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Dax-Umfrage Zeit der Pessimisten – Anleger glauben nicht an eine nachhaltige Rally

Trotz der Kursgewinne in der vergangenen Handelswoche bleiben die Anleger zurückhaltend. Ein erneuter Ausverkauf ist aber auch unwahrscheinlich.
09.07.2018 - 16:48 Uhr Kommentieren

Gier und Panik? Wann Emotionen die Kurse bewegen

Düsseldorf Schnelle Antworten wird der Dax den Anlegern wohl schuldig bleiben. Ob das Plus von 1,5 Prozent in der vergangenen Woche nur eine kurzfristige Zwischenerholung im Abwärtstrend war oder es weiter zu steigenden Kursen, also zu einer nachhaltigen Erholung kommt, zeigt sich wohl „erst in den kommenden Wochen“, sagt Börsenexperte Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Denn die geopolitischen Problemfelder schwelen noch, insbesondere der weltweite Handelsstreit. Und in den kommenden Wochen veröffentlichen Unternehmen ihre Quartalszahlen. „Die Entscheidung, wie nachhaltig diese Kursgewinne sind, dürfte von diesen beiden Faktoren abhängen.“

Kurzfristig sieht die Börsenwelt keinesfalls schlecht aus. Zum einem notiert der fünfwöchige Durchschnitt des Dax-Sentiments, einer wöchentlichen Umfrage unter mehr als 3000 Anlegern zur Börsenstimmung, weiterhin in einem sehr negativen Bereich – obwohl er noch keinen Extremwert erreicht hat (siehe Grafik). Ein negativer Extremwert gilt aus Sicht der Sentiment-Analyse als Kontraindikator und war seit Beginn der Umfrage im September 2014 stets ein zuverlässiges Einstiegssignal.

Zum anderen zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage und die Stimmungsdaten aus den USA, dass Anleger nicht an eine nachhaltige Aktienmarktrally glauben. Sie haben sich erneut gegen fallende Kurse abgesichert. Derartige Daten gelten als Kontraindikator.

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    „Insbesondere bei sehr negativen Stimmungslagen geht man davon aus, dass die Kurse nicht mehr weiter fallen können“, erläutert der Sentiment-Experte. Denn Anleger, die verkaufen wollten, hätten das bereits getan. So könnten entsprechend schon wenige Käufer an den Aktienmärkten für steigende Kurse sorgen. Genau das ist in der abgelaufenen Handelswoche passiert.

    Heibel prognostiziert, dass die Kurse in der kommenden Woche keine größeren Schwankungen erleben werden, also seitwärts tendieren. Zwar habe sich die Stimmung deutlich verbessert. Aber Anleger hätten sich dennoch gegen fallende Kurse abgesichert. „Wenn eine Richtung eingeschlagen wird, dann sollte dies meiner Einschätzung nach gen Norden sein“, meint der Geschäftsführer des Analysehauses Animusx. Denn gegen erneut fallende Kurse hätten sich ja alle abgesichert, daher sei ein erneuter Ausverkauf im Dax eher unwahrscheinlich.

    Das Plus in Höhe von 1,5 Prozent in der abgelaufenen Handelswoche hatte sich schon Tage zuvor angekündigt. Die Stimmungslage bei der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment war extrem negativ, die Kaufbereitschaft gleichzeitig hoch. Daraus leitete Heibel vor einer Woche ab: Anleger mit schwachen Nerven hätten bereits verkauft. Das Kursniveau sei für viele niedrig genug gewesen, um neue Positionen einzugehen.

    Hinter solchen Umfragen wie dem wöchentlichen Dax-Sentiment stehen vereinfacht formuliert zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten.

    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
    Angaben in Prozent

    Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, sind sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken. Für seine Prognose, wie sich der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte, wertet Heibel zusätzlich weitere Indikatoren aus.

    Die aktuellen Umfrageergebnisse im Detail

    Das Sentiment hat sich parallel zur Aktienmarktentwicklung ebenfalls erholt. Nur noch 26 Prozent (minus 29 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sehen die Bewegung im Dax als Abwärtsimpuls an. Dafür gehen nun 48 Prozent (plus 22 Prozentpunkte) von einer Seitwärtsbewegung aus. Bereits jeder zehnte Anleger (plus sechs Prozentpunkte) glaubt an eine Aufwärtsbewegung. Das Sentiment ist damit vom Extremwert von minus 5,2 innerhalb von nur einer Woche auf einen Wert von minus 1,7 gesprungen und kann bereits als nahezu neutral betrachtet werden.

    Auch die Verunsicherung der Vorwoche ist verflogen, nur noch neun Prozent (minus 23 Prozentpunkte) geben an, von der Erholung auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Weitere 35 Prozent (plus neun Prozentpunkte) haben dies kaum erwartet. Hingegen will mehr als jeder zweite Anleger (51 Prozent, plus 17 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) die Erholung im Dax zum größten Teil erwartet haben, aber nur fünf Prozent (minus drei Prozentpunkte) haben darauf spekuliert. „Das sieht mir so aus, als waren sich die meisten einig, das eine Erholung kommen würde“, schlussfolgert der Animusx-Inhaber aus diesen beiden Zahlen. „Doch dass sie so schnell kommt, hat nun doch kaum jemand erwartet.“

    Inzwischen gehen mit 30 Prozent (plus drei Prozentpunkte) die meisten Umfrageteilnehmer für den deutschen Leitindex in drei Monaten von einer Seitwärtsbewegung aus. Nur jeder Vierte (plus zwei Prozentpunkte) erwartet einen Aufwärtsimpuls. Einen erneuten Abwärtsimpuls hingegen fürchten 30 Prozent (plus drei Prozentpunkte). „Der Zukunftsoptimismus ist somit leicht zurückgegangen. Mehr als diese kurze Erholung trauen also viele Anleger dem Dax nicht zu“, analysiert Heibel.

    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten??
    Angaben in Prozent

    Daher wollen auch nur noch 16 Prozent (minus acht Prozentpunkte) in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, hingegen wollen 17 Prozent (plus drei Prozentpunkte) verkaufen. Mit 67 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) sind die meisten Anleger noch unentschieden über ihre nächste Aktion.

    Der Blick auf andere Indikatoren

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von minus 0,25 eine neutrale Positionierung an. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den deutschen Leitindex an und veranschaulicht, ob Anleger eher auf fallende oder steigende Kurse setzten.

    Institutionelle Anleger, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, haben die steigenden Kurse der vergangenen Woche genutzt, um sich gegen fallende Notierungen abzusichern. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,1 angesprungen, vor einer Woche lag es noch nah am Jahresdurchschnitt bei 1,5. Das bedeutet: Die Institutionellen haben verstärkt Puts gekauft, die bei fallenden Kursen an Wert zulegen. Das heißt: Die Profis werden pessimistischer.

    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent

    Auch in den USA ist das Put/Call-Verhältnis weiter angestiegen. Dort sichern sich die Investoren ebenfalls gegen fallende Kurse ab. Die Investitionsquote der US-Profis ist um neun Prozentpunkte auf nur noch 76 Prozent gefallen. Entsprechend kann wieder mehr Geld investiert werden.

    Passend zu diesen Entwicklungen ist der Bulle/Bär-Index der US-Privatanleger stark eingebrochen. Mit einem Wert von minus elf Prozent haben die Bären die Oberhand. Der auf technischen Marktdaten basierende „Angst-und-Gier-Index“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 40 Prozent nur leichte Angst ein.

    Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

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