Dax und CSI 300 Diese Fluchtwege nutzen Anleger

Die Kurseinbrüche in China verunsichern die Finanzwelt. Deutsche und internationale Aktienmärkte schmieren ab, 2,5 Billionen Dollar Börsenwert sind verbrannt. Anleger suchen Sicherheit – das sind die Ausweichrouten.
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Aktienkurse stürzen weltweit ab, andere Anlageklassen gewinnen an Attraktivität.
Fluchtweg in Frankfurt

Aktienkurse stürzen weltweit ab, andere Anlageklassen gewinnen an Attraktivität.

DüsseldorfDie Kurseinbrüche an Chinas Börsen wirbeln die weltweiten Finanzmärkte durcheinander. In der ersten Woche des Jahres ist ein Börsenwert von 2,5 Billionen Dollar weltweit vernichtet worden. Der deutsche Leitindex Dax rutschte am Donnerstagvormittag deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten. Besonders heftig erwischte es die Autokonzerne. Rohöl dagegen kostete so wenig wie zuletzt vor zwölf Jahren, weil China einer der größten Rohstoffabnehmer ist.

US-Investor George Soros fühlte sich bereits an die Anfänge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise erinnert. „Ich würde sagen, das wächst sich zu einer Krise aus“, sagte Soros auf einer Veranstaltung in Sri Lanka. „Wenn ich mir die Finanzmärkte anschaue, dann gibt es dort ernste Probleme. Das erinnert mich an die Krise, die wir 2008 hatten.“ Und die Anleger suchen nach Alternativen – vor allem zum Aktienmarkt.

Auslöser der Turbulenzen sind Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft, die jüngst noch durch schwache Zahlen aus Industrie und Dienstleistungssektor geschürt wurden. Chinas Festland-Börsen brachen daraufhin zum zweiten Mal in dieser Woche so stark ein, dass der Handel vorzeitig beendet wurde. Der entscheidende Index CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen verlor 7 Prozent.

Auch Chinas Devisenberg schmilzt. Wie die Notenbank in Peking mitteilte, betrugen die Währungsreserven im Dezember 3,33 Billionen US-Dollar. Das waren 108 Milliarden Dollar weniger als im Vormonat und der niedrigste Stand seit drei Jahren.

So reagieren die Märkte aufs China-Beben

SSE Composite Index

WKN
ISIN
CNM000000019
Börse
SE

+12,33 +0,46%
Chart von SSE Composite Index
Shanghai Composite Index
1 von 15

Der Aktiencrash des Sommers ist gerade einmal ein halbes Jahr her, nun kracht es wieder an der chinesischen Börse: Nach dem zweiten Kursrutsch in der ersten Januarwoche wurde der Wertpapierhandel am Donnerstag erneut für den Rest des Tages ausgesetzt – gerade einmal eine halbe Stunde nach der Börseneröffnung. Das war damit der kürzeste Handelstag der 25-jährigen Geschichte der chinesischen Börse. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen.

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-26,62 -0,22%
Chart von DAX ®
Dax
2 von 15

An den Märkten weltweit sorgte die chinesische Börsenschließung für ein Kursbeben, so auch im Dax. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag mehr als drei Prozent.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

-0,49 -0,35%
+139,13€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Auto-Aktien
3 von 15

Am härtesten traf es die Autowerte im Dax, allen voran Volkswagen. Kein Wunder, schließlich gehört China zu den wichtigsten Exportmärkten des ohnehin schon krisengebeutelten Konzerns. Die VW-Aktie sank um rund sechs Prozent ab und war damit eindeutig der Dax-Kellerwert des Tages. Für BMW ging es ebenfalls tief nach unten. Die Aktie rutschte um 4,5 Prozent. Auch die Daimler-Papiere büßten mehr als vier Prozent ein.

CAC 40

WKN
ISIN
FR0003500008
Börse
PAR

-4,08 -0,08%
Chart von CAC 40
CAC 40 Index
4 von 15

Den Dax trifft der China-Crash naturgemäß besonders hart, schließlich sind die darin gelisteten Unternehmen exportstark und auch die Automobilwerte machen einen nicht unwichtigen Teil des Index aus. Etwas leichter kommen die anderen europäischen Aktienmärkte davon. Der französische Leitindex CAC 40 verlor rund 2,7 Prozent.

