Dax-Umfrage Donald Trump und die große Verunsicherung

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat die Stimmung an der Börse gedreht. Eine exklusive Analyse zeigt, wie sich die widersprüchlichen Aussagen der Anleger bald auflösen dürften.
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Anleger sind verunsichert: Zum einem glauben Sie, dass die Rally bald beendet ist. Doch viele von ihnen planen weitere Aktienkäufe.
Börsenkurse

Anleger sind verunsichert: Zum einem glauben Sie, dass die Rally bald beendet ist. Doch viele von ihnen planen weitere Aktienkäufe.

DüsseldorfWas für eine Börsenwoche! Nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei der Wahl zum US-Präsidenten entlud sich die Zurückhaltung der Anleger der vergangenen Monate binnen weniger Stunden. Aus vorbörslich minus drei Prozent schoss der Dax ins Plus, eine Schwankung von fünf Prozentpunkte an nur einem Tag.

Es folgte eine Rally in genau den Titeln, die unter einem US-Präsidenten Donald Trump profitieren werden: Bau, Pharma, Banken. Zum Ende der Woche wurden dann diejenigen Aktien verkauft, die bei einem „weiter wie bisher“ bevorzugt worden wären: Technologie und Wachstumsaktien, die unabhängig von der Konjunktur laufen.

Was hat der Trump mit dem Dax gemacht? Eine Analyse

Eine Entwicklung, die für den Börsenexperten Stephan Heibel nicht sehr überraschend kam. Am vergangenen Montag sagte er, viele Anleger hätten „den Finger am Abzug, beziehungsweise „auf der Kauf-Taste des Computers“ – warteten aber noch wegen der Unsicherheit in Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen ab. „Die Stimmung ist inzwischen stark genug heruntergeprügelt, so dass eine heftige Rally durchaus möglich erscheint“, interpretierte Heibel vor sieben Tagen die jüngsten Umfrageergebnisse. Allerdings müsse auch die Möglichkeit eines „reinigenden Gewitters“ vor der zu erwartenden Rally in Betracht gezogen werden, warnte der Experte damals vor einseitigem Optimismus.

Hin und her an den Finanzmärkten

MXN/USD

WKN
ISIN
Börse
XRATE

+0,00 +0,48%
+0,05
Chart von MXN/USD
Peso
1 von 6

Die mexikanische Währung reagiert besonders empfindlich auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. Denn Kandidat Donald Trump will den Handel zwischen den Ländern einschränken, sollte er ins Weiße Haus einziehen. Das nun designierte Staatsoberhaupt hatte neben Straffzöllen angekündigt, das Handelsabkommen NAFTA kippen oder neu verhandeln zu wollen. Trump hatte sogar den Bau einer Mauer zwischen Mexiko und den USA in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs gestellt.

NIKKEI 225 INDEX

WKN
ISIN
JP9010C00002
Börse
TOKIO

+78,34 +0,35%
Chart von NIKKEI 225 INDEX
Nikkei
2 von 6

Der japanische Aktienmarkt war während der Wahlnacht geöffnet – der wichtige Nikkei 225 gab deutlich nach. Der Stahlkonzern Mitsui sackte um mehr als acht Prozent ab, der Baumaschinenhersteller Kubota sieben Prozent. Die Flucht in den Yen, der als ein sicherer Hafen unter den Währungen gilt, sorgte für weiteren Druck, verschärft diese doch die anhaltende Abwertung der japanischen Währung. Viele Exporteure haben durch die Währungseffekte massive Gewinneinbrüche zu verkraften.

EUR/USD SPOT

WKN
ISIN
EU0009652759
Börse
FX

+0,01 +0,56%
+1,14€
Chart von EUR/USD SPOT
Euro
3 von 6

Gerade am Devisenmarkt, der immer mal wieder für Turbulenzen gut ist, hat die Wahlnacht Spuren hinterlassen. Angesichts des sich anbahnenden Sieges Trumps hatte der Euro im Nachthandel massiv aufgewertet. Um mehr als anderthalb Prozent ging es dabei rauf über die 1,12 Dollar-Marke. Mit Europas Handelsstart beruhigte sich die Lage für die Gemeinschaftswährung wieder – und das obwohl Trump nun doch das Rennen gemacht hat.

Gold Spot

WKN
ISIN
XC0009655157
Börse
FX

+3,73 +0,36%
+1.035,79€
Chart von Gold Spot
Gold
4 von 6

Der Vorsprung Hillary Clintons im Vorfeld des Wahltags hatte den Goldpreis unter Druck gesetzt. Mit dem Triumph des Immobilien-Tycoons nun die Wende: Das Edelmetall, ein zuverlässiger Indikator für die Verunsicherung an der Börse, schoss über die 1300-Dollar-Marke je Feinunze.

S&P 500 - CME

WKN
ISIN
XC0009690048
Börse
CME

+7,10 +0,25%
Chart von S&P 500 - CME
S&P 500 Futures
5 von 6

Experten prognostizierten für die Wall Street Ausschläge von bis zu zwei Prozent – unabhängig vom Wahlausgang. Aktuell scheint es, als ob die Profis recht behalten. Die Futures für den breiteren der beiden US-Leitindizes, den S&P-500, verloren zwei Prozent. Die Derivate geben einen Vorgeschmack darauf, wie die US-Börsen am Mittag eröffnen werden.

