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Dirk Müller im Interview „Wir erleben ein völlig verzerrtes Bild“

Die Ukraine-Krise ist brandgefährlich, sagt Dirk Müller. Doch an den Märkten wird die Angst von Liquidität übertüncht. Ein Crash ist jederzeit möglich. Trotzdem ist Mr. Dax überzeugt, dass Aktien ins Depot gehören.
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Dirk Müller: Warnung vor einer Unterbewertung der Ukraine-Krise. Quelle: Bert Bostelmann

Dirk Müller: Warnung vor einer Unterbewertung der Ukraine-Krise.

(Foto: Bert Bostelmann)

Er ist wohl der bekannteste Börsianer Deutschlands und scheut keine offenen Worte. Gerade ist sein Buch „Showdown. Der Kampf um Europa und unser Geld“ als Taschenbuch erschienen – ergänzt um den Ukraine-Konflikt und seine Auswirkungen. Im Interview mit Handelsblatt Online warnt er davor, die Krise und die geopolitischen Interessen Moskaus und Washingtons zu unterschätzen. Die Folgen für die Märkte könnten heftig sein.

Herr Müller, die Märkte haben sich zuletzt deutlich erholt. Wie gefährlich ist die Ukraine-Krise noch?
Extrem gefährlich, weil die Ukraine einer der wichtigsten Bausteine auf dem eurasischen Kontinent ist und damit Teil der geopolitischen Strategie Putins und natürlich auch der USA. Uns droht ein neuer Kalter Krieg, und diese Gefahr sollten wir sehr ernst nehmen.

Klingt dramatisch.
Ich beziehe mich dabei nicht nur auf meine eigene Analyse, sondern habe einen wichtigen Kronzeugen: Zbigniew Brzezinski. Er ist einer der wichtigsten geopolitischen Strategen der USA und hat seit Jimmy Carter die geopolitische Strategie der USA wesentlich mitgeprägt, hat den Kalten Krieg mit orchestriert und erdacht. Er hat schon in den 90er-Jahren in seinem Buch „The Grand Chessboard“ geschrieben, dass die USA ein absolutes Interesse haben, ihre Macht auf dem eurasischen Kontinent auszubauen.

In Ihrem Buch „Showdown. Der Kampf um Europa und unser Geld“ malen Sie ein sehr düsteres Bild. Ist die Lage wirklich so ernst?
Ja, weil die Ukraine der Schlüsselstein auf dem eurasischen Schachbrett ist. Brzezinski  hat schon 1997 geschrieben, dass die Erweiterung der Nato und damit die Erweiterung der Interessenssphäre Amerikas auf dem eurasischen Kontinent das primäre Ziel der amerikanischen Geostrategie ist. Er hat die Nato-Osterweiterung aufs Jahr genau vorausgesagt und natürlich auch, dass Russland dies zähneknirschend hinnehmen würde. Mit Ausnahme der Ukraine. Er war sicher, dass Russland deren Annäherung an den Westen nicht hinnehmen wird, dass das ein heißer Tanz werden wird. Und genau so kam es auch.

Wieso ist die Ukraine so wichtig für Russland?
Ohne die Ukraine ist Russland keine eurasische Großmacht mehr.  Mit der Ukraine steht und fällt die weitere Entwicklung Russlands. Das wusste man ganz genau und deshalb hat man ganz bewusst die Ukraine in Richtung Westen gedreht. Der Widerstand der Russen gegen diese Annäherung war keine Überraschung. Auch wenn Putin ganz sicher kein neues Groß-Russland plant, will er natürlich seine Interessensphäre wahren und erweitern. Dass die Ukraine sich der Nato anschließen wolle, geht gegen die vitalen Interessen Russlands.

Ein Krieg aber doch auch, oder?
Wir sollten die Gefahr einer kriegerischen Entwicklung nicht unterschätzen. Sie ist definitiv da. Moskau und Washington spielen mit dem Feuer, sie zündeln – und wir lassen uns da rein ziehen. Aber das ist nicht unser Konflikt. Wir wollten eine Partnerschaft mit Russland, jetzt ist Russland plötzlich wieder unser Feind. Wir lassen uns zum Vasallen machen.

An den Märkten scheint die Kriegsangst nicht sehr groß zu sein.
Was wir derzeit an den Märkten erleben, ist ein völlig verzerrtes Bild. Mit der realen Entwicklung oder mit einer vernünftigen Chance-Risiko-Einschätzung hat das nichts mehr zu tun. Die Märkte sind nur noch getrieben von der Liquidität der Notenbanken. Zwar keimt zwischenzeitlich die Angst vor geopolitischen und damit wirtschaftlichen Risiken auf, doch die wird sofort von der Liquidität übertüncht. Wie zuletzt in Japan.

Gold ist ein „Gut-Schlaferle“
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71 Kommentare zu "Dirk Müller im Interview: „Wir erleben ein völlig verzerrtes Bild“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ... nur die HB-Redakteure und Zensoren - zu jung zu links-gedrillt. Aber der Einäugige ist König unter den Blinden.

    Da haben Sie recht.

  • Bei der Gelegenheit möchte ich noch kurz eine Lanze für das Handelsblatt brechen. Das Handelsblatt kann sich heute denke ich getrost als einer der führenden Informationsmedien präsentieren.Neutraler, sachlicher und unbefangener Journalismus zeichnen dieses Medium aus.Es dient mir eindeutig als Primärquelle, im Netz wie auch als Zeitung(die ich jeden Tag gerne lese). Ich habe viele Zeitungen und Magazine verglichen, doch das ganze Spektrum erhält man nur im Handelsblatt.Ich befürworte die Richtung und Entwicklung des Handelsblatt ausdrücklich und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.Danke für Ihre vorbildliche Arbeit.

  • @Herr Dennis Zieten:
    »Es bleibt zu hoffen dass diese Bewegung wächst, im Interesse unseres Landes und des Friedens!«

    Sie wird wachsen! Spätestens wenn der Michel die Auswirkungen dieser hirnrissigen Politik persönlich zu spüren bekommt und sich nicht weiter von Medien wie »BLÖD« einlullen bzw. aufhetzen lässt. Ich wünsche Herrn Müller viel Erfolg!

    Ein Mitglied seiner Community


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wer schaut noch Propaganda-GEZ-TV ?

    FETT bezahlen müssen wir sie - aber zum anschauen kann man zum Glück (noch) nicht gezwungen werden.

    Kommt auch noch - garantiert !

    (...)

    Danke (Atlantik-)Grüne !

    GRÜNE: Nie wieder Deutschland

    (...)

    Noch Fragen ?

    Seit 1945 ist es wie beim Rodeo. Die Ami's sitzen auf dem Rücken der Deutