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Dax-Umfrage Gewinner- und Verliererbranchen gibt es nicht mehr – Anleger wählen Aktien differenzierter aus

In den vergangenen Monaten der Corona-Rally wurden Papiere von Unternehmen ganzer Branchen gekauft oder abgestraft. Doch die Betrachtung hat sich geändert.
14.09.2020 - 14:38 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Die Finanzmärkte in den USA haben einen heftigen Umschwung erlebt. Fondsmanager haben ihre Investitionsquote fast halbiert und offenbar viele Technologie-Titel verkauft. Nun suchen sie nach dem neuen Thema für den möglichen Wiedereinstieg. Fokussieren sie sich in der zweiten Jahreshälfte noch immer auf die Corona-Pandemie – oder auf den wirtschaftlichen Aufschwung? Von der Antwort hängt entscheidend ab, welche Aktien Investoren ins Portfolio aufnehmen sollten.

Stephan Heibel, Experte für Anlegerstimmung, sagt: „Das ist die falsche Frage.“ Er wertet jede Woche die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern aus. Die Aufteilung in Corona-Gewinner- und Verliererbranchen, die sich in den vergangenen Monaten auch an den Märkten abzeichnete, gibt es für den Inhaber des Analysehauses Animusx nämlich nicht mehr.

„Die Zeit, in der alle Papiere aus dem Gesundheitssektor in den Himmel gejubelt und alle Logistik-Aktien ausverkauft werden, ist vorbei“, meint Heibel. Nicht mehr die Branche steht im Vordergrund, sondern die Fragen: Wie gut ist das Unternehmen aus der Krise gekommen? Und wie hat sich diese Aktie bislang entwickelt? Im Fokus stehen sogenannte Nachzügler-Aktien: Papiere mit Aufholpotenzial, deren wirtschaftliche Aussichten Anleger bislang nicht richtig gewürdigt haben.

Wie wenig die jeweilige Branche noch eine Rolle spielt, zeigte bereits die vergangene Handelswoche, als der Dax um knapp drei Prozent zulegen konnte. Von Gesundheit (Stratec Biomedical plus zehn Prozent), Industrie (Pfeiffer Vacuum und Deutz jeweils plus neun Prozent), Chemie (Fuchs Petrolub plus acht Prozent), Bauwirtschaft (Wacker Neuson plus acht Prozent) bis hin zur Technologiebranche (Elmos plus zehn Prozent): Gewinneraktien gab es aus fast jeder Branche.

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    Dieses bunte Bild bei der Branchenbetrachtung zeigt: Anleger beginnen zu differenzieren. Es werden nicht mehr einfach Branchen gekauft oder abgestraft, sondern einzelne Unternehmen. „Anleger müssen sich künftig etwas detaillierter mit dem Unternehmen auseinandersetzen, in das sie investieren wollen“, rät Analyst Heibel. „Pauschal kann ich keine Branche empfehlen.“

    Grafik

    Und: Nachdem viele Anleger über Monate Aktien von konjunktursensiblen Unternehmen gemieden haben, sei es nun an der Zeit, neben Aktien von Corona-Profiteuren auch die von konjunktursensiblen Unternehmen ins Portfolio zu holen. „Diversifikation ist das Einzige, was Anlegern in den kommenden Wochen helfen wird, wenn die Tagesschwankungen an den Aktienmärkten zunehmen“, prophezeit der Animusx-Geschäftsführer und ergänzt: „Bevor die Rally dann irgendwann fortgesetzt wird.“

    Aktuelle Umfragedaten

    Die Stimmung unter den Anlegern bleibt neutral (minus 0,1 Prozent), allerdings nimmt die Verunsicherung um 1,9 Prozent zu. Offenbar vermittelt die aktuelle Kursentwicklung mit Gewinner- und Verlierer-Aktien aus den unterschiedlichsten Branchen unter Anlegern ein Gefühl der Unsicherheit.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    Auf Sicht von drei Monaten etabliert sich hingegen Zuversicht (plus 1,2 Prozent): Auch wenn die Zulassung eines Impfstoffs durch Rückschläge gefährdet ist, setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Corona-Pandemie bald ein Ende finden könnte. Da ist es zweitrangig, ob dem Virus im Frühjahr oder Herbst 2021 Einhalt geboten wird. Hauptsache, die Corona-Beschränkungen bleiben nicht dauerhaft.

    Die Investitionsbereitschaft bleibt indes auf hohem Niveau (plus 2,0 Prozent): Doppelt so viele Anleger möchten lieber zu- als verkaufen. Das Euwax-Sentiment Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist erstmals seit dem Corona-Crash im März wieder im neutralen Bereich, die starken Absicherungspositionen wurden aufgelöst.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Bei den Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, sieht es jedoch genau umgekehrt aus: Das Put-Call-Verhältnis ist auf 1,8 geschossen: Nachdem vor einer Woche noch Call-Käufe überwogen, ist das Pendel nun umgeschwungen. Institutionelle Anleger haben sich mit Put-Positionen eingedeckt, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen.

    In den USA zeigt das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE einen extrem starken Überhang von Call-Käufen. Dort wurde die ohnehin stark bullische Positionierung in die Korrektur der vergangenen Woche hinein noch ausgebaut. US-Fondsmanager hingegen haben ihre Investitionsquote um mehr 40 Prozentpunkte auf 53 Prozent reduziert. Binnen einer Woche wurde ein großer Teil der Long-Positionen aufgelöst.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    US-Privatanleger haben ein Bulle-Bär-Verhältnis von minus 25 Prozent: Die Bären haben dort ganz klar die Oberhand.

    Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 59 Prozent eine relativ neutrale Verfassung an. Auch andere kurzfristige Indikatoren liegen auf neutralem Terrain.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 3500 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: An Aktien führt kein Weg vorbei.

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