Anm.: Die Daten des S&P Futures aktualisieren sich in dieser Darstellung mit Zeitverzögerung.

ESTX BANKS INDEX (PRICE) (EUR)

WKN
ISIN
EU0009658426
Börse
DJSTOXX

-0,80 -0,76%
0,00€
Chart von ESTX BANKS INDEX (PRICE) (EUR)
Europäische Banken
6 von 6

Die Geldhäuser der Eurozone standen ganz oben auf den Verkaufsblöcken der Händler. Die Branche sieht sich durch Trumps Wahlsieg mit gleich mehreren Problemen konfrontiert. Zum einen befürchten Investoren mit der neuen US-Führung eine härtere Gangart in der Aufarbeitung von Rechtswidrigkeiten aus der Finanzkrise – die Deutsche Bank ringt immer noch um eine Reduktion der ausgerufenen Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar. Zum anderen sehen Anleger die Kapitalbeschaffung in Zeiten zunehmender Verunsicherung erschwert – auch das trifft vor allem Deutschlands größtes Geldhaus.

Wöchentlich werden bei dieser Erhebung mehr als 2.300 Anleger gefragt, wie sie die Lage an den Aktienmärkten einschätzen. Die Ergebnisse bewertet Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Seine Prognosen zur Dax-Entwicklung sollen Orientierung für die Geldanlage bieten.

Und wann wird der Dax aus seiner monatelangen Seitwärtsspanne zwischen 10.827 Punkten auf der Ober- und rund 10.200 Zählern auf der Unterseite ausbrechen? „Für die kommende Woche enthält die aktuelle Stimmungslage wenig Aussagekraft“, schränkt Heibel ein. Der Schiefstand der Vorwochen wurde nun abgebaut. Die meisten Stimmungsindikatoren sind auf neutralem Niveau, wenn man von der nach wie vor großen Verunsicherung absehe. „Kaufinteresse ist vorhanden, man traut sich nur noch nicht so recht“, sagt er.

Doch sollte es Donald Trump in den kommenden Wochen gelingen, sich als wahrlich präsidialer, bedachter Politiker zu positionieren, insbesondere indem er erfahrene Politiker in die von ihm zu besetzenden Ämter beruft, könnte die Rally durchaus nochmals neuen Zunder erhalten. Wählt er hingegen radikale oder unbekannte Minister, dürften sich Anleger zurückhalten. „Das Risiko eines heftigen Ausverkaufs sehe ich für die kommenden Wochen bis zu seiner Vereidigung am 20. Januar aber nicht“, meint Heibel.

Ist der Dax an seine Grenzen gelangt?
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16 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Donald Trump und die große Verunsicherung"

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  • Donald Trump und die große Verunsicherung
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    Die Börsen scheinen ihre "Pappenheimer" nicht wirklich zu kennen. Dabei ist der Fahrplan doch sichtbar. "The Donald" ist mehrfacher Dollar-Milliardär, verzichtet - bis auf 1 Dollar - auf das Gehalt für den Präsidenten (400.000 Dollar/Jahr) und hat sein Geld in bekannten Branchen gemacht. Folglich wird genau in diesen Branchen der Aufschwung kommen, der auch "The Donald" + Anhang weitere Milliarden in die Taschen spülen dürfte ----- natürlich alles lupenrein und gesetzeskonform, da Neider schon auf Fehltritte warten und mit einem Impeachment-Verfahren liebäugeln.
    Fazit : Der Mann ist superclever und für ihn ist ALLES Business --- auch die Politik und das Amt des US-Präsidenten.
    Politisch unerfahren meinen "Experten" ? Er kann Kapitalismus in Reinkultur !
    Die verschiedenen ideologischen Spielarten überläßt er gerne den Europäern zum "abarbeiten" und die dabei sich einstellenden Verluste im Politgeschäft werden den Europäern zugewiesen, so wie es eigentlich immer im US-Politgeschäft gewesen ist.
    So gesehen wird sich Mr. Trump auch mit Herrn Putin, der zwischenzeitlich allen Ideologien abgeschworen hat, gut verstehen.



    Die "soziale Goldader" wurde bisher nur in der BR im Zusammenhang mit der massenhaften Zuwanderung entdeckt !

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Es ist mir ein Bedürfnis an dieser Stelle die Wahrheit zu veröffentlichen. Nichts als die Wahrheit, durch Fakten und nachweisbare Quellen unterlegt und

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ Herr Marc Hofmann

    Bravo!

  • Bedeutet für mich im Umkehrschluss entweder europäische Transferunion mit allen Vor- und Nachteilen, oder deregulierter Freihandel, inkl. Euro- und EU Ende mit einem einhergehenden deutschen Wirtschaftseinbruch um mind. 7% jährlich.
    Wie wollen Sie das Problem am Devisenmarkt lösen @ Herr Hofmann, wenn der Markt dann die Dinge regelt?

  • @ Hallo Herr Hofmann,
    „Da waschen alle Verantwortlichen sofort ihre Hände in
    Unschuld und berufen sich auf den Freihandel, in den sie nicht eingreifen dürften:
    Wenn die Menschen aus dem Rest der Welt deutsche Waren so gern kauften und die
    Deutschen im Vergleich dazu ausländische Güter nicht ebenso schätzten, dann könne
    man daran eben nichts ändern, so seien Marktwirtschaften, der internationale Handel,
    ja die Freiheit selbst nun mal gestrickt. Jeder kehre vor seiner eigenen Türe und
    kümmere sich um seine eigene Wettbewerbsfähigkeit, dann kämen etwa störende
    internationale Ungleichgewichte schon ganz von selbst dank der „Marktkräfte“ wieder
    in Ordnung. Dass diese Ansicht grober Unfug ist, haben wir bereits in vielen Beiträgen gezeigt. Dass selbst die Regierung in Berlin und die Verantwortlichen in Frankfurt und Brüssel das im Grunde wissen, kann man daran sehen, dass sie Deutschland nicht auffordern, den Euroraum zu verlassen. Dann nämlich gäbe es ganz von allein eine schlagartige Korrektur der Ungleichgewichte durch die „Marktkräfte“ (nämlich in erster Linie durch die am Devisenmarkt), in deren Gefolge der so gefeierte Freihandel über Nacht dafür sorgen würde, dass Deutschlands Überschüsse auf null, vermutlich sogar unter null sänken. Das wäre dann mit einem Wirtschaftseinbruch in Deutschland von 7%und mehr verbunden. Würden dann die gleichen Leute, die heute dem Freihandel und den Marktkräften das Wort reden, weiterhin behaupten, der Staat könne, solle und
    dürfe nicht eingreifen? Nun ja, das ist eigentlich eine müßige Frage. Auf die Meinung
    dieser Leute käme es dann vermutlich nicht mehr an, weil sie in der Politik eines
    Landes keine Rolle mehr spielen dürften, das im Chaos versinkt.“
    Zitat: Friederike Spiecker / http://www.flassbeck-economics.de/koennen-importueberschuesse-aus-vermoegen-bezahlt-werden/?output=pdf)

  • Hier gibts alle Daten dazu:
    http://www.flegel-g.de/entwicklung-abgeordneten-entschaedigung.html

  • Ich habe auch noch etwas zum Thema „Populismus“ und „Ursache-Wirkungsprinzip“ am Beispiel der Politiker-Diäten zusammengetragen:
    Diät 2002: 6878 € - Diät 2016: 9327,16 € - Diätenerhöhung insgesamt = 2449.16 €. Wenn man das jetzt mal prozentual umrechnet, hat sich die Politik die Diäten seit 2002 um exakt 27,26 % erhöht! Zudem kommt die steuerfreie Aufwandspauschale, schauen wir da mal genau hin. Pauschale 2002: 3417 € - Pauschale 2016: 4305,46 € - 2002 bis 2016 Erhöhung um = 888,46 €
    Die steuerfreie Pauschale stieg seit 2002 bis 2016 um 20,64%.
    Zusammengefasst: Von 2002 bis heute 2016 Gesamterhöhung der Politikerbezüge um 3337,62 €.
    Wo wir dann wieder bei den den 30 % Reallohn- und Kaufkraftverlusten (in Bezug auf den (Weich)Euro zur (Hart)D-Mark!) der meisten beschäftigten Deutschen wären, die nämlich diese Lohnsteigerungen im Gegensatz zu unseren Politikern nicht erhalten hatten, siehe Agendapolitik, Leiharbeit und Reallohnstagnation seit 2002 - soviel zum Thema Populisten und Ursache-Wirkungsprinzip!

  • @Stefan Andreas Balica-Theis
    Die Vernichtende Abwahl der Clinton-Demokraten Mafia und der Brexit machen es schwieriger die Ausbeutung der Deutschen und Europäischen Völker durch diese korrupte und marktfeinldiche Grün-Kommunistische Kapitalgieirige Merkel-EU auszublenden.
    Und in Zukunft wird den menschen immer mehr bewusster werden, wie sehr diese unter dieser kommunistischen Geldmafia einer Grün-Sozialistischen Merkel-EU (Politiker) beschießen und geplündert worden. Als Sklaven hätten die Deutschen und Europäer den Eliten im EU-Merkel Sozialismus dienen sollen. Die Grünen zeigen dies mit ihrer Politik jeden Tag...wie sehr diese die deutsche freie Marktgesellschaft und Demokratie-Rechtsstaat mit den Füssen treten.

    Der nächste Schlag gegen diese Grün-Sozialistische EU-Merkel Mafia wird aus Österreich, mit der Wahl von Hofer, kommen. Danach wird Frankreich mit Le Pen kommen und zur Krönung werden wir, in Deutschland, die Chance dazu haben diese Grün-Sozilaistische Merkel-EU mit der Wahl der AfD abzuwählen. Danke!

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