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Dax-Umfrage Fortsetzung der Börsenrally möglich – „Rücksetzer sind Kaufgelegenheiten“

Auch wenn an diesem Montag Katerstimmung am deutschen Aktienmarkt herrscht: Langfristig orientierte Anleger dürften bald für eine positive Wende sorgen.
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Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Der deutsche Leitindex

Bild aus dem Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Zum Start in die neue Handelswoche kann der Dax nicht an die Rally vom vergangenen Freitag anknüpfen. Der deutsche Leitindex liegt nach einem Plus von mehr als 350 Punkten am Freitag an diesem Montag deutlich im Minus und ist am Vormittag unter die Marke von 12.400 Punkten gerutscht.

Nach Meinung von Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, kein ungewöhnlicher Vorgang: Gewinnmitnahmen verunsichern viele Anleger, die dadurch die Teileinigung im Handelsstreit zwischen China und USA als negativ bewerten. Die Gewinnmitnahmen erhöhen so den Verkaufsdruck.

Anschließend dürften aber langfristige orientierte Anleger wieder Aktien auf einem niedrigen Kursniveau kaufen und für eine positive Wende sorgen.

Für Heibel steht nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern und weiterer Indikatoren fest: Rücksetzer sind Kaufgelegenheiten, die Stimmungslage lässt eine Rally zu.

Denn mittelfristig ist es überaus positiv, dass die Monate der Eskalation nun offenbar von Monaten der Deeskalation abgelöst werden. Diese Überzeugung dürfte sich laut Heibel in den kommenden Tagen durchsetzen.

Auch die Quartalszahlen, die ab diesem Dienstag in den USA und ab kommenden Montag in Deutschland veröffentlicht werden, dürften vor dem Hintergrund einer sich bessernden globalen Konjunktur betrachtet werden.

Inhaltlich gibt die Annäherung zwischen China und den USA im Handelsstreit nach Ansicht von Heibel nicht viel her: „Die meisten Probleme bleiben ungelöst“.

Der einzige Unterschied: Ab jetzt verhandelt ein wohlwollender Donald Trump weiter. Bislang hatte der US-Präsident jede Gelegenheit zur Eskalation genutzt, künftig könnten mehr und mehr Teillösungen verkündet werden.

Das sei zwar nicht die die Lösung aller Probleme, könnte aber über Monate für eine positive Börsenstimmung sorgen.

Grafik

Aus Stimmungsumfragen wie dem Handelsblatt Dax-Sentiment lässt sich – vereinfacht gesagt – Folgendes ableiten: Bei Euphorie sind die meisten Anleger investiert, und es fehlt weitere Nachfrage, sollten die Kurse fallen. Falls extremer Pessimismus herrscht, haben die meisten Investoren bereits verkauft, und es reichen wenige Käufer, um die Kurse steigen zu lassen.

Wie sehr die Börse auf Hoffnungen reagiert, zeigt die Entwicklung der vergangenen Woche. Der Dax stieg in diesem Zeitraum um 4,2 Prozent, obwohl es im Wesentlich keine Fakten gab, die solch einen Kurssprung rechtfertigen konnten.

Lediglich die Hoffnung auf einen guten Ausgang der Verhandlungen zwischen China und den USA in Sachen Handelsstreit und Hoffnung in Sachen Brexit bewegten die Anleger.

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In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Aber so „ticken“ die Aktienmärkte: Wenn die Fakten bekannt sind, ist der Großteil der Kursbewegung häufig schon vorbei. In der ersten Oktoberwoche war die Stimmung eingebrochen, entsprechend reichten kleine Hoffnungen in der vergangenen Woche für einen Kurssprung aus.

Bei der Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment gilt zu beachten: Die meisten Umfrageteilnehmer haben im Laufe des Freitags abgestimmt. Erst Freitagabend wurden Details über die Teileinigung Chinas mit den USA in Sachen Handelsstreit bekannt.

Die US-Börsen, die zu diesem Zeitpunkt noch eine halbe Stunde offen waren, gaben anschließend einen Teil Ihres Tagesgewinns ab. Es waren wahrscheinlich Gewinnmitnahmen aufgrund der „guten Nachrichten“ im Handelsstreit.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage: Mit 49 Prozent (plus 18 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) betrachten die meisten Anleger die Entwicklungen der vergangenen Woche als Seitwärtsbewegung. Nur noch 13 Prozent (minus 37 Prozentpunkte) gehen von einem Abwärtsimpuls aus. Gut jeder fünfte Anleger (21 Prozent, plus 16 Prozentpunkte) will die nächste Aufwärtsbewegung erkennen.

Das Sentiment ist somit aktuell neutral. Der Stimmungsumschwung im Vergleich zur Vorwoche ist zwar groß, aber nicht außergewöhnlich.

Nur noch 13 Prozent (minus 22 Prozentpunkte) der Umfrageteilnehmer geben an, von dem plötzlichen Kurssprung der vergangenen Woche auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein, weitere 35 Prozent (plus drei Prozentpunkte) sehen ihre Erwartungen der Vorwoche als kaum erfüllt an.

Überraschenderweise wollen 43 Prozent (plus 18 Prozentpunkte) die Entwicklung der vergangenen Handelswoche zum größten Teil erwartet haben. Weitere neun Prozent (plus zwei Prozentpunkte) wollen sogar darauf spekuliert haben.

Die extreme Verunsicherung der Vorwoche ist kleiner geworden, Selbstzufriedenheit sieht aber anders aus.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

In drei Monaten erwarten 29 Prozent (plus vier Prozentpunkte) den Dax auf einem höheren Niveau. Lediglich 17 Prozent gehen von fallenden Kursen aus. Mit 44 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) erwarten die meisten Anleger eine Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten.

Wenngleich viele Anleger neutral eingestellt sind, steigt die Investitionsbereitschaft auf den höchsten Wert des gesamten Jahres. Fast jeder vierte Anleger (24 Prozent, plus drei Prozentpunkte) will in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. Nur noch 11 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) wollen ihre Positionen verkleinern. Unverändert 65 Prozent haben sich in Sachen kaufen oder verkaufen noch nicht entschieden.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart zeigt eine neutrale Positionierung der Privatanleger an. Die großen Absicherungspositionen der Vorwochen, als die privaten Anleger sehr viele Short-Produkte in ihren Depots hatten, wurden aufgelöst. Auch die Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Absicherungspositionen verkauft. Das Put/Call-Verhältnis ist mit einem Wert von 1,1 im neutralen Bereich.

In den USA sichern sich hingegen die institutionellen Investoren weiter vor fallenden Kursen ab, ablesbar am Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE. Das Verhalten spiegelt sich auch in der niedrigen Investitionsquote der Fondsmanager wider: Sie ist mit 57 Prozent auf dem niedrigen Niveau der Vorwoche verblieben.

Auch die Bullenquote der US-Privatanleger zeigt mit einem Wert von minus 18 Prozent einen deutlichen Überhang der „Bären“, die privaten US-Anleger sind extrem pessimistisch.

In den USA sind sowohl Privatanleger als auch die Profis pessimistisch. Solch ein Verhalten gilt als Kontraindikator und dürfte zumindest fallende Kurse verhindern. Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 43 Prozent eine neutrale Verfassung an, ebenso wie weitere kurzfristige Indikatoren.

Mehr: Top-Manager kaufen wieder mehr Aktien - aber auch die Verkäufe steigen

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