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Dax-Umfrage Warum noch bessere Kaufgelegenheiten für Anleger kommen werden

Der deutsche Leitindex ist zum Wochenstart auf Erholungskurs. Doch der dürfte bald zu Ende sein, zeigt die Dax-Umfrage. Worauf Anleger achten sollten.
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Dax: Warum noch bessere Kaufgelegenheiten für Anleger kommen Quelle: dpa
Börse in Frankfurt

Händler sitzen im Saal der Börse an ihren Monitoren. Laut Anlegerstimmung dürften die Kurse am deutschen Aktienmarkt bald wieder fallen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach den deutlichen Kursverlusten seit Anfang Juli setzt der Dax zu einer Gegenbewegung an. Nach einem Plus von 1,3 Prozent am vergangenen Freitag setzt der deutsche Leitindex seinen Erholungskurs zum Wochenbeginn fort. „Die Stimmung unter den Anlegern lässt für den deutschen Leitindex aber nur eine kurze Gegenbewegung erwarten“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment. Laut dem Inhaber des Analysehauses Animusx könnte die Gegenbewegung, dessen Intensität im Vergleich zum vorangegangenen Ausverkauf ziemlich schwach sei, noch ein paar Tage anhalten.

Doch die Probleme, die für den Ausverkauf verantwortlich sind, sind noch nicht gelöst: Das US-Zinsniveau ist deutlich höher als im Rest der westlichen Welt, ein staatliches Investitionsprogramm gegen die sich eintrübende Konjunktur in Europa ist aufgrund der Schuldenbremse kaum umsetzbar und die Situation in Hongkong ist alles andere als beruhigend.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen nicht nur schlechte Stimmung, sondern sogar Panik unter den Anleger an. Panik gilt als Anzeichen für eine Trendwende, weil dann viele Anleger bereits verkauft haben und wenige Käufe bereits für steigende Kurse sorgen können. Doch diese Wende muss nicht sofort erfolgen, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Der Sentiment-Experte hat die extrem negativen Werte bei der Stimmung und der Selbstsicherheit der aktuellen Umfrage mit den Werten vom Dezember 2018 verglichen. In jenem Monat rutschte der Dax um mehr als zehn Prozent ab und erreicht mit 10.279 Punkten ein neues Mehrjahrestief.  

Doch auch der Chaos-Dezember war nicht innerhalb von ein oder zwei Wochen vorbei. Der Ausverkauf war bereits im Spätsommer gestartet, damals hielten extreme Sentimentwerte über mehrere Wochen an, bevor ein Boden gebildet wurde.

Ein treffsicherer Indikator für eine Trendwende ist der Fünf-Wochen-Durchschnitt des Sentiments. Je extremer dieser Wert ist, desto wahrscheinlicher ist eine Trendwende. Seit Beginn des Dax-Sentiments im September 2014 war dieser Wert nur viermal unter das aktuelle Niveau gerutscht.

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Doch während 2014 dadurch schon das Tief der Korrektur erreicht wurde, dauerte es in den anderen Fällen länger, bis der Boden der Korrektur erreicht wurde. Anfang 2016 sowie Mitte 2017 waren es einige Wochen, Ende 2018 dann sogar mehrere Monate, in denen die Stimmung extrem negativ blieb. „Daraus lässt sich ableiten: Wir erleben aktuell zwar eine technische Gegenreaktion, für das Ende der aktuellen Korrektur ist es jedoch noch zu früh“, meint der Animusx-Geschäftsführer.

Entsprechend sei es weiterhin zu früh, um große Beträge in den Aktienmarkt zu investieren.  „Es gibt nach dem heftigen Ausverkauf der vergangenen Tage sicherlich schon einige Schnäppchen, die Sie einsammeln können“, meint Heibel. „Doch behalten Sie noch Pulver trocken, denn es könnte in den kommenden Wochen noch bessere Kaufgelegenheiten geben.“

Und was passiert, wenn der deutsche Leitindex einfach weiter steigt? Laut dem Dax-Sentiment ist die Erwartungshaltung der Anleger neutral. Das deutet darauf hin, dass Zwischengewinne schnell realisiert werden. Wenn wir also eine Gegenbewegung erleben, dann dürften Spekulanten frühzeitig ihre Gewinne einsacken und damit eine nachhaltige Rally vereiteln.

Bereits vor einer Woche war für Heibel klar, dass viele Anleger zu früh auf aufkeimende Hoffnung reagierten, um bei einer erwarteten Rally in der zweiten Jahreshälfte dabei zu sein. Damit lag er richtig.

