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Dax-Umfrage Kaufpanik oder Rutsch unter 10.000 Punkte: Diese zwei Szenarien für die Dax-Entwicklung sind denkbar

Anleger rechnen mit sinkenden Kursen und würden beim richtigen Kurs gern einsteigen. Das ermöglicht für den Dax zwei extreme Szenarien.
11.05.2020 - 15:54 Uhr Kommentieren
Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax steht vor entscheidenden Wochen: Seit einem Monat befindet sich der deutsche Leitindex in einer Seitwärtsbewegung. Seit Mitte April hat er lediglich etwas mehr als zwei Prozent zugelegt. Jetzt wird sich zeigen, ob die Aktienmärkte in Form einer V-Erholung wieder in Richtung Hochs laufen oder nicht.

Die wöchentliche Umfrage Dax-Sentiment des Handelsblatts, für die 3500 Privatanleger befragt werden, zeichnet ein positives Stimmungsbild der Anleger: Das kurzfristige Aktiensentiment notiert mit plus 1,4 im leicht positiven Bereich. Der fünfwöchige Sentimentindikator, ein bislang treffsicheres Signal für die Entwicklung der Aktienkurse, liegt weiter im neutralen Bereich.

„Es hat den Anschein, dass viele Anleger nunmehr ihre Hausaufgaben gemacht haben und auf die Gelegenheit warten, ihre Aktienlieblinge im nächsten Ausverkauf ins Depot zu holen“, sagt Sentiment-Experte Stephan Heibel, der die Umfrage auswertet.

Gleichzeitig zeigen sich die Anleger allerdings etwas verunsichert über den Kursanstieg in der Vorwoche. Nachdem die Drohung von US-Präsident Donald Trump in Richtung China zunächst die Kurse auf 10.500 Punkte absacken ließ, haben sich China und die USA inzwischen wieder versöhnt. Dazu wurde ein Erfolg bei der Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus vermeldet, sodass der Dax wieder mit der Marke von 11.000 Punkten flirtet.

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    Heibel sieht zwei Erklärungen für die Verunsicherung der Anleger. Entweder trauten Anleger der Entwicklung nicht und wunderten sich, warum eine zweite Ausverkaufswelle auf sich warten lasse. „Oder aber Anleger sind einfach falsch positioniert, haben im Tief nicht ausreichend eingekauft und halten das Kursniveau nun für zu hoch, um noch einzusteigen“, sagt der Inhaber des Analysehauses Animusx.

    Die erste Begründung hält Heibel mit Blick auf die Zukunftserwartung der Anleger für wahrscheinlicher: Diese liegt in der aktuellen Umfrage bei minus 1,1. Anleger fürchten in den kommenden drei Monaten also erneut fallende Kurse und fragen sich, wo die zweite Ausverkaufswelle bleibt.

    Grafik

    Gleichzeitig sind viele Anleger bereit, Aktien zu kaufen. Die Investitionsbereitschaft ist von minus 0,1 auf 1,0 gestiegen. „Das zeigt, dass viele Anleger auf einen kleinen Rücksetzer warten, um zu kaufen“, sagt Heibel.

    Dass Anleger fallende Kurse erwarten, bestätigt auch der Blick auf das Euwax-Sentiment der Privatanleger: Es ist weiterhin tief im Minus und liegt bei minus zehn. Der negative Wert bedeutet, dass sich Privatanleger gegen weitere Kursverluste durch entsprechende Finanzprodukte abgesichert haben, die bei fallenden Kursen profitieren.

    Profianleger, die sich über die Eurex – eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate – absichern, haben ihre Absicherungspositionen dagegen zurückgefahren. Sie sind neutral positioniert.

    Auf Basis dieser Ergebnisse sieht Heibel zwei Extremszenarien für die weitere Entwicklung des Dax: In einem rauscht der Index deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten, im anderen kommt es zu einer Kaufpanik, die den Dax weiter in die Höhe treibt.

    Szenario 1: Sturz unter 10.000 Punkte

    Das Ergebnis der Dax-Umfrage zeigt, dass die Anleger einerseits mit fallenden Kursen rechnen, gleichzeitig aber Kaufinteresse haben. Für Heibel ist das ein Zeichen für Schnäppchenjägermentalität: „Eigentlich wäre man gern schon in bestimmten Aktien investiert, doch auf dem aktuellen Kursniveau möchte man nicht mehr einsteigen. Also hofft man auf einen kurzen Ausverkauf, um dann zuzugreifen.“

    Das Kaufinteresse verortet Heibel bei knapp über 10.000 Punkten. Theoretisch sollte also ein Ausverkauf dort vorläufig enden. Anleger glauben, dass sich der Dax bei dieser Marke fängt und dann auf neue Hochs steigt.

    Laut Sentiment-Theorie ist es aber unwahrscheinlich, dass genau das Szenario eintritt, auf das sich die Anleger vorbereiten. „Vielmehr ist es durchaus denkbar, dass der Aktienmarkt nach unten durchrauscht und deutlich unter die 10.000er-Grenze rutscht“, sagt Heibel. Dieses Szenario hält er für das wahrscheinlichere.

    Szenario 2: Kaufpanik

    In einem zweiten Szenario würden die Kurse steigen. Das würde viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen – ihnen sind die aktuellen Kurse schon zu hoch, sie rechnen mit sinkenden Kursen. Sie haben sich nicht getraut, in die Erholung hinein wieder einzusteigen. Einige haben sogar schon Gewinne mitgenommen.

    „Steigen die Kurse nun weiter an, könnte es zu einer Kaufpanik kommen, die den Dax nochmals weiter in die Höhe treibt“, sagt Heibel. Denn um den Kursen nicht weiter hinterherzulaufen, würden bislang nicht investierte Anleger kaufen und die Kurse weiter antreiben.

    Mehr: Drei Strategien für Anleger, um in der Krise in Aktien anzulegen

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