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Dax-Umfrage Immer mehr Anleger zweifeln an der Rally – das lässt die Kurse steigen

Der Dax ist in einer gefährlichen Lage: Auf dem Weg nach oben gibt es Widerstände, nach unten fehlt ein Sicherheitsnetz. Doch zunächst dürften die Kurse steigen.
06.07.2020 - 16:04 Uhr 2 Kommentare
Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während sich der Dax der Marke von 13.000 Punkten annähert, hat sich auch die Stimmung der deutschen Anleger normalisiert. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment. „Viele Anleger haben sich nun besser positioniert und laufen den Kursen nicht mehr hinterher, sondern können ein wenig von steigenden Notierungen profitieren“, meint Sentiment-Experte Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Umfrage unter mehr als 3500 Anlegern.

„Nachdem der Dax einen Monat lang die Marke von 12.000 Punkten verteidigt hat, könnte der nächste Ausbruch nach oben erfolgen“, meint der Inhaber des Analysehauses AnimusX. Er hofft, dass die derzeit hohe Zahl an Zukunftspessimisten wieder fällt und diese Anleger wieder Aktien kaufen.

Denn je höher der deutsche Leitindex steigt, desto größer werden die Zweifel daran, ob das gesund sein kann. Die Erwartungshaltung der Anleger für den Dax in drei Monaten bleibt mit einem Wert von minus 2,6 sehr pessimistisch.

Das muss allerdings kein schlechtes Zeichen sein. „Das ist im Sinne der Sentiment-Theorie eher typisch für eine intakte Rally“, erläutert der AnimusX-Geschäftsführer. Kurse an den Aktienmärkten steigen in der Regel „an einer Wand der Zweifel“. Wenn die Zweifel beseitigt sind, dann ist auch der letzte Anleger investiert, und die Kurse brechen ein. „Davon sind wir also noch weit entfernt“, so Heibel.

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    In der aktuellen Situation hat dieser hohe Pessimismus sogar einen positiven Effekt. Er zeigt gleichzeitig, dass Anleger zwar investiert, aber noch nicht voll investiert sind. Das dürfte nach Ansicht von Heibel weitere Kursgewinne ermöglichen.

    Grafik

    Vor einem Monat war die Lage noch schwieriger: „Der Dax steht auf wackligen Beinen“, meinte Heibel vor vier Wochen und kündigte zumindest eine Verschnaufpause an. Das Resultat: Der deutsche Leitindex rutschte zwar nicht ab, trat aber quasi einen Monat lang auf der Stelle.

    Inzwischen sieht nicht nur Heibel, sondern auch Joachim Goldberg den Dax in einer komfortablen Lage. Er wertet für die Börse Frankfurt eine ähnliche Umfrage aus. Seiner Meinung nach warten Börsianer darauf, „bei einer Fortsetzung der Aktienrally mit nicht allzu schlechten Einstandspreisen mit von der Partie zu sein“.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
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    Heibel schlussfolgert: „Für diese Woche ist ein erneuter Crash eher unwahrscheinlich.“ Es schade jedoch sicherlich nicht, aufgrund der labilen Unterstützung nach unten „Stop-Loss-Marken zu setzen und diese streng zu befolgen“.

    Denn dieser Pessimismus hat auch andere Folgen: Zum einen lässt sich daraus ableiten, dass es viele Anleger geben wird, die schon bald wieder verkaufen werden, wenn der Dax weiter steigen sollte. Eine Rally wie in den Monaten April und Mai dürfte es eher nicht geben.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
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    Zum anderen könnten diese Anleger auch schnell in Panik geraten, wenn der Dax unter 12.000 Punkte rutschen sollte. Die Folge: Die Konsolidierung verliefe dementsprechend heftig. Allein von den Fakten her befindet sich der deutsche Leitindex in einer schwierigen Lage: Auf dem Weg nach oben gibt es Widerstände, nach unten hingegen fehlt ein Sicherheitsnetz.

    Denn private Investoren haben ihre Absicherungspositionen gegen fallende Kurse aufgelöst und sind derzeit neutral positioniert. Das zeigt der Blick auf das sich normalisierende Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln. „Eine gefährliche Situation“, räumt der Sentimentexperte ein. „Die ist jedoch noch nicht akut.“

    Ergebnisse der Handelsblatt-Umfrage

    Die aktuellen Werte der Handelsblatt-Umfrage: Das Dax-Plus von 3,6 Prozent in der vergangenen Handelswoche hinterließ ein Lächeln auf den Gesichtern der Anleger. Das Sentiment zeigt die gute Laune an, nachdem noch vor einer Woche eine neutrale Stimmung überwogen hat.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
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    Auch die Verunsicherung der vergangenen Wochen ist nun verschwunden. Es scheint, als hätten sich Anleger mit der fulminanten Rally arrangiert. Jeder hat seine Ecke gefunden, in der er sich austoben kann: sowohl Skeptiker, Optimisten, Apokalyptiker als auch Zocker.

    Entsprechend wollen wieder mehr Anleger kaufen. Die Investitionsbereitschaft ist mit einem Wert von 1,0 so hoch wie zuletzt Ende Mai.

    Blick auf andere Indikatoren

    Profi-Investoren, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, sichern sich gegen einen weiteren Crash ab. Das Put/Call-Verhältnis ist diese Woche auf einen neuen Rekordstand seit dem Coronacrash gestiegen.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
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    In den USA hingegen zeigt das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE eine Normalisierung der Situation. Long-Spekulationen der vergangenen Wochen werden aufgelöst, aber von einem Überhang der Short-Absicherungen ist der Wert noch weit entfernt.

    Auch die US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote weiter zurückgefahren. Mit einem Rückgang von fünf Prozentpunkten auf 71 Prozent liegt dieser Wert immer noch im normalen Bereich.

    US-Privatanleger sind wieder sehr skeptisch: Die Bulle/Bär-Quote steht bei minus 24 Prozent und zeigt somit einen extremen Überhang der Pessimisten an.

    Mehr: Wie Schulden die Kurse treiben.

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    2 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Immer mehr Anleger zweifeln an der Rally – das lässt die Kurse steigen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Kurse sind insgesamt tatsächlich sehr hoch. Doch es gibt immer noch Branchen, die eine langfristige Rallye versprechen. Dazu gehören insbesondere Wasserstoff und Pharma. Die Frage ist nur welche Aktien die Gewinner sein werden.

    • Wer jetzt nicht Aktien von Wasserstoff- und Pharmaunternehmen kauft, dem ist nicht mehr zu helfen.

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