FTSE 100

WKN
ISIN
GB0001383545
Börse
n. a.

Chart von FTSE 100
FTSE 100 Index
5 von 15

Noch weniger gelitten hat der britische FTSE 100 Index, von den Anlegern liebevoll auch „Footsie” genannt. Dieser verlor gerade einmal ein Prozent.

NIKKEI 225 INDEX

WKN
ISIN
JP9010C00002
Börse
TOKIO

-71,38 -0,32%
Chart von NIKKEI 225 INDEX
Nikkei
6 von 15

Für den japanischen Nikkei ging es dagegen prompt auf ein Dreimonatstief auf 17.767 Punkte. Zugleich verbuchte der Index die größte Neujahrspechsträhne seit 1995. Grund dafür ist der durch die China-Turbulenzen erstarkte Yen.

JPY/USD

WKN
ISIN
XC0009652428
Börse
XRATE

-0,00 -0,06%
+0,01€
Chart von JPY/USD
Yen
7 von 15

Die Anleger haben die japanische Währung als sicheren Hafen angesteuert. Diese gewann gegenüber dem US-Dollar.

Die Schockwelle griff auf Japan und andere asiatische Aktienmärkte über, die eng mit China verwoben sind. Zur Eröffnung rutschten dann auch die Aktienkurse in Europa in den Keller. Zwischenzeitlich sackte der Dax mehr als 400 Punkte auf 9810 Zähler ab und notierte am Mittag 3,5 Prozent im Minus. Insgesamt geht es im deutschen Leitindex seit Jahresbeginn um mehr als 8 Prozent abwärts.

Anleger sind entsprechend besorgt und versuchen ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Sie schichten um und investieren vermehrt Gold und Staatsanleihen. Auch Währungen wie der Yen sind gefragt. Eine Übersicht.

Nachfrage nach Gold steigt
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16 Kommentare zu "Dax und CSI 300: Diese Fluchtwege nutzen Anleger"

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  • Die größte Sicherheit ist immer noch die Anlage in internationale Prämiumaktien.
    Durch einen 1.000 Punkte Absturz darf man sich nicht verunsichern lassen, das gehört dazu.
    Es kann ja nicht immer steigen.
    Das sind die Chancen um mal wieder billiger nachkaufen zu können.

  • @Spiegel

    andere verbessern, aber selbst Fehler machen, das sind mir die liebsten Mitmenschen.

    "Es ist für Sie schwer, (Komma!!!) aber lesen bildet.

    Also erst einmal vor der eigenen Türe kehren!
    Ich hoffe Sie sind mir Ihrer Anlage in Aktien erfolgreicher als mit Ihrer Rechtschreibung.

  • @Spiegel

    was haben Sie für ein Problem?
    Anscheinend können Sie mit meinen erfolgreichen Aktienkäufen nicht umgehen ?!

  • Günter Grass gibt Ihnen, Herr Spiegel, die Antwort. Es ist für Sie schwer aber lesen bildet.

  • Liebe Redaktion, ich bitte Sie eine Schreibkorrektur anzubieten.

    Dann liesen sich Bauers Kommentare besser lesen.:

    "...aber das lang nicht die so gravierden ist"

    AUA

  • "...firmenspezifische"...."vereinbarten".....Zinsen"...

    achte bitte auf die Rechtschreibung Herr Bauer, ich lege darauf großen Wert!

  • Sorry, aber ein Komma setzen halte ich für überflüssig

  • Mit der Wirtschaft steht es doch in Deutschland schon seit Jahren ganz gut, die Arbeitslosenzahlen sind sehr niedrig. Gehören Sie zu den armen Langzeitarbeitslosen, die trotzdem noch keinen Job gefunden haben?

  • Der Dow steht gut und der Rest ist egal schon gar der Sack Reis in China und der Mogel-Dax in Deutschland.

  • So einfach ist das leider nicht.
    Oft dienen Aktien als Sicherheiten für firmenspezifischen Aktivitäten. Auch Aktionäre oder Fonds auf Basis Aktien werden gemäß aktueller Bewertungen als Sicherheit hinterlegt und akzeptiert.
    Wenn diese Bewertungen nicht mehr den vereinabrten Risiken entsprechen drohen Nachschusspflichten oder höhere Zinsene, oder Verkäufe....

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