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Dax-Umfrage Warum Börsenanlegern ein weiterer Ausverkauf droht

Die Welt der Anleger ist gespalten: Jubelstimmung an den US-Märkten, pessimistische Stimmung hierzulande. Was das für die kommenden Handelstage bedeutet.
19.10.2020 - 15:40 Uhr Kommentieren
Dax-Sentiment: Es gibt keine Corona-Gewinner- & Verliererbranchen mehr Quelle: Bloomberg
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse

Viele Anleger stehen der Dax-Rally skeptisch gegenüber.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Der Rückschlag für den Dax mit einem Minus von zwischenzeitlich mehr als 400 Punkten am vergangenen Donnerstag kam überraschend. Einige Anleger waren sogar geschockt. „Aber Panik, wie sie für das Ende einer länger anhaltenden Marktphase erforderlich ist, existiert noch nicht“, erläutert Stephan Heibel nach Auswertung der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Die derzeitige Stimmung unter den mehr als 3500 Anlegern ist momentan zwar pessimistisch, aber noch nicht panisch. Entsprechend könnte der Rücksetzer vom Donnerstag für eine, oder vielleicht sogar zwei freundliche Börsenwochen sorgen.

Ein Ausverkauf könnte aber erst von einem höheren Niveau aus erfolgen, entsprechend muss es in den nächsten Handelswochen nicht noch tiefere Notierungen geben.

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Deswegen der Rat von Heibel: Einen Teil der Barreserven können Anleger auf dem aktuellen Niveau bereits einsetzen. Sie sollten aber noch ein wenig Cash zurückbehalten, um beim nächsten Rücksetzer zu kaufen. „Wir haben keinen Ausverkauf gesehen, der uns ermutigen sollte, all unsere restlichen Barbestände in Aktien zu stecken“, erläutert der Sentimentexperte.

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    Ein weiterer Aspekt: Damit der Dax aus der seit Juni bestehenden Seitwärtsbewegung nach oben ausbrechen kann, ist eine noch höhere Investitionsbereitschaft unter den Anlegern notwendig. Das zeigen Vergleiche mit ähnlichen Konstellationen seit Beginn der Umfrage im September 2014.

    Zudem gibt es in den USA noch keine gute Basis für eine Fortsetzung der Rally. Dort ist der Optimismus noch immer sehr groß. Fondsmanager und Spekulanten an der Chicagoer Terminbörse sind weiterhin extrem bullish positioniert. In den USA hat es bislang noch keine zwischenzeitliche Marktbereinigung gegeben.“


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent


    „Ich gehe ich davon aus, dass wir weitere Kaufgelegenheiten präsentiert bekommen“, meint Heibel. Es lohne sich, schon heute die Aktienlieblinge zu markieren, um im Falle eines Rücksetzers eine schnelle Entscheidung treffen zu können.

    Für Leser des Dax-Sentiments kam dieser Rücksetzer am vergangenen Donnerstag übrigens keineswegs überraschend. Am vergangenen Montag hatte Heibel „bald einsetzende Gewinnmitnahmen erwartet“.

    Aktuelle Umfragedaten

    Die kurzfristige Stimmung ist auf einen Wert von minus 2,6 abgerutscht, vor einer Woche lag dieser Wert bei plus 1,9. Erst Werte von minus vier legen im Sinne der Sentiment-Theorie einen Aktienkauf nahe. Bei solch extrem negativen Stimmungswerten, die in Richtung Panik gehen, hat sich in der Vergangenheit häufig ein Boden am Aktienmarkt gebildet.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Die Erklärung dahinter: Bei solch negativen Werten haben die meisten Anleger ihre Aktien verkauft. Anschließend reichen wenige Anschlusskäufe, um den Markt wieder steigen zu lassen.

    Die aktuell entscheidende Frage lautet natürlich: Reicht ein Wert von minus 2,6 derzeit bereits für einen tragfähigen Boden aus?

