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Dax-Umfrage Die Rally kann noch weitergehen – Anlegerstimmung zeigt keinen Grund für Gewinnmitnahmen

Auch wenn der Dax die Marke von 13.000 Punkten überwunden hat, können Anleger noch vereinzelt Aktien kaufen – vor allem eine Art von Wertpapieren.
20.07.2020 - 16:10 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Nach dem Dax-Sprung über die Marke von 13.000 Punkten am heutigen Montag steht für Stephan Heibel fest: „Am Aktienmarkt wird ein positiver Ausgang der zähen Verhandlungen in Brüssel über ein europäisches Konjunkturpaket bereits vorweggenommen.“

Von einer Überhitzung des Markts ist nach Ansicht des Experten für Anlegerstimmung aber wenig zu erkennen. Das zeigen auch die aktuellen Daten der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment, die Heibel jede Woche auswertet. Aufgrund eines Wochenplus von 2,3 Prozent beim Dax herrscht lediglich gute Laune unter den Anlegern, aber noch keine Euphorie, was eher bald fallende Kurse signalisiert.

Sein Fazit: Grundsätzlich gibt es aus Sicht der Sentiment-Analyse noch keinen Grund, Gewinne mitzunehmen. Anleger können auch eventuell neue Aktien kaufen. „Dabei würde ich Aktien von Unternehmen auswählen, die bislang nicht an der Rally teilgenommen haben, jedoch von einem EU-Konjunkturprogramm profitieren würden“, rät der Geschäftsführer des Analysehauses Animusx.

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Ein wichtiger Punkt hat sich gegenüber den Vorwochen geändert. Es gibt nur noch wenige spekulative Käufer. Denn solche Spekulationen haben den Nachteil, dass die Positionen oft sehr schnell wieder aufgelöst werden. Das ist aber nicht mehr zu befürchten.

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    Trotz der Beruhigung am Markt in Sachen Spekulation rät der Sentiment-Experte, „bestehende Positionen mit einem Stop Loss abzusichern, damit bei einem Rückschlag die Verluste nicht zu groß ausfallen“.

    Doch wann könnte die Rally auslaufen? „Erfahrungsgemäß sind Privatanleger die Letzten, die an einer Rally teilnehmen“, meint Heibel. Mehrere Indikatoren zeigen aber, dass viele Privatanleger auf günstigere Einstiegskurse warten, was für eine Fortsetzung der Rally spricht.

    Im Umkehrschluss bedeutet das gleichzeitig, dass die bisherige Rally überwiegend durch institutionelle Anleger getrieben wurde. Sentiment-Experte Joachim Goldberg spricht sogar von einer Rally, die überwiegend aus dem Ausland befeuert wird, während inländische Anleger ungläubig zuschauen.

    „Erst wenn Privatanleger auf den Zug aufspringen, vermutlich zu höheren Kursen, als wir derzeit sehen, wird sich eine Überhitzung am Aktienmarkt zeigen, die das Ende der Rally einleitet“, lautet die Einschätzung des Sentiment-Experten.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Die aktuellen Daten der Umfrage zeigen: Mit einem Wert von plus 2,3 herrscht gute Laune unter den Anlegern. Vor einer Woche war die Stimmung noch neutral. Allerdings zieht die Selbstgefälligkeit nicht mit: Mit einem Wert von minus 0,1 ist die Verunsicherung der Vorwochen zwar verschwunden, von Zufriedenheit ist jedoch auch nichts zu sehen.

    „Das liegt meiner Einschätzung nach daran, dass unsere Umfrageteilnehmer, überwiegend Anleger aus Deutschland, zwar teilweise an der Rally partizipieren, jedoch aufgrund der großen Unsicherheiten der vergangenen Monate noch immer eine ordentliche Portion Barmittel an der Seitenlinie liegen haben“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx.

    Daraus lässt sich schlussfolgern: Viele Privatanleger nehmen nur teilweise an der Rally teil und warten (bislang vergeblich) auf einen Rücksetzer, um auch die Barmittel von der Seitenlinie in Aktien zu investieren.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Erwartungshaltung eher pessimistisch ist. Der Wert von minus 2,1 zeigt ein Übergewicht der Bären. In drei Monaten werden Kurse im Dax erwartet, die niedriger sind als der heutige Stand. Auch die Investitionsbereitschaft ist mit einem Wert von 0,3 entsprechend gering. Auf dem aktuellen Kursniveau möchte kaum jemand Aktien kaufen.

    Diese Zurückhaltung kann jedoch zwei Gründe haben: Zum einen der hohe Pessimismus bei der Erwartungshaltung, zum anderen kann auch die aktuelle Ferienzeit ein Grund für die Zurückhaltung sein: Viele Anleger sind im Urlaub, entspannen mit der Familie und wollen derzeit nichts von der Börse wissen.

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart für Privatanleger zeigt eine wieder zunehmende Absicherungsneigung der Privatanleger. Offensichtlich halten viele Privatanleger Kurse über 13.000 im Dax für zu hoch und sichern ihre Positionen gegen einen Rückschlag ab.

    Ganz anders verhalten sich die Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern: Das Put-Call-Verhältnis ist auf 1,2 abgerutscht und zeigt eine zunehmende Risikofreude der institutionellen Anleger.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    In den USA lässt sich derzeit keine dominante Positionierung ableiten. Das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE notiert im neutralen Bereich. Allerdings zeigen sich US-Fondsmanager optimistisch, denn ihre Investitionsquote ist um sechs Prozentpunkte auf 91 Prozent angewachsen und damit auf dem höchsten Niveau seit der Coronakrise.

    US-Privatanleger hingegen sind eher pessimistisch eingestellt. Mit einem Bärenüberhang von minus 15 Prozent erwarten sie eher fallende Kurse. Die technischen Marktindikatoren sind in einer neutralen Verfassung wie zum Beispiel der „Angst-und-Gier-Index“ der US-Aktienmärkte.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: So erzielen Sie in einer Welt ohne Zinsen noch Rendite

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