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Dax-Umfrage Warum es für Anleger riskant sein kann, jetzt Aktien nachzukaufen

Hinter dem Dax liegt der größte Wochenverlust seit zehn Monaten. Viele Anleger wollen das für Nachkäufe nutzen. Doch diese Empfehlung ist riskant.
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„Wer sein Geld in den nächsten Jahren braucht, sollte jetzt Gewinne mitnehmen“

Düsseldorf Die heftigen Kursverluste der vergangenen Börsenwoche haben die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Das zeigt die Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Investoren vom Wochenende: Mehr als 60 Prozent der Anleger gaben dabei an, dass ihre Erwartungen nicht oder kaum erfüllt wurden.

4,4 Prozent ging es für Dax in der vergangenen Woche abwärts – das war der größte Wochenverlust seit zehn Monaten. Die Frage, die sich für Anleger daraus ableitet: Ist das die erhoffte Kaufgelegenheit oder der Beginn einer heftigen Abwärtswelle?

Für eine Kaufgelegenheit spricht, dass jeder fünfte im Dax-Sentiment befragte Anleger die niedrigeren Kurse zum Nachkaufen nutzen will. In der Vorwoche war es nur jeder zehnte gewesen. „Als wenn viele Anleger nur noch auf diesen letzten Ausverkauf in diesem Sommer gewartet hätten, um endlich bei der Rallye dabei zu sein“, sagt Sentimentexperte Stephan Heibel.

Die Kaufbereitschaft erklärt sich der Inhaber des Analysehauses Animusx damit, dass viele Anleger die zurückliegende Rally nicht ausreichend mitgemacht hätten. „Sie mussten unterinvestiert den steigenden Kursen zuschauen und fühlen sich nun ermutigt, herzhaft zuzugreifen, um von nun an auch endlich dabei zu sein, wenn der Dax seine Rally in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt“, erklärt Heibel.

Allerdings gibt der Sentiment-Experte zu bedenken, dass eindeutige Empfehlungen oft riskant sind. „Wenn sich so viele Anleger sicher sind, dass der Ausverkauf eine gute Kaufgelegenheit darstellt, dann sind viele bereits investiert“, sagt Heibel. Es bleiben dann weniger Anleger übrig, die mit ihren Käufen die Preise noch treiben könnten.

Hinzu kommt: Wenn tatsächlich ein Großteil der deutschen Anleger schon investiert ist, bedeutet das im Umkehrschluss, dass die jüngsten Kursverluste auf internationale Anleger zurückzuführen sind. „Wenn die sich auf schwere Zeiten vorbereiten, holen sie ihr Kapital zurück nach Hause, suchen sich ‚sichere Häfen‘ wie Anleihen, Gold und Dividendenaktien“, sagt Heibel.

Vorboten für einen Richtungswechsel

Auffällig ist zudem, dass die Erwartung der Anleger im Dax-Sentiment in den vergangenen Wochen stärker schwankten. „In der Regel ist das ein Vorbote für eine neue Richtung an den Aktienmärkten. Doch die neue Richtung zeigt sich nicht ad hoc“, sagt Heibel.

Als treffsicherer Indikator für eine Trendwende hat sich bislang der Fünf-Wochen-Durchschnitt des Dax-Sentiments erwiesen. Dieser liegt allerdings noch im neutralen Bereich. Bis sich der Verlauf der zweiten Jahreshälfte entscheidet, müssen Anleger also noch weitere Schwankungen aushalten.

Grafik

Schwache Quartalszahlen, Umschichtungen in Folge der ersten US-Zinssenkung seit zehn Jahren in den USA sowie die Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump gegen China waren in der vergangenen Woche zu viel für Anleger: Der Dax verlor mehr als vier Prozent. Von dieser Entwicklung sind die meisten Anleger völlig überrascht worden. 30 Prozent geben an geben an, auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. 20 Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. 31 Prozent (plus ein Prozentpunkt) sahen ihre Erwartungen der Vorwoche kaum erfüllt.

Dagegen fühlen sich nur noch 28 Prozent in ihrer Erwartung überwiegend bestätigt. In der Vorwoche galt das noch für 52 Prozent. Auf einen Ausverkauf spekuliert haben wollen mit 11 Prozent immerhin drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
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Dementsprechend mehr Anleger sehen jetzt den Dax in einer Abwärtsbewegung: 55 Prozent gegenüber 17 Prozent in der Vorwoche. Damals hatten noch 52 Prozent der Anleger den Dax in einer Seitwärtsbewegung gesehen, aktuell sind es nur noch 28 Prozent. Neun Prozent sind der Meinung, dass der Boden erreicht ist (plus vier Prozentpunkte), sechs Prozent beobachten eine Topbildung (minus sieben Prozentpunkte) und zwei Prozent gehen von einem Aufwärtsimpuls aus (minus zehn Prozentpunkte).

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Doch trotz der jüngsten Kursverluste ist das Lager der Pessimisten geschrumpft. Nur noch 24 Prozent der Anleger befürchten für den Dax in drei Monaten weiter fallende Kurse – acht Prozentpunkte weniger als vor Wochenfrist. 37 Prozent (plus drei Prozentpunkte) erwarten eine Seitwärtsbewegung, weitere 14 Prozent eine Bodenbildung. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als zuletzt.

Nach wie vor 24 Prozent gehen in drei Monaten von steigenden Kursen in drei Monaten aus. Der Zukunftspessimismus, der uns seit Februar kontinuierlich begleitet hat, ist damit nun endgültig verschwunden: Die Erwartungshaltung ist neutral.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
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Entsprechend der veränderten Erwartungsumschwung steigt die Investitionsbereitschaft in dieser Woche sprunghaft an: 21 Prozent (plus neun Prozentpunkte) wollen jetzt die gefallenen Kurse nutzen, um Aktien nachzukaufen. Verkaufen wollen nur noch 17 Prozent (minus zwei Prozentpunkte). Der Großteil der Anleger, 62 Prozent, ist allerdings noch unentschlossen über seine nächsten Aktivitäten (gegenüber 69 Prozent in der Vorwoche.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
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Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger investieren, ist von null auf plus sieben gesprungen. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet und zeigt jetzt eine stark bullische Positionierung der Privatanleger an.

Profis, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Put-Absicherungen ebenfalls stark zurückgefahren und sind nunmehr bullisch positioniert. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 0,9 gefallen, der Durchschnitt liegt bei 1,5.

Weniger deutlich viel die Reaktion der Anleger in den USA aus. Dort ist das Put/Call-Verhältnis weiterhin durchschnittlich, was eine abwartende Haltung der dortigen Anleger signalisiert. Derweil fuhren die US-Fondsanleger ihre hohe Investitionsquote aus der Vorwoche um vier Prozentpunkte auf 91 Prozentpunkte zurück.

US-Privatanleger wechseln genau wie ihre deutschen Kollegen ins Bullenlager, die Bullenquote ist auf 14 Prozent angesprungen. Der auf technischen Indikatoren basieren „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte ist von 59 Prozent auf 35 Prozent gefallen und zeigt somit leichte Angst an – diese kann allerdings unterstützend wirken kann.

Mehr: Der Zollstreit zwischen China und den USA lastet auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Leitindex bleibt im Handelsverlauf tief in der Verlustzone.

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1 Kommentar zu "Dax-Umfrage: Warum es für Anleger riskant sein kann, jetzt Aktien nachzukaufen "

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  • "Weniger deutlich viel die Reaktion der Anleger in den USA aus."? :-0 Bitte einmal korrigieren....

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