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Dax-Umfrage Profianleger schwenken um und setzen auf steigenden Dax

Der deutsche Aktienmarkt beendet die Sommerpause. Wie eine exklusive Umfrage zeigt, haben viele Anleger noch Investitionsbedarf.
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Experten sind vorsichtig optimistisch. Quelle: Ulrich Baumgarten / vario images
Bulle und Bär im Handelssaal der Frankfurter Börse

Experten sind vorsichtig optimistisch.

(Foto: Ulrich Baumgarten / vario images)

DüsseldorfVon dem Ende der Sommerpause dürfte auch der deutsche Aktienmarkt wieder profitieren. „Nachdem sich viele Anleger über die Sommermonate aus dem Markt zurückgezogen haben, besteht aktuell Bedarf an Aktienkäufen“, meint Börsenexperte Stephan Heibel.

Zwar hätten bereits viele Anleger die vergangenen Tage zum Aufbau von Positionen genutzt, doch noch immer warte eine Menge Kapital auf gute Anlagechancen. An Anlageideen mangelt es seiner Ansicht nach nicht, die aktuelle Berichtssaison habe gezeigt, dass es trotz Handelsstreit, Dieselskandal und drohendem ungeordnetem Brexit viele Unternehmen gebe, die von diesen Ereignissen nicht oder kaum betroffen seien.

Insgesamt sei die derzeitige Stimmung an den Märkten neutral, es gebe keine Schieflage für eine eindeutige Tendenz in eine bestimmte Richtung. „Doch aufgrund der bisherigen Sommerflaute ist die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse etwas größer“, meint der Inhaber der Analysehauses Animusx. Das einzige Risiko wäre ein neues, bislang noch nicht eingepreistes Störfeuer seitens der Politik.

Basis für seine Prognose ist das Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 3000 Anlegern. Hinter solchen Erhebungen stehen – vereinfacht formuliert – zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Für seine Prognose, wie sich der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte, wertet Heibel zusätzlich weitere Indikatoren aus.

In der vergangenen Woche sind sowohl Dax als auch die US-Börsenindizes gestiegen. Der Dax kletterte um 1,5 Prozent, die US-Märkte sogar teilweise auf neue Rekordstände. Der Handelsstreit zwischen den USA und China geriet vorübergehend in den Hintergrund, gute Quartalszahlen von Unternehmen sorgten für gute Laune.

Für Heibel ist im Monat September noch ein Termin wichtig: Am 5. September wird die neue Zusammensetzung der deutschen Börsenindizes bekanntgegeben. „Um diesen Termin herum dürfte Bewegung in den Aktienmarkt kommen“, glaubt der Sentimentexperte.

Dann es können Unternehmen des Technologie-Segments nicht nur in den TecDax aufgenommen werden, sondern zugleich auch in die Nebenwerteindizes MDax oder SDax rutschen. Um das zu ermöglichen, steigt die Zahl der Werte im Index der mittelgroßen Titel von 50 auf 60 und im Kleinwerte-Index von 50 auf 70. Außerdem können Dax-Firmen, die auch im Technologiebereich wirtschaften, zugleich TecDax-Mitglied sein. Die Neuordnung tritt am 24. September in Kraft.

Die aktuellen Umfrageergebnisse: Als Folge der Dax-Kursgewinne in Höhe von 1,5 Prozent in der vergangenen Handelswoche erkennen nur noch 14 Prozent (minus 22 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) der Umfrageteilnehmer einen Abwärtsimpuls im deutschen Börsenbarometer. Es handelt sich wohl eher um eine Seitwärtsbewegung, meinen 63 Prozent der Anleger (plus 23 Prozentpunkte). Die Bodenbildung ist abgeschlossen, glauben acht Prozent der Anleger (minus acht Prozentpunkte). Fast jeder Zehnte (neun Prozent, plus vier Prozentpunkte) erkennt bereits wieder einen Aufwärtsimpuls. „Diese Stimmungslage ist neutral“, meint Heibel.

Auf diesen leichten Anstieg der Woche wollen unverändert sieben Prozent der Anleger spekuliert haben. Mit 47 Prozent (plus 15 Prozentpunkte) geben die meisten an, dass ihre Erwartungen zum größten Teil erfüllt wurden. Als kaum erfüllt sehen weiterhin 35 Prozent ihre Erwartung. Nur noch jeder Zehnte (minus 15 Prozentpunkte) wurde von der Entwicklung der Vorwoche auf dem falschen Fuß. Fazit der Antworten: Die Verunsicherung der Vorwoche ist deutlich zurückgegangen, von einer Selbstzufriedenheit ist das Ergebnis aber noch weit entfernt.

Grafik

Für den deutschen Leitindex erwarten nun 42 Prozent (plus fünf Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche) in drei Monaten steigende Kurse. 28 Prozent (minus vier Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Einen Abwärtsimpuls fürchten nur noch 16 Prozent der Anleger (minus drei Prozentpunkte). Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der derer, die in den steigenden Kurse ein letztes Aufbäumen vor der Topbildung sehn (acht Prozent, plus fünf Prozentpunkte).

Entsprechend wollen auch nur noch 22 Prozent (minus vier Prozentpunkte) in den kommenden zwei Wochen zukaufen. Mit unverändert 62 Prozent warten hingegen die meisten Anleger erst einmal ab.

Weiterhin zeigt das Euwax-Sentiment der gleichnamigen Stuttgarter Börse eine relativ optimistische Positionierung der Privatanleger an. Der Wert, der aus realen Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird, liegt bei plus 4,3. Werte über null zeigen an, dass Privatanleger stärker auf einen steigenden als auf einen fallenden Dax setzen.

Auch die Profis, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, sind bullischer geworden. Das Put/Call-Verhältnis ist deutlich gesunken und zeigt an, dass mehr Calls, die bei steigenden Kursen an Wert gewinnen, als Puts gekauft werden. Institutionelle Investoren setzen also auf steigende Kurse. Dieses Verhalten ist auch in den USA zu beobachten, das Put/Call-Ratio der Chicagoer Terminbörse CBOE ist ebenfalls rückläufig.

Die Investitionsquote der institutionellen US-Anleger ist wieder auf 86 Prozent gestiegen und pendelt damit weiterhin in einem neutralen Bereich. Die Bulle/Bär-Quote der US-Privatanleger zeigt mit 11,4 Prozent eine moderat bullische Verfassung an.

Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Index der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 69 Prozent leichte Gier an. Andere technischen Indikatoren für die kurzfristige Betrachtung pendeln im neutralen Bereich.

Andere Sentimentanalysen sind deutlich skeptischer. So hat sich für Joachim Goldberg, der für die Frankfurter Börse eine ähnliche Erhebung wie das Dax-Sentiment auswertet, die Position des Dax deutlich verschlechtert. Laut seiner Prognose vom vergangenen Mittwoch dürften die jüngsten Käufer dem Dax nur kurzfristig die Treue halten. Im Falle eines größeren Rückschlags des Börsenbarometers müsste ausländisches oder frisches langfristiges Kapital größere Rückschläge bei deutschen Aktien verhindern.

Die Sentix-Experten messen auch zu deutschen Aktien fallende mittelfristige Markterwartungen. Diese seien auf eine skeptische Erwartung der Privatanleger zurückzuführen, während die Profis optimistischer in die Zukunft blicken. „Letzteres ist mit Blick auf das vierte Quartal auch statistisch ein positives Signal. Zuvor gilt es, den September unbeschadet zu überstehen“, meint Sentix.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt zu lesen ist.

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