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Handelsraum der Frankfurter Börse

Der beherrschende Thema an den Märkten ist das Brexit-Drama.

(Foto: dpa)

Dax-Umfrage Kleiner Warnschuss für die Rally am Aktienmarkt

Nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Wochen schwelgen die Anleger noch in Euphorie. Was das für die kommenden Handelstage bedeutet.
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Düsseldorf Die Anleger sind zuletzt euphorisch gewesen. Dies zeigen die aktuellen Daten der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern. Euphorie gilt laut Sentimentanalyse als Indiz für bald fallende Kurse. Weil vereinfacht gesagt in solchen Fällen die meisten Anleger bereits gekauft haben und es kaum noch Käufer gibt, falls die Kurse fallen sollten.

Doch für Stephan Heibel, der die wöchentliche Erhebung auswertet, gibt das aktuelle Stimmungsbild lediglich einen kleinen Warnschuss. „Wer die laufende Rally verpasst hat, der sollte derzeit nicht mehr kaufen, sondern auf eine bessere Einstiegsgelegenheit warten“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. Seit Mitte August ist der Leitindex zwischenzeitlich um mehr als 1200 Punkte gestiegen.

Denn solch eine Euphorie könne lange anhalten, bevor die Kurse an den Aktienmärkten deutlich fallen, mitunter sogar ein bis zwei Monate.

Bei dem Gegenteil, also verzweifelte, panische Anleger, ist das Sentiment ein besserer Indikator. Dann lässt sich aus den Daten ein gutes Timing für den Einstieg ableiten. Für Verhalten mit überbordender Begeisterung trifft das aber nicht zu. Auch der fünfwöchige Sentimentdurchschnitt zeigt noch keine überbordende Begeisterung an (siehe Grafik).

Doch bei Euphorie gilt eine andere Feststellung. Immer dann, wenn bei Anlegern solch ein Verhalten festgestellt wurde, gab es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals günstigere Kurse“, erläutert der Animusx-Geschäftsführer.

Grafik

Ein Blick in die Historie bestätigt diese Aussage: Beispielsweise gab es Ende April dieses Jahres einen ähnlich hohen Euphoriewert. Damals notierte die Frankfurter Benchmark bei 12.228 Zählern. Der Dax stieg anschließend bis Anfang Mai bis auf 12.412 Punkte, dann setzte die Korrektur ein. Das Börsenbarometer rutschte Anfang Juli wieder bis auf 11.620 Zähler ab.

„Anleger sollten aufgrund der Euphorie nicht sofort ihr komplettes Aktienportfolio verkaufen“, lautet Heibels Fazit. „Allerdings ist es niemals verkehrt, ein paar Gewinne mitzunehmen.“

Auch zu den Erschütterungen am Ölmarkt nach dem Beschuss der saudi-arabischen Förderanlagen hat der Sentimentexperte eine eindeutige Meinung: „Ich erwarte einen kurzen, aber heftigen Ausverkauf an den Aktienmärkten“. Seiner Ansicht nach könne es durchaus in den kommenden Tagen wieder Einstiegskurse geben.

„Ein Ende der Rally kann ich aus den Sentiment-Daten noch nicht ablesen“, erläutert er. „ Es dürfte bei einer Korrektur bleiben“.

Die beiden vergangenen Handelswochen haben die Treffsicherheit des Dax-Sentiments bestätigt. Vor zwei Wochen empfahl Heibel den Einstieg in den Aktienmarkt: „Die Börsenampel steht auf Grün“, sagte er Anfang September. Der Dax legt rund zwei Prozent zu.

Und vor einer Woche lautete die Einschätzung: „Die Rally wird wohl weitergehen“. Der deutsche Leitindex steig um weitere 2,3 Prozent.

Insgesamt vier Mal in Folge ist die Stimmung der Anleger mittlerweile gestiegen. Das Lager der „Bullen“ füllt sich kontinuierlich.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Laut den aktuellen Umfrageergebnissen sehen inzwischen 46 Prozent (plus drei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) der Anleger den Dax in einer Aufwärtsbewegung. Gut jeder Fünfte (22 Prozent, plus zehn Prozentpunkte) geht von einer Topbildung aus. Nur noch 26 Prozent (minus sieben Prozentpunkte) halten die jüngste Entwicklung für eine Seitwärtsbewegung. Damit ist das Sentiment auf einen Wert von 4,2 gestiegen, ab einem Wert von vier signalisiert die kurzfristige Stimmung euphorische Anleger.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Die gute Aktienmarktlage wurde von 52 Prozent (plus einen Prozentpunkt) bereits vor einer Woche so erwartet. Jeder Fünfte (plus einen Prozentpunkt) will sogar darauf spekuliert haben. Nur noch 19 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) sehen ihre Erwartungen der Vorwoche kaum erfüllt, unverändert weitere neun Prozent geben sogar an, auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Die starke Verunsicherung unter Anlegern, die noch vor vier Wochen gemessen wurde, ist verflogen. Selbstzufriedenheit dominiert.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
Angaben in Prozent

Viele Anleger erwarten kurzfristig erst einmal eine Verschnaufpause: Nur noch 27 Prozent (minus vier Prozentpunkte) gehen für den Dax in drei Monaten von steigenden, nur noch 18 Prozent (minus vier Prozentpunkte) von fallenden Kursen aus. Mit 40 Prozent (plus vier Prozentpunkte) gehen die meisten Umfrageteilnehmer von einer Seitwärtsbewegung aus. Damit ist der Zukunftsoptimismus weiter angestiegen.

Nur noch jeder Fünfte (minus acht Prozentpunkte) will in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, 15 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) hingegen wollen ihre Positionen verkleinern. Mit 65 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) haben sich die meisten Anleger noch nicht über ihre nächsten Aktionen entschieden.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist mit minus 12,5 auf den tiefsten Stand der vergangenen zwölf Monate gerutscht. In diesem Zeitraum gab niemals eine stärkere Absicherung der Anleger gegen fallende Kurse. Die Schlussfolgerung aus dem Wert: Viele Anleger trauen der Rally nicht und sichern ihre Gewinne mit Put-Positionen ab.

Dieser Indikator der Börse Stuttgart wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Ein Minuswert zeigt einen hohen Anteil von Short-Produkten in den Depots der Privatanleger an, bei einem positiven Wert sind es mehr Call-Produkte.

Die Profis hingegen, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ein Put/Call-Verhältnis von 1,2 und weisen damit eine bullischere Positionierung aus, als in den vergangenen zwölf Monaten (Durchschnitt 1,5). Auch in den USA steigt bei den institutionellen Investoren das Put/Call-Verhältnis weiter an, notiert jedoch derzeit in neutralem Bereich.

US-Fondsmanager haben aktuell eine Investitionsquote von 76 Prozent (plus 20 Prozentpunkte). Sie haben in der vergangenen Woche kräftig zugekauft. Die Bullenquote der US-Privatanleger ist mit 1,9 Prozent auf einen neutralen Wert angestiegen.

Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit 65 Prozent leichte Gier an, kann aber noch als neutral bezeichnet werden. Ganz anders sieht es bei anderen kurzfristigen technischen Indikatoren aus: Die signalisieren, dass der US-Markt vor einer Verschnaufpause oder vor einer Korrektur steht.

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