Dax-Umfrage „Die Selbstgefälligkeit der Anleger ist gefährlich“

Nach der Kursrally seit Jahresbeginn scheint vielen Anlegern die Sache doch zu heiß zu werden. Für die kommenden Wochen sind sie pessimistischer – doch genau das könnte ein Signal zum Kaufen sein.
8 Kommentare
Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt. Quelle: Getty Images

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfDie Schuldenkrise und die Neuwahlen in Griechenland konnten der Stimmung der Dax-Anleger in den vergangenen Wochen nichts anhaben. Seit Jahresbeginn ist der deutsche Leitindex um zwischenzeitlich etwa zwölf Prozent nach oben geklettert. Doch seit dem neuesten Allzeithoch am vergangenen Dienstag geht es wieder leicht bergab.

In den Fokus der Investoren sind inzwischen auch weitere Krisenherde gerückt, so sorgte zu Wochenbeginn insbesondere die Ukraine-Krise für Kursverluste im Dax. Daneben bleibt auch Griechenland im Fokus: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte, es zeichne sich ein fauler Kompromiss ab. Dieser stärke die Reformgegner in anderen Problemländern wie Italien sowie Frankreich und verwandle die Währungsunion endgültig zu einer Transferunion.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?

in Prozent


„Nach einer Rally von zwölf Prozent seit Jahresbeginn ist die Selbstgefälligkeit der Anleger sehr groß“, sagt Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx. „Der tief liegende Optimismus im Menschen wurde bedient.“ Auch, wenn der eine oder andere Anleger nicht voll investiert sei, so freue er sich doch über die erzielten Gewinne und sehe sich in seiner grundlegenden Anlagestrategie, in Aktien zu investieren, bestätigt. Zuletzt gaben dreiviertel der Anleger an, die Kursentwicklung so erwartet zu haben.

Heibel interpretiert die Ergebnisse des Handelsblatt-Dax-Sentiments, einer wöchentlichen Umfrage unter knapp 1500 Marktteilnehmern zur Börsenstimmung. „Das Lager derer, die in der aktuellen Entwicklung eine Seitwärtsbewegung sehen, hat in der vergangenen Woche den größten Zulauf erhalten (von plus fünf Prozent auf 17 Prozent)“, erklärt Heibel. Der Aufwärtsimpuls sei nach Meinung der Anleger zu Ende und acht Prozent seien aus diesem Lager abgewandert. „Die meisten Anleger sehen derzeit eine Topbildung (44 Prozent)“, so der Analyst.

Für die kommenden drei Monate erwarten sie nun einen Abwärtsimpuls (36 Prozent). Das Lager der Pessimisten werde auch direkt von den Optimisten (20 Prozent) und den Neutralen (24 Prozent) genährt. Entsprechend wollten die meisten Anleger verkaufen (28 Prozent) und verglichen mit der Vorwoche nur noch wenige kaufen (22 Prozent).

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?

in Prozent


„Man muss kein Hellseher sein, um nach zwölf Prozent Kursgewinn auch einmal mit einer Korrektur zu rechnen“, so Heibel. Auch die politischen Entwicklungen nähren diese Erwartung. Schließlich hätten die Verhandlungen mit Griechenland sowie der Konflikt mit Russland um die Ukraine-Krise eine Art Endspielcharakter. Doch Heibel schließt aus den Angaben der Anleger, dass genau das Gegenteil eintreten werde als diese erwarten: „Viele Anleger haben bereits Gewinne mitgenommen und sind unterinvestiert. Sie werden die heute begonnene Korrektur nicht verschärfen, denn sie haben nichts mehr zu verkaufen.“

Pessimismus ist ein Kontraindikator
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Dax-Umfrage - „Die Selbstgefälligkeit der Anleger ist gefährlich“

8 Kommentare zu "Dax-Umfrage: „Die Selbstgefälligkeit der Anleger ist gefährlich“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Bauer, die wohl beste Bemerkung, wenn die s.g. Analysten bzw. Spezialisten wüssten was passiert würden wir derer Kommentare nicht zu Gesicht bekommen. Die wären dann eher auf einer Südseeinsel und würden sich über ihre Kontoauszüge freuen. Sorry, aber ein gesunder Verstand kann manchmal mehr helfen kombiniert mit pers. Intuition.

