgewinne gesorgt. Nun warten heimische Anleger auf Einstiegskurse.
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Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Der deutsche Leitindex

Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Lage an den Börsen kann sich schnell ändern: Der harte Brexit galt vor Kurzem noch als unabwendbar, Italien schien der nächste Kandidat für einen EU-Austritt zu werden, der Handelsstreit zwischen den USA und China mündete in neue Strafzölle, und Hongkong drohte für China ein ernstes Problem zu werden.

Doch plötzlich sieht alles anders aus: Die umstrittene Gesetzesvorlage in Hongkong wurde zurückgezogen, die Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump wollen wieder miteinander sprechen, Italien hat einen proeuropäischen Regierungschef, und der Brexit könnte abermals verschoben werden.

Also ist es kein Wunder, dass der Dax in der vergangenen Handelswoche um 2,1 Prozent gestiegen ist. Und diese Kursgewinne dürften weitergehen. „Die Zeichen stehen auf Fortsetzung der Rally, zumindest für diese Woche“, meinte Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiterer Indikatoren.

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Die Stimmung der Anleger hat sich aufgrund der steigenden Kurse in den vergangenen Tagen deutlich verändert, aktuell ist sie schon fast euphorisch. „Deswegen wäre es fahrlässig, eine Prognose über einen längeren Zeithorizont auszugeben“, sagt der Sentimentexperte. „Doch für die kommenden Tage sieht es gut aus.“

Hinter der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.
Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Für den Inhaber des Analysehauses Animusx sind es vor allem zwei Gründe, warum die Rally weitergehen dürfte. Zum einen waren es internationale Anleger, die den Dax nach oben getrieben haben. Das ist auch die Meinung von Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine ähnliche Erhebung auswertet.

Entsprechend schauten viele deutsche Anleger bei der Rally unbeteiligt zu – und warten nun auf Einstiegskurse. „Insbesondere die große Investitionsbereitschaft lässt vermuten, dass schon bei kleinsten Rückschlägen von Anlegern gekauft wird“, erläutert der Animusx-Geschäftsführer.

Zum anderen dürften auch die US-Börsen eher Rückenwind bieten. Aus der Stimmungslage jenseits des Atlantiks kann kein Ende der Rally abgeleitet werden. Im Gegenteil: Insbesondere US-Privatanleger sind viel zu defensiv positioniert. Und US-Fondsmanager müssen ihre Investitionsquote bis Ende September deutlich erhöhen, um ihren Kunden zeigen zu können, dass sie die Rally nicht verpasst haben.

Bereits vor einer Woche hatte Heibel – im Gegensatz zu den aktuell vielen Skeptikern in der Branche – eine Fortsetzung der angelaufenen Rally prognostiziert.

„Pessimisten haben’s leichter in der Finanzbranche, sie gelten als intellektuell, während jemand, der in schwierigen Zeiten zum Einstieg rät, schnell als verantwortungslos dargestellt wird“, meint Hebel. „Daher noch der Hinweis, insbesondere bei spekulativen Positionen auf Stop-Loss-Marken zu achten, damit Sie die erzielten Gewinne nicht wieder abgeben.“

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen einen deutlichen Stimmungsumschwung: 43 Prozent (plus 23 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) der Umfrageteilnehmer sehen den Dax in einer Aufwärtsbewegung. Nur noch jeder Dritte (minus 14 Prozentpunkte) geht von einer Seitwärtsbewegung aus. Die Stimmung ist somit binnen drei Wochen von Panik (damals minus 6,2) auf Feierlaune (plus 3,7) gedreht. „Es fehlt nicht mehr viel zur Euphorie“, analysiert Heibel.

Und, wie sollte es anders sein, mit den Kursen steigt auch die Selbstsicherheit der Anleger. 51 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) der Befragten antworteten, die steigenden Kurse bereits vor einer Woche so erwartet zu haben, weitere 19 Prozent (plus acht Prozentpunkte) geben sogar an, darauf spekuliert zu haben. Nur noch 22 Prozent (minus elf Prozentpunkte) geben an, diese Rally kaum erwartet zu haben, und weitere neun Prozent (minus zwei Prozentpunkte) wurden sogar auf dem falschen Fuß erwischt.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Auch der in den vergangenen Monaten teilweise extreme Zukunftspessimismus sinkt weiter: Unverändert gehen 31 Prozent von steigenden Kursen in drei Monaten aus, weitere acht Prozent (plus zwei Prozentpunkte) erwarten erst dann eine Topbildung.
Mit 36 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) bleibt gut ein Drittel der Anleger jedoch vorsichtig und geht von einer Seitwärtsbewegung für die kommenden Monate aus.

Nur noch 22 Prozent (minus drei Prozentpunkte) fürchten trotz des nunmehr wieder höheren Kursniveaus eine erneute Abwärtsbewegung. In diesem Jahr waren die Anleger noch nie so bullish wie heute.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Diesem Optimismus sollen auch Taten folgen: Die Investitionsbereitschaft der Anleger ist hoch. 27 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, unverändert 13 Prozent wollen Positionen verkleinern. Derzeit noch unentschlossen über ihre nächsten Schritte sind nur noch 59 Prozent (minus sechs Prozentpunkte) der Umfrageteilnehmer.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart ist deutlich eingebrochen. Ein Wert von minus fünf zeigt, dass die Privatanleger während der Rally viele Short-Produkte gekauft haben, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen. Sie haben sich verstärkt Absicherungsprodukte gekauft, um ihre Depot vor einem plötzlichen Rallyende zu schützen. „Das lässt darauf schließen, dass die Rally bislang insbesondere von ausländischen Investoren ausgelöst wurde“, erläutert Sentimentexperte Heibel.

Institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Eurex absichern, sind da mutiger: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,2 gesunken, es wurden weniger Absicherungsprodukte gekauft als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate (1,5).

In den USA ist man noch nicht so weit. Jenseits des Atlantiks überwiegen bei den Anlageprofis noch die Absicherungen, wie das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigt. Auch US-Fondsanleger sind noch vorsichtig, die Investitionsquote beträgt lediglich 56 Prozent (minus vier Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche). In guten Börsenzeiten ist ein Niveau von deutlich über 80 Prozent typisch.

US-Privatanleger verhalten sich ähnlich wie ihre deutschen Kollegen: Die Bullenquote steht bei minus elf Prozent, die Bären dominieren auch in den USA.

Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit 36 Prozent eine leichte Angst an. Dies ist laut Sentimentanalyse als ein Indiz für eher steigende Kurse zu werten. Kurzfristige Indikatoren signalisieren aber eine baldige Verschnaufpause.

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