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Dax-Umfrage Stimmungstief am Anleihemarkt könnte Aktien kräftig beflügeln – Unter Kryptoanlegern breitet sich Angst aus

Am Anleihemarkt deutet sich ein Trendwechsel an. Das könnte die schönste aller Welten bei Aktien zurückbringen – neue Dax-Rekorde wären die Folge.
25.05.2021 - 16:06 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Die interessante Anlegerstimmung gibt es derzeit nicht am Aktien-, sondern am Zinsmarkt. Der Bund-Future, der handelbare Terminkontrakt auf Anleiherenditen, notiert bei 169 Prozent und somit auf dem tiefsten Niveau seit zwei Jahren. Nun besteht die Chance, dass die mehrjährige Phase des Negativzinses endet, dafür muss die Bund-Future-Notierung nur weiter abrutschen.

Denn dieser Terminkontrakt bezieht sich auf eine fiktive, langfristige Bundesanleihe mit einem Kupon von sechs Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren. Wenn die Rendite der Staatsanleihen steigt, fällt der Kurs des Bund-Futures und umgekehrt. Dieses Konstrukt ermöglicht Anlegern, auf steigende oder fallende Renditen zu setzen.

Für viele Marktexperten gelten 167,5 Prozent beim Bund-Future als wichtige Marke, die dann umgekehrt die Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe anschließend über die Marke von null Prozent heben würde.

Doch mit einer aktuell extrem negativen Stimmung beim Bund-Future mit minus 47 dürfte das schwerfallen. „Eine Gegenbewegung ist viel wahrscheinlicher“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der Daten seiner Animusx-Umfrage. Und ein wieder steigender Bund-Future führt im Umkehrschluss zu fallenden Zinsen, also bis auf Weiteres zu einer Fortführung des negativen Zinsumfeldes.

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    Niedrige Zinsen wiederum könnten den Wachstumsaktien neues Leben einhauchen, deren Kurse in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund der steigenden Zinsen deutlich abgerutscht waren.

    Grafik

    Für den Sentimentexperten könnten niedrigere Zinsen die schönste aller Welten zurückbringen: steigende Kurse sowohl bei Wachstumsaktien als auch bei konjunktursensiblen Dividendentiteln. Neue Rekordstände im Dax wären dann programmiert.

    Das beste Beispiel dafür war der heutige Handelstag: Der Dax erreichte ein neues Rekordhoch, auch weil die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf minus 0,155 Prozent fiel. Vor wenigen Tagen lag dieser Wert noch bei minus 0,077 Prozent.

    Seit einigen Wochen wird bei der Handelsblatt-Umfrage auch die Stimmung bei der Kryptowährung Bitcoin abgefragt. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor.

    Und die Stimmung bei der allerdings noch kurzen Historie erreichte einen Tiefpunkt, was als Kontraindikator gilt. Die Zukunftserwartung für den Kurs der Cyberdevise in drei Monaten hat sich angesichts der Kursrutsches auf fast 30.000 Dollar in der vergangenen Woche etwas erholt, liegt aber immer noch auf einem vergleichsweise tiefen Wert.

    Dazu passt: Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ ist auf 19 Prozent gesunken und zeigt, dass sich Angst unter den Kryptoanlegern ausbreitet.

    „Wir haben sicherlich vergangene Woche bereits einen extremen Ausverkauf gesehen, der auch das Anlegersentiment stark strapaziert hat“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. So liegt das Bitcoin-Anlegersentiment bei minus 58, ein extrem niedriger Wert.

    Solch hohe Minuszahlen haben bei anderen Assetklassen wie Anleiherenditen, beim Euro/Dollar-Wechselkurs sowie bei Gold und Öl direkt anschließend stets zu einer starken Gegenbewegung geführt. „Die Bitcoin-Rally könnte neuen Rückenwind erhalten“, meint Heibel.

    Es gab nur eine Ausnahme: Der Dax war einmal auf minus 74 gefallen, bevor der Ausverkauf endete und eine Rally folgte. Das war im März des vergangenen Jahres im Zuge des Corona-Crashs.

    „Die Chancen für eine Bitcoin-Rally stehen nun deutlich besser als noch vor zwei Wochen“, meint Heibel. Wer also einen Zeitpunkt zum Investieren gesucht hat, der könnte diesen Ausverkauf – auch nach der inzwischen ordentlichen Gegenbewegung – für ein paar Käufe nutzen.

    Wenig aufschlussreich sind die aktuellen Ergebnisse der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zum Aktienmarkt. Vereinfacht gesagt: Alle Werte sind neutral. „Wenn es keine besonderen Auffälligkeiten gibt, können wir auch keine Prognose ableiten“, meint Heibel nach Auswertung der Erhebung. Zumal im Wochenvergleich der Dax sich kaum bewegte, trotz eines Minus von rund drei Prozent.

    Mit einem Wert von plus 0,6 herrscht weiterhin eine neutrale Stimmung unter den Anlegern. Es handelt sich bereits um die fünfte Woche in Folge, in der die Stimmung um die neutrale Nulllinie pendelt.

    Auch die Selbstgefälligkeit zeigt mit einem Wert von minus 0,3 keine besondere Verunsicherung auf. Wirklich selbstzufrieden sind die Anleger nicht, aber die starken Schwankungen führen auch nicht zu Verunsicherung.

    Seit der deutsche Leitindex im März die 15.000 Punkte übersprungen hat, sind die Zukunftserwartungen der Umfrageteilnehmer über die künftige Dax-Entwicklung verhalten. Nun liegt dieser Wert bei plus 0,2. Weitere Kurssteigerungen werden für die kommenden drei Monate also kaum erwartet, ebenso wenig wie ein deutlicher Kurseinbruch.

    Die Investitionsbereitschaft ist diese Woche mit einem Wert von 0,6 ebenfalls neutral. Zu Beginn der Impfstoffrally Anfang November gab es eine extrem hohe Investitionsbereitschaft. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass viele Anleger seitdem dabei sind. Seit Anfang November ist das deutsche Börsenbarometer um 35 Prozent gestiegen. Nun warten diese Anleger ab, ob sie kaufen oder verkaufen sollen.

    Einige Privatanleger werden aber schon mutiger: Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart zeigt eine stark bullische Positionierung. Der Wert von plus fünf ist der höchste seit Oktober des vergangenen Jahres und zeigt einen deutlichen Überhang von Call-Produkten in Depots an. Diese Anleger haben in der vergangenen Woche auf einen Dax-Ausbruch aus der Handelsspanne nach oben und damit auf eine baldige Fortsetzung der Rally spekuliert.

    In den USA hingegen zeigt sich das gegenteilige Bild: Das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE ist auf den höchsten Stand seit vergangenem Sommer gestiegen und zeigt somit einen Überhang an Put-Absicherungen an, die bei fallenden Kurse zulegen.

    Das ist eine gesunde Entwicklung. Denn in vergangenen Monaten wurde die stark bullische Positionierung der vergangenen Monate mit einer extrem hohen Zahl an Call-Optionen endlich aufgelöst. Der neue Wert zeigt aber noch kein besonders großes Absicherungsniveau ab.

    Das Bulle-Bär-Verhältnis bei den Privatanlegern in den USA ist fast unverändert gegenüber der Vorwoche bei zehn Prozent geblieben: Es gibt einen leichten Bullenüberhang, der jedoch gegenüber dem Frühjahr langsam abnimmt.

    Auch die US-Fondsmanager sind vorsichtig geworden, deren Investitionsquote ist auf 44 Prozent gesunken und notiert damit auf dem niedrigsten Niveau seit einem Jahr. Für Heibel sind dies aber technische Gründe. „In den USA müssen in diesen Tagen Steuern abgeführt werden, und so holen viele vermögende Anleger die benötigten Summen aus ihren Fonds“, erläutert der Sentimentexperte. Fonds rechnen mit dem Kapitalabfluss und halten daher in diesen Tagen besonders viel Cash vor.

    Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Märkte zeigt mit 37 Prozent weiterhin eine verhältnismäßig neutrale Verfassung.

    Hinter Erhebungen wie dem Dax-Sentiment mit mehr als 4500 Teilnehmern stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben nur wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben können.

    Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

    Mehr: Gewinn mit Aktien – Wann Anleger Steuern zahlen müssen

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