  • Interessant ist auch, dass hier lediglich Meinungen von Umfragen wieder gegeben werden und dann behauptet wird "Wenn alle dagegen sind, muss es aufwärts gehen". Ein Blick auf die Vola-Indizes V2TX zeigt doch, dass die Nervosität ansteigt (heute um +16%) und immer mehr iNvestoren anfangen, sich abzusichern, d.h. nicht mit steigenden, sondern mit fallenden Kursen rechnen. Das Call/Put-Verhältnis (aktuell 1,29) zeigt, dass die Mehrheit der V2TX-Investoren mit einem weiteren Anstieg der Vola rechnet. Beim VIX ist das Verhältnis sogar noch größer.

  • "Verarscht" wird nur der der sich verarschen lässt.
    Pessimismus ist für den Aktienkauf GOLD wert. Endlich kommt man dann wieder billiger rein.
    Denn Aktien sind Sachwerte und daher alternativlos und kann man zu jedem Zeitpunkt kaufen.
    Zaudern Sie nicht sondern stocken Sie ihr Depot auf.

  • Weil, wenn man die richtigen Aktien zum richtigen Zeitpunkt kauft, man keine Verluste macht.
    Sehen Sie zum Beispiel mein Depot,also nicht wirklich,geht in einem anonymen Forum ja nicht,da müssen Sie schon glauben was ich behaupte,also ich habe nur big player gekauft,wenn es dann mal fällt....auch egal...ich denke langfristig...also in 20 -40 Jahren....und in dieser laaangen Zeit gibt es noch die Dividende.

  • Wer schriebt eigentlich die Werbeartikel für HB? Warum sollte Pessimismus ein Signal zum Kaufen sein? Ist ein drohender Absturz ein Signal zum Springen? Liebes HB, was zahlt man Ihnen dafür, dass sie ständig "Kaufen, Kaufen, Kaufen" schreiben?

    Der Ölpreis steigt, der EUR steigt, Griechenland steht vor der Pleite und Sie werben immer noch für Aktien? Da widersprechen Sie sich doch selbst.

    Herr Mühlbauer (sind Sie der von TP?), unter den Artikeln sollte stets eine Erklärung stehen, in wessen Interesse der Autor den Artikel schreibt. Denn die spannende Frage bleibt auch hier, ob der Autor seinen eigenen Empfehlungen folgt oder für eine Institution wirbt, damit unerfahrene Anlegern den Instituten ihre überbewerteten Titel abkaufen. Wie sehr die Bürger von unseriösen "verarscht" wurden, hat man ja zur DotCom-Zeit gesehen.

  • Herr Bauer. Rauchen kann tötlich sein. Steht auf jeder Zigarettenschachtel. Wieso steht unter den Börsenanalystenkommentaren nicht eine Einblendung (Spekulationen können mit finanzellen Verlusten enden)

  • Herr Mühlbauer, der allerletzte Punkt den Sie nannten trifft zu.

    Andererseits ist es ggf. auch verkehrt von einem "Job" zu reden. Den wenn das jemand als Job könnte, dann wäre er längst Fantastillionär (um in der Sprache Onkel Dagoberts zu reden).
    rsch
    Nein, niemand weiß sicher irgendwas. Einzig geht es um Waheinlichkeiten bei (halbwegs) planbaren Geschäftsmodellen führender companies und der dann eintreffenden Wahrscheinlichkeit wie wohl diese Bewertung der companiy langfristig wohl aussieht.

  • Ich will keinen Kommentar abgeben. Ich habe nur eine Frage.Wie kann es sein, daß vor zwei,drei Monaten Börsenanalysten von 13 000 bis 16 000 DAX Punkte bis Ende 2015 schwärmten, jetzt aber, vor genau 5 Minuten auf n-tv ein Börsenfachmann von 11 000 Punkte bis Ende 2015 spricht. Keine Ahnung ist das vorsätzliche Verdummung um die Leute ums Geld zu bringen (Provisionsvertrag) oder haben die wirklich keine blassen Schimmer von ihren Job.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%