Nicht einmal Donald Trump mit seinem überraschenden Weihnachtsgeschenk konnte für nachhaltig steigende Kurse sorgen: Die Freude über die temporäre Aussetzung der Strafzölle auf einige Waren bis nach dem Weihnachtsgeschäft war bereits 24 Stunden später verflogen, die Aktienmärkte beschleunigten anschließend ihren Ausverkauf. Der deutsche Leitindex verlor trotz der deutlichen Gewinne am vergangenen Dienstag und Freitag in der gesamten Woche noch 1,1 Prozent.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen: Es sind inzwischen 65 Prozent der Anleger (plus zwölf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche), die den Leitindex derzeit in einem Abwärtsimpuls sehen. Weitere 15 Prozent (plus vier Prozentpunkte) gehen von einer Bodenbildung aus.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
Angaben in Prozent

Ebenfalls nur noch 15 Prozent (minus 13 Prozentpunkte) halten die derzeitige Entwicklung für eine übergeordnete Seitwärtsbewegung. Das Anlegersentiment notiert damit bei minus 6,2 und somit auf dem tiefsten Niveau seit dem chaotischen Börsenmonat Dezember 2018. Der hohe Wert spricht eindeutig für Panik unter den Anlegern.

Auch die Verunsicherung erreicht Extremwerte: 39 Prozent (plus 19 Prozentpunkte) der Anleger wurden von dem anhaltenden Ausverkauf auf dem falschen Fuß erwischt. Weitere 23 Prozent (minus 15 Prozentpunkte) geben an, dass sich ihre Erwartung der Vorwoche kaum erfüllt habe. Zum größten Teil erfüllt sehen derzeit nur noch 30 Prozent (minus vier Prozentpunkte) ihre Erwartung. Unverändert acht Prozent geben an, auf diesen Ausverkauf spekuliert zu haben. Auch die Verunsicherung war seit dem Chaos-Dezember nicht mehr so groß wie heute.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
Angaben in Prozent

Für die Frankfurter Benchmark erwarten in den kommenden drei Monaten weiterhin 23 Prozent der Umfrageteilnehmer steigende Kurse, aber fallende Kurse werden von jedem Vierten (minus einen Prozentpunkt) befürchtet. An eine Seitwärtsbewegung glauben mit 34 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) weiterhin die meisten Anleger.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
Angaben in Prozent

Nach dem jüngsten Ausverkauf sprechen inzwischen 16 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) von einer Bodenbildung innerhalb der kommenden drei Monate. Die Erwartungshaltung der Anleger ist somit neutral, Pessimisten und Optimisten, Bären und Bullen halten sich fast die Waage.

Die Zahl der kaufwilligen Anleger ist minimal gestiegen: 21 Prozent (plus einen Prozentpunkt) wollen angesichts der gefallenen Kurse in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. Unverändert 16 Prozent wollen ihre Positionen verkleinern. Mit 63 Prozent (minus einen Prozentpunkt) haben sich die meisten Anleger noch nicht entschieden, was ihre nächsten Aktionen sein werden.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von neun weiterhin eine sehr „bullische“ Sichtweise an. Privatanleger spekulieren auf eine zumindest kurzfristige Gegenbewegung am Aktienmarkt. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Entsprechend haben die Privatanleger viele Call-Optionsscheinen in ihren Depots.

Institutionelle Anleger hingegen, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hochgefahren. Da Put-Derivate bei fallenden Kursen im Wert steigen, sind die Profis gegen einen möglichen Abschwung abgesichert.

Ähnlich verhalten sich die institutionellen Investoren jenseits des Atlantiks. Auch an der Chicagoer Terminbörse CBOE sind Put-Absicherungskäufe gegen fallende Kurse deutlich in der Mehrzahl. US-Fondsmanager bleiben vorsichtig, mit 58 Prozent bleibt die niedrige Investitionsquote der Vorwoche auch diese Woche bestehen.

US-Privatanleger weisen ein Bulle/Bär-Verhältnis von minus 22 Prozent aus. Selten war der Pessimismus so hoch. In dem chaotischen Börsenmonat Dezember vergangenen Jahres lag die Bulle/Bär-Quote bei minus 23 Prozent und davor herrschte eine ähnlich pessimistische Stimmung erst wieder im Jahr 2016. Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 19 Prozent extreme Angst.

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