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Dax-Umfrage Ratlosigkeit der Anleger droht in Panik umzuschlagen

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Warum die aktuelle Positionierung der Anleger gefährlich ist

Beim Blick in die Vergangenheit gibt Heibel zu bedenken: „Frühere Korrekturen haben häufig dann ihr Tief erreicht, wenn das Sentiment extreme Negativwerte erzielte, die Zukunftserwartung hingegen moderat bis extrem optimistisch war“.

Typischerweise schwinde der Optimismus dann flugs mit steigenden Kursen, weil erst im Nachgang eines Aktienmarktausverkaufs die Gründe verarbeitet würden – und sich dann negativ auf die Erwartung auswirken. „So weit sind wir derzeit noch lange nicht, leider“, konstatiert der Fachmann. Entsprechend gering sei die Investitionsbereitschaft.

Bei seiner vorangegangenen Prognose für die Börsenentwicklung war Heibel noch deutlich zuversichtlicher: Vergangene Woche hatte der Sentiment-Fachmann vorausgesagt, dass ein Durchrutschen zu neuen Tiefs nicht zu befürchten sei. Dennoch fiel der Dax im Anschluss unter sein Anfang März erreichtes Mehrmonatstief bei knapp über 11.900 Punkten.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
Angaben in Prozent

Hinter Umfragen zur Börsenstimmung wie dem Dax-Sentiment stehen zwei Annahmen: Wenn die große Masse von Anlegern bereits investiert hat, bleiben eben wenige übrig, die noch zusätzlich kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt natürlich Entsprechendes: Wenn die Anleger mehrheitlich nicht investiert haben, können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Wenn Anleger investiert haben, werden sie sich optimistisch über den erwarteten weiteren Kursverlauf äußern, wenn sie nicht investiert haben, pessimistisch. Denn für den zukünftigen Verlauf von Wertpapieren pessimistisch zu sein, aber gleichzeitig investiert zu haben, würde unter normalen Umständen wenig sinnvoll erscheinen.

Ähnliche Schlussfolgerungen wie aus der Handelsblatt-Untersuchung lassen sich derzeit auch aus den Ergebnissen des an der Stuttgarter Börse gemessenen „Euwax-Sentiments“ ableiten, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax ermittelt wird. Hintergrund: Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist wieder ins Plus gedreht, es wird also wieder vermehrt auf steigende Kurse spekuliert.

Institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, sind ebenfalls auf der Long-Seite aktiv. Mit einem Wert des Put/Call-Verhältnisses unter 1 (gehandelte Puts dividiert durch gehandelte Calls) sind die Profis in Deutschland so bullisch positioniert wie zuletzt nach der Einführung der US-Unternehmenssteuerreform im November letzten Jahres.

Anders ist dagegen die Situation an der weltweit taktgebenden Wall Street. Dort zeigen die Stimmungsindikatoren noch keine Extremwerte an: Der technische Angst-&-Gier-Indikator des S&P 500 zeigt mit neun Prozent extreme Angst an, was im Sinne der Theorie des Kontraindikators für steigende Kurse in naher Zukunft spricht.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Institutionelle US-Anleger haben ihre Investitionsquote um acht Prozent auf 77 Prozent reduziert, sind damit ziemlich niedrig investiert. Anders gesagt: Sie verfügen über eine Menge Cash, das für Käufe eingesetzt werden könnte. Heibel mutmaßt: „Das mag daran liegen, dass die US-Aktienmärkte sich in den vergangenen Wochen stärker erholt haben als der Dax und daher vielleicht mehr US-Anleger Gewinne mitgenommen haben.“

Auch aus fundamentaler Sicht ist davon auszugehen, dass eine nachhaltige Erholung am deutschen Aktienmarkt zunächst noch auf sich warten lassen dürfte. „Vieles spricht dafür, dass sich die Aktienindizes erst wieder im April vom aktuellen, neuen Rücksetzer erholen können“, sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank.

Idealerweise würden dann die steigenden Unternehmensgewinne die Aktienmärkte im Frühsommer in Richtung der alten Hochs treiben. „Die Diskrepanz zwischen Marktstimmung und Gewinnentwicklung wird am Aktienmarkt durch die Konsolidierung der Kurse immer größer“, ergänzt der Ökonom. Die Bewertung sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax von 11,7 günstig und auch die Dividendenrendite in Höhe von dreieinhalb Prozent attraktiv.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

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2 Kommentare zu "Dax-Umfrage: Ratlosigkeit der Anleger droht in Panik umzuschlagen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meine Güte!

    Herr Santos, alias Spiegel, Sie brauchen doch nicht alles kommentieren um die echten Leser in die AfD Arme zu treiben.
    Das Handelsblatt sollte Sie eigentlich mal sperren!

  • DAX-UMFRAGE
    Ratlosigkeit der Anleger droht in Panik umzuschlagen
    Anleger sind so stark verunsichert wie selten zuvor, zeigt das Dax-Sentiment. Das verhindert eine nachhaltige Erholung am Aktienmarkt.

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    Das aktueller versinken des DAX nennt man auch " LANGSAMES PLATZEN DER ZU HOHE KURSE DER DAX-BLASEN " !