Digitale Vermögensverwalter Start-ups profitieren vom Einstieg der Großbanken

Etablierte Geldhäuser entdecken die digitale Vermögensverwaltung. Für die dort aktiven Start-ups muss das nicht unbedingt schlecht sein.
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Der etablierte Vermögensverwalter bietet nun auch digitale Produkte an. Quelle: AP
Fidelity

Der etablierte Vermögensverwalter bietet nun auch digitale Produkte an.

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FrankfurtEs gibt Trends, die lassen sich nicht aufhalten. Der Siegeszug der digitalen Vermögensverwaltung gehört dazu. Immer mehr etablierte Banken und Fondsanbieter springen auf den Zug auf, jüngstes Beispiel ist der Vermögensverwalter Fidelity.

Damit machen die Etablierten zunehmend den Start-ups Konkurrenz, die als Erstes in den Markt eingestiegen waren. Die Start-ups haben zwar früh Erfahrung gesammelt, müssen sich im Wettbewerb nun aber gegen die großen Marken behaupten. Dafür erschließen sie neue Erlösquellen.

Die Idee der digitalen Vermögensverwaltung stammt aus den USA. Der Pionier Betterment ist seit zehn Jahren aktiv und verwaltet rund 14 Milliarden Dollar. Anders als bei klassischen Vermögensverwaltern läuft der Kundenkontakt meist ausschließlich online ab.

Anleger klicken sich durch einen Fragenkatalog und erhalten einen automatisch erstellten Portfoliovorschlag. Die meisten Anbieter, auch Robo-Advisors genannt, setzen auf günstige börsengehandelte Indexfonds.

In Deutschland gibt es mehr als 20 digitale Vermögensverwalter, die sich direkt an Privatkunden richten. Mit mehr als einer Milliarde Euro hat der Münchener Anbieter Scalable Capital das größte Vermögen eingesammelt.

Grafik

Der deutsche Markt ist aber noch jung. „Den dauerhaften Marktführer haben wir womöglich noch gar nicht gesehen“, sagt Michael Mellinghoff, Chef der Beratungsfirma Techfluence.

Ähnlich sieht es Matthias Hübner, Partner der Beratung Oliver Wyman. Der deutsche Markt sei noch nicht verteilt, neue Spieler hätten gute Chancen. „Etablierte Anbieter sind dabei in einer besseren Position als Start-ups, weil sie über eine bekannte Marke verfügen“, erklärt Hübner. Das gelte für Banken, Versicherer und Asset-Manager.

Robo-Adviser werden zur Selbstverständlichkeit

Nach Ansicht von Mellinghoff kommen Banken und klassische Vermögensverwalter in Zukunft an digitalen Angeboten nicht mehr vorbei. „Robo-Advisors werden nach und nach zu einer Selbstverständlichkeit, ähnlich wie Girokonten“, so der Berater. „Künftig werden Kunden das erwarten.“ Mut dürfte den Finanzriesen die Entwicklung in den USA machen. Dort haben die etablierten Investmentfirmen Charles Schwab und Vanguard die jungen Pioniere in kurzer Zeit überholt (siehe Grafik).

Das muss jedoch nicht bedeuten, dass die große Zeit der Start-ups schon wieder vorbei ist. Nur manche etablierten Konzerne – darunter Fidelity, Comdirect und Deutsche Bank – entwickeln selbst die nötigen Technologien. Viele andere setzen auf die Hilfe der digitalen Pioniere.

So kooperiert ING-Diba etwa mit Scalable Capital und versorgt das Start-up mit neuen Kunden. In Spanien hat Scalable eine neue Form der Zusammenarbeit mit der Santander-Tochter Openbank und seinem Anteilseigner Blackrock vorgestellt: Scalable liefert die technologische Infrastruktur, Blackrock die Portfoliostrukturierung für Openbanks Robo-Advisor.

Die Smartphone-Bank N26 aus Berlin hat den Anbieter Vaamo eingebunden, der auch mit rund 100 unabhängigen Finanzberatern kooperiert. Und der Berliner Anbieter Elinvar fungiert ausschließlich als Technologielieferant für etablierte Kunden wie die Privatbanken M.M. Warburg und Donner & Reuschel.

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