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Handelssaal der Frankfurter Börse

Ein Händler schaut skeptisch auf den Bildschirm.

(Foto: Bloomberg)

Dax-Umfrage Die Risiken am Aktienmarkt sind höher als die Chancen auf eine Jahresendrally

Die Privatanleger zocken auf weiter steigende Kurse, haben aber kein großes Vertrauen in die Zukunft. Das ist ein Warnsignal an den Märkten.
09.12.2019 - 15:03 Uhr 1 Kommentar

Düsseldorf Kommt es in den verbleibenden rund zwei Handelswochen noch zu einer Jahresendrally? „Derzeit sehe ich mehr Risiken als Chancen für weiter steigende Kurse“, lautet die Antwort von Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern und weiterer Indikatoren.

Denn von alleine dürfte es zu keiner Rally kommen. Es müsste schon eine positive Meldung erfolgen, damit die Kurse weiter steigen. Beispielsweise wenn die USA und China eine Teileinigung im Handelsstreit verkünden.

„Doch bleibt eine solche Meldung aus, besteht die Gefahr eines weiteren, und diesmal nachhaltigeren Rückschlags“, meint der Sentimentexperte.

Der Grund für seine Einschätzung liegt im unterschiedlichen Verhalten der beiden Anlegergruppen. Auf der einen Seite die Privatanleger. Sie sind hoch investiert, zocken noch auf weiter steigende Kurse, haben aber kein großes Vertrauen in die Zukunft. „Das ist ein Warnsignal“, erläutert der Inhaber des Analysehauses Animusx.

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    Anders verhalten sich auf der anderen Seite die Profianleger. Sie sind derzeit nur gering investiert und haben ihre Buchgewinne am Terminmarkt abgesichert. Institutionelle Anleger warten also auf einen weiteren Rücksetzer, bevor sie sich stärker engagieren.

    Grafik

    „Vielleicht haben auch institutionelle Anleger schon ihre Bücher für das Jahr 2019 geschlossen und warten nun geduldig darauf, das Kalenderblatt ins neue Jahr zu wenden“, meint der Sentimentprofi.

    Der Dax habe mit einem Jahresplus von mehr als 25 Prozent das negative Szenario des vergangenen Börsenjahres mehr als wettgemacht. Und wer will schon so kurz vor Weihnachten von den Launen eines Donald Trumps auf dem falschen Fuß erwischt werden und unnötige Verluste hinnehmen? Entsprechend sei die Investitionsbereitschaft deutlich zurückgegangen.

    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent

    Insgesamt ist die Situation mit der von vor einer Woche vergleichbar. Bereits am vergangenen Montag war für Heibel klar, dass der nächste Schub für eine Jahresendrally entweder von internationalen Anlegern kommen müsse, die Deutschland als Investitionsland entdecken, oder aber durch die einheimischen institutionellen Anleger, deren Investitionsquote noch moderat ist und die Spekulationen auf steigende Kurse in den vergangenen Wochen zurückgefahren haben.

    Der große Unterschied zur Vorwoche: Privatanleger haben ihre Spekulationen auf steigende Kurse deutlich erhöht. Das ist ablesbar am Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird. So haben zwar private Anleger in den vergangenen Tagen Gewinne mitgenommen, sind aber laut der ausführlicheren Sentimentumfrage des Analysehauses Animusx immer noch in hohem Umfang investiert.

    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent

    Die Folge: Somit steht noch weniger Kapital zur Verfügung, mit dem Privatanleger die Kurse weiter in die Höhe treiben könnten. Und sollten die Kurse abrutschen, müssen sie ihre risikoreichen Hebelprodukte schnell verkaufen, damit die Verluste nicht ausufern.

    In der vergangenen Handelswoche verlor der Dax innerhalb von zwei Tagen mehr als 400 Punkte. Am Freitagabend lag das Minus noch bei 0,5 Prozent.

    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
    Angaben in Prozent

    Was bedenklich stimmt: Diese fallenden Kurse wie in der vergangenen Woche werden im Normalfall als Schnäppchenkurse betrachtet, eigentlich sollte die Zukunftserwartung steigen. Doch das Gegenteil war der Fall. Einige Anleger sind mit ihrer Antwort bei der Frage „In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte in drei Monaten“ ins Lager der Bären gewechselt. Sie erwarten dann fallende Kurse. Insgesamt ist die Erwartungshaltung aber noch neutral.

    In den USA zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE pendelt dort auf neutralem Niveau. Auch die Investitionsquote der US-Fondsmanager ist mit 78 Prozent moderat und die Bullenquote der Privatanleger in den USA, also derjenigen, die steigende Kurse erwarten, liegt bei neutralen drei Prozent.

    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent

    Mehr: Top-Manager kaufen bei kleinen Aktien groß ein.

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    1 Kommentar zu "Dax-Umfrage: Die Risiken am Aktienmarkt sind höher als die Chancen auf eine Jahresendrally"

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    • Eine der wichtigsten Anleger-Weisheiten gilt auch hier:

      >> "Der Markt kann länger irrational bleiben als man selber solvent!" <<

      Dass gerade die wichtigsten Aktienmärkte fundamental überbewertet sind, hat hier neulich Robert Shiller nochmal dargelegt:
      https://www.handelsblatt.com/politik/international/oekonomie-nobelpreistraeger-us-oekonom-shiller-die-rezession-wird-kommen/25294782.html
      Shillers Ansichten über Donald Trump teile ich übrigens nicht. Richtig ist allerdings, dass Trump wohl insbesondere die US-Börsen sehr genau beobachtet (bzw. beobachten lässt; wozu hat man denn ein hochbezahltes PPT?), und immer dann, wenn es "kritisch" wird, stützt - und sei es bloß durch ein "Gezwitschere".
      Ich bin überzeugt davon, dass Trump auf diese Weise (quasi im Alleingang) an Weihnachten letzten Jahres die Börsen "stabilisiert" hat, als deren Totalabsturz drohte. (Sowas Ähnliches tat die Kombination Merkel / Steinbrück bei uns vor einigen Jahren, als sie kurzerhand die Bankeinlagen für "sicher" erklärte.)
      Theoretisch können die Börsen auch noch weiter steigen, wenn die Notenbanken die Geldmenge wieder massiv aufblähen. Das bedeutet dann jedoch nicht, dass die Anleger weiterhin steigende Unternehmensgewinne erwarten, sondern eben nur, dass die Kaufkraft des Geldes sinkt: es wird nämlich einfach nur teurer, eine Unternehmensbeteiligung (in Form von Aktien) zu erwerben.

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