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Dax-Umfrage nach dem China-Crash Die Stimmung kippt

So schlecht war die Stimmung der Anleger noch nie. Die gute Laune und der Optimismus der Börsianer sind völlig verflogen, zeigt die aktuelle Dax-Umfrage. Doch wie geht es weiter? Nachhaltige Baisse oder Bodenbildung?
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Die Stimmung an der Börse ist schlecht, doch das muss kein schlechtes Zeichen sein. Quelle: AFP
Händlerin an der Frankfurter Börse

Die Stimmung an der Börse ist schlecht, doch das muss kein schlechtes Zeichen sein.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Jahresauftakt an den Märkten ist mehr als ernüchternd ausgefallen – und ist Börsianern damit mächtig aufs Gemüt geschlagen. Das Börsenbeben in China schickte seine Schockwellen rund um den Globus. Auch die deutschen Standardwerte rissen sie in die Tiefe. Der Dax verlor in der ersten Handelswoche des Jahres 8,3 Prozent. Es war eine der schlechtesten Börsenwochen seit langem.

Der deutsche Leitindex legte am vergangenen Montag mit einem Minus von mehr als vier Prozent sogar den schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte hin. Die meisten Anleger wurden davon vollständig überrascht, wie die wöchentliche Dax-Umfrage des Handelsblatts zeigt.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Kein Wunder also, dass die Stimmung der Anleger, die noch vor ein oder zwei Wochen gar nicht so schlecht war, komplett gekippt ist. Immerhin 73 Prozent der Anleger sehen in der aktuellen Bewegung des Dax einen Abwärtsimpuls, das entspricht einem Plus von 61 Prozent gegenüber der Vorwoche. „Das sind die schlechtesten Stimmungswerte, die wir jemals gemessen haben“, sagt Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx, der die Umfrage regelmäßig auswertet.

Immerhin 41 Prozent dieser Pessimisten waren zuvor noch im Lager derjenigen, die eine Aufwärtsbewegung sahen, 17 Prozent sahen den Dax zuvor in einer Seitwärtsbewegung. „Die gute Stimmung, die wir noch Ende des abgelaufenen Jahres verzeichneten, ist vollständig verfolgen“, so Heibel. Zu groß ist die Angst, dass der China-Virus ansteckend ist.

Chinas Wirtschaft wächst deutlich langsamer als noch vor ein paar Jahren und die Sorge ist groß, dass das auch auf die Weltwirtschaft abfärbt. Hinzu kommen die Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten. Der Chefvolkswirt der italienischen Großbank Unicredit, Erik Nielsen, hält die Sorgen aber für übertrieben. So sei der chinesische Aktienmarkt im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sehr klein und die Konjunkturentwicklung gebe zumindest kurzfristig keinen besonderen Grund zur Sorge, schrieb der Experte in einem Kommentar.

Schlechte Stimmung ist gut für die Börse

Droht die nächste Finanzkrise, Frau Navidi?

Im Grunde sehen das die Teilnehmer der Handelsblatt-Umfrage wohl ähnlich. „Nach dem Ausverkauf der vergangenen Woche glauben nur wenige an den Weltuntergang beziehungsweise eine nachhaltige Baisse“, sagt Heibel. Im Gegenteil: Jeder Dritte – und damit sechs Prozent mehr als in der Vorwoche – glaubt, dass der Dax in den kommenden drei Monaten steigen wird. Weitere 31 Prozent gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Einen anhaltenden Abwärtstrend fürchten hingegen nur noch 16 Prozent, und damit acht Prozent weniger als in der Vorwoche. „Den größten Zulauf hat das Lager derer erhalten, die das Ganze als Bodenbildung sehen“, so der Animusx-Experte. „Damit steigt die Zuversicht zwar an, ist aber in einem neutralen Bereich.“

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Dass der Dax trotz eines neuerlichen Kursrutsches in China zum Wochenbeginn steigt, überrascht Heibel nicht. Aus seiner Sicht ist das nur logisch. „Das ist sicherlich ein Resultat der Niedergeschlagenheit unter den deutschen Anlegern, die größer nicht mehr sein kann“, sagt er. Die aktuelle, ganz kurzfristige Marktmeinung der Marktteilnehmer deuten Sentiment-Experten nämlich antizyklisch – schlechte Stimmung ist ein gutes Zeichen, sehr gute oder sogar euphorische Stimmung ist ein Warnsignal. „Das Ende der Welt haben wir an der Börse in der vergangenen Woche erlebt“, so Heibel. „Wenn es nun in China weiter bergab geht, dann gibt es hierzulande kaum noch jemanden, der dadurch nochmals verschreckt wird und zu Verkäufen getrieben wird.“ Und deshalb habe der Dax am Montag eine kleine Gegenbewegung gestartet.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?


Wie nachhaltig die sein wird, muss sich zeigen. „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung“, sagt Heibel. „Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“ Doch solange neue schlechte Nachrichten von dort ausbleiben, dürfte sich die Lage entspannen, Käufe den Dax stützen. Die zuletzt anhaltend schlechten Daten aus China dürften weitgehend eingepreist sein.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?


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16 Kommentare zu "Dax-Umfrage nach dem China-Crash: Die Stimmung kippt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Papertrading ist doch klasse, gelle...?!

  • Natürlich: "....im Laufe des Jahres...."

    war doch etwas spät....sollte dann lieber keine Kommentare mehr schreiben,habe auch eigentlich um diese Uhrzeit besseres zu tun.......

  • Solche Kommentare habe ich in der Zeit von 3.500 bis 12.000 Punkten im Dax oft gelesen.
    Immer dann wenn es mal wieder nicht sein durfte: die 8.000 (viel zu hoch), die 9.000 (aber jetzt geht es sowas von runter,die 10.000 (ja das wollten die "Großen" sehen,aber jetzt nur noch short)....11.000.......12.000...

    nutzen Sie lieber die momentane Schwäche,auch das Öl wird wieder steigen....

  • Meine Stimmung ist super. Shorts auf Dax, ESTX & Co. laufen und werden nur vom Brent Short getoppt. Kurz mal den SL nachgezogen und weiter laufen lassen. Natürlich wünsche ich mir stabile Börsen und eine Erholung, aber woher außer von irgendeiner Zentralbank soll da der Impuls kommen? Vielleicht ist das jetzt das Tief bei 9.7xx vielleicht gehts auch noch bis 9.3xx und tiefer. In die Zukunft sehen können nur Dirk Müller & Co.

  • @ Hofmann

    Sie scheinen leider die letzten Jahre des Daxaufstiegs nicht mitgemacht zu haben.
    Wenn Sie bei der Range von 3.500 - 12.000 dabei gewesen wären, würden Sie nicht so negative Kommentare schreiben.

  • Bei mir ist die Stimmung weiterhin gut. Die Schwäche wird zum nachkaufen genutzt.
    Denn die Anlage in Aktien ist alternativlos.
    Wer wie ich seit über 50 Jahren in Aktien investiert, natürlich nur in die internationalen Prämiumaktien, der kann über solche Wasserstandsmeldungen nur lachen.
    Ich freue mich über die jährlich gezahlte Dividende und bei Schwäche wird der Bestand erhöht.
    Nie verkaufen, denn nur wer Verluste realisiert der macht Verluste.

  • Die Stimmung ist nicht nur beim Dax unterirdisch, sondern auch in der deutschen Politik/Gesellschaft und dies wird für den Dax (Volkswirtschaft in Deutschland) noch viel mehr eine Katastrophe in der Zukunft sein....Deutschland ist im Umbruch...die Fehlinvestitionen der Grün-Sozialistischen Politik des letzten Jahrzehnts kommen somit Schritt für Schritt zu Tage....Euro/ESM, Energiewende/EEG, Russland Sanktionen, schlechtes Bidlungsnivaue, Missbrauch des Asylrecht mit massenhafter illegaler Einwanderer zu Lasten des Sozailsystem und der Gesellschaft in Deutschland!

  • Natürlich kommt die Erholung. Beim nächsten "whatever it takes" von Super Mario oder dem "überraschenden" neuen QE von Yellen, weil es der Weltwirtschaft ja plötzlich so schlecht geht. Bis dahin steppt der Bär. Und das ist gut so.

  • Erst der Mogel Dax auf Richtung 8500 und der Dow auf 14000 und dann kommt der Reibach Dow über 20000.

  • Alle Gurus sagen abwärts also geht es in laufe des Jahres aufwärts.
    Vergessen Sie den Reis-Sack.

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