Dax-Umfrage Heftiger Stimmungseinbruch

Die Kursverluste an den Märkten vergangene Woche haben deutliche Spuren bei den Investoren hinterlassen. „Endlich“, findet Sentimentexperte Stephan Heibel und erläutert in einer exklusiven Analyse die Auswirkungen.
Ein Börsenhändler schaut auf den Bildschirm im Handelsaal. Die Kursverluste der vergangenen Woche haben für eine schlechtere Stimmung unter den Anlegern geführt. Quelle: AP
Börse Frankfurt

Ein Börsenhändler schaut auf den Bildschirm im Handelsaal. Die Kursverluste der vergangenen Woche haben für eine schlechtere Stimmung unter den Anlegern geführt.

(Foto: AP)

„Anleger haben ihr Pulver verschossen“, lautete die Schlagzeile zur aktuellen Börsenstimmung in der vergangenen Woche. So prognostizierte Sentimentexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag, dass es derzeit wenig Kaufinteresse der Anleger gab, um ein nachhaltiges Überspringen der 10.000 Punkte zu ermöglichen. Schließlich seien zu viele Anleger bereits seit Mitte März eingestiegen. „Sackt der Index nach dem Osterwochenende unter die 9.800 Punkte, ist mit keiner Kauffreude zu rechnen, die Schlimmeres verhindern würde“, meinte Heibel damals.

So kam es dann auch: In der nun abgelaufenen Woche gab der Ölpreis nach und riss zum Ende der Woche den Dax mit in den Keller. Binnen zwei Tagen brach der deutsche Leitindex um vier Prozent auf von 10.089 auf 9.686 Punkte ein.

Das sind die besten Dividendenzahler 2016

NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10

WKN
ISIN
CH0038863350
Börse
Xetra

+0,08 +0,13%
0,00€
Chart von NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10
Platz 15: Neslte
1 von 15

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt schüttet mit 3,1 Prozent zwar keine berauschende Dividende aus. Allerdings überzeugt Nestle mit Beständigkeit. In den vergangenen zehn Jahren hat der Schweizer Konzern immer eine Dividende an seine Aktionäre vergeben. Außerdem wurde diese auch jedes Jahr erhöht. Laut der DZ-Bank ist es aber nicht nur die Dividende, die Nestle für Anleger attraktiv macht, sondern auch das Kurspotenzial, das sie 2016 auf acht Prozent schätzen.

Erwartete Dividendenrendite für 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite für 2016: 3,1 Prozent

JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US4781601046
Börse
Xetra

+0,78 +0,75%
0,00€
Chart von JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1
Platz 14: Johnson & Johnson
2 von 15

Die DZ-Bank hat bei ihrer Analyse der „Dividendenaristokraten“ nicht nur die Dividendenrendite berücksichtigt, sondern auch die Nachhaltigkeit der Dividenden als auch Kennzahlen, die das Risiko von Kursverlusten und Dividendenkürzungen bewerten. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson belegt dabei fünften Platz unter den US-Unternehmen und den 14. Platz des Gesamtrankings.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,2 Prozent

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

+0,03 +0,08%
0,00€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Platz 13: Coca-Cola
3 von 15

Warren Buffett setzt bereits seit Jahrzehnten auf Coca-Cola. Und das nicht nur wegen der Dividenden, die der Getränkehersteller in den vergangenen zehn Jahren ohne Unterbrechung ausgeschüttet und immer wieder erhöht hat, sondern auch wegen des Kurspotenzials. Das beweist Coca-Cola derzeit im schwierigen Marktumfeld. Während der Dow Jones seit Jahresanfang 5,6 Prozent verloren hat, konnten Coca-Cola-Aktien ihr Kursniveau halten.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.

WKN
ISIN
CH0012032048
Börse
Xetra

+1,02 +0,55%
0,00€
Chart von ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.
Platz 12: Roche
4 von 15

Gleiches gilt für den Schweizer Pharmakonzern Roche. Auch er hat in den vergangenen zehn Jahren permanent Dividenden ausgeschüttet und sie auch immer wieder erhöht. Die DZ-Bank empfiehlt darüber hinaus zum Kauf und sieht ein Kurspotenzial von rund 14 Prozent.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US7427181091
Börse
Xetra

+0,70 +1,07%
0,00€
Chart von PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.
Platz 11: Procter & Gamble
5 von 15

Der Pampers-Produzent Procter & Gamble hat zwar wegen des starken Dollars weniger Umsatz eingefahren. So gingen die Erlöse im zweiten Quartal von 18,5 auf 16,9 Milliarden Dollar vor Jahresfrist zurück. Der Gewinn stieg jedoch zugleich um 840 Millionen auf 3,21 Milliarden Dollar. Die Anleger profitieren daher von einer erhöhten Dividende.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,4 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,5 Prozent

DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007480204
Börse
Xetra

-0,06 -0,19%
0,00€
Chart von DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Euroshop
6 von 15

Der Boom auf dem deutschen Markt für Einkaufszentren treibt den Wert des Immobilienbestandes der Deutschen Euroshop kräftig nach oben. Das Unternehmen ist zurzeit an 19 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt, die zumeist vom Projektentwickler ECE betrieben werden. Euroshop und ECE gehören zum Einflussbereich der Hamburger Versandhändler-Familie Otto.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,6 Prozent

H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125

WKN
ISIN
SE0000106270
Börse
Xetra

+0,13 +0,95%
0,00€
Chart von H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125
Platz 9: Hennes & Mauritz
7 von 15

Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz sieht wegen des warmen Winters und des starken Dollars seine Geschäfte unter Druck. Das dürfte auf den Gewinn im laufenden ersten Quartal drücken, teilte die weltweite Nummer zwei nach der Zara-Mutter Inditex mit. Schon im vierten Quartal von September bis November ging der Vorsteuergewinn um neun Prozent auf umgerechnet 772 Millionen Euro zurück. Dennoch zahlt H&M verlässlich seine Dividende. Allerdings wurde die Quote in den vergangenen zehn Jahren nur sechs Mal erhöht.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,7 Prozent

Für seine Prognosen wertet Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern aus. Dabei sind die Ergebnisse in vielen Fällen als Kontraindikator zu sehen. Ist beispielsweise die aktuelle Stimmung zu optimistisch, ist dies ein Indiz für fallende Kurse, weil viele Anleger bereits investiert sind und als Käufer ausfallen. Steigende Kurse sind dann schwer möglich.

Und wie ist die aktuelle Stimmung? Der Kurseinbruch der vergangenen Woche hat zu einer heftigen Reaktion geführt. Die Stimmung hat sich deutlich eingetrübt. „Endlich“, sagt Heibel.

Denn einen Aufwärtsimpuls erwarten nur noch elf Prozent der Anleger. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Stattdessen erwarten mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass sich die Börse seitwärts bewegt. Jeder Fünfte erkennt bereits einen neuen Abwärtsimpuls: Ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche.

Da die meisten Anleger eine Seitwärtsbewegung erwarten, ist auch die Selbstgefälligkeit unklar. Diese ist an den Antworten auf die Frage, ob Anleger die Entwicklung an den Börsen rückblickend so erwartet hatten, ablesbar. „Als klare Meinung wird in der Regel die Erwartung steigender oder aber fallender Kurse gesehen, eine Seitwärtsbewegung ist häufig der Ausdruck von Neutralität“, erläutert der Animusx-Inhaber.

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