    Mit den fallenden Kursen werden die Anleger zunehmend verunsichert, der entsprechende Wert fällt auf minus 3,0. Obwohl dieser Rücksetzer laut den Daten vorheriger Umfragen überfällig war, sind einige Anleger doch überrascht worden.

    Entsprechend sind die beiden anderen Sentiment-Daten nur konsequent. Zum einen ist die Erwartungshaltung der Anleger für den Dax in drei Monaten auf plus 3,0 angestiegen (Vorwoche plus 1,7). Ein schon fast extrem bullisher Zukunftsoptimismus, zuletzt war diese Erwartung Mitte März, also im Corona-Crash, so stark optimistisch.

    Diese Entwicklung ist in Verbindung mit dem Kursverlauf des deutschen Börsenbarometers aufschlussreich. Denn seit Juni bewegt sich der Leitindex seitwärts. Wenn in der Vergangenheit im Rahmen einer Seitwärtsbewegung Optimismus aufkam, so stand eine neue Richtung unmittelbar bevor. „Leider gibt es keine klare Tendenz, ob diese nun gen Norden oder gen Süden ausfallen wird“, meint der Sentimentexperte und ergänzt: „Es wird spannend.“

    Zum anderen notiert die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von plus 1,7 zwar deutlich im positiven Bereich, doch im Vergleich mit ähnlichen Situationen gab es in früheren Umfragen meistens eine höhere Kaufbereitschaft. „Vor dem Hintergrund des hohen Optimismus wäre eine noch höhere Investitionsbereitschaft wünschenswert, um auf wieder steigende Kurse zu hoffen“, erläutert Heibel. Er will die Entwicklung der Investitionsbereitschaft in den kommenden Wochen genau beobachten.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger kaufen und verkaufen, notiert bei 2,0 und zeigt somit an, dass überwiegend auf steigende Kurse spekuliert wird. Das passt zur Erwartungshaltung in der Handelsblatt-Umfrage.

    Institutionelle Anleger, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, haben in der vergangenen Woche überwiegend Puts gekauft. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,8 gestiegen. Damit setzen die Profis auf einen weiteren Rückschlag am Aktienmarkt und sichern sich gleichzeitig gegen zu große Einbrüche am Aktienmarkt ab.

    In den USA ist das Put/Call-Verhältnis seit vielen Wochen notorisch niedrig, so auch diese Woche. Dies wertet der Sentimentexperte als ein Zeichen für exzessiven Optimismus unter Spekulanten.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 103 Prozent gehoben. Nachdem im Vorfeld des Quartalswechsels zum 1. Oktober hohe Cash-Bestände aufgebaut wurden, um etwaige Kundengeldauszahlungen leisten zu können, wurde die Investitionsquote nun in Rekordgeschwindigkeit wieder auf das hohe Niveau von Ende August zurückgeführt.

    Zur Erklärung: Hedgefonds ermöglichen es ihren Kunden in der Regel nur einmalig im Jahr, Geld ein- oder auszuzahlen. Wer seine Millionen in einen Hedgefonds geben oder sich Geld auszahlen lassen möchte, der muss bis zum 1. Oktober warten. Bis dahin kann man seine Wünsche anmelden, danach muss man wieder ein Jahr warten.

    Im Vorfeld dieses Stichtages generieren Hedgefonds also Cash, um die gewünschten Auszahlungen dann auch tätigen zu können. Nun wird das Geld, das gegebenenfalls nur den Hedgefonds gewechselt hat, wieder angelegt.

    US-Privatanleger lassen ihre Skepsis langsam fallen, das Bulle/Bär-Verhältnis ist auf nur noch minus eins angestiegen. Ende September lag dieser Wert bei minus 20.

    Der anhand technischer Marktdaten berechnete Angst-und-Gier-Indikator der US-Märkte zeigt mit einem Wert von 59 Prozent eine verhältnismäßig neutrale Verfassung an, ebenso wie andere kurzfristige technischer Indikatoren.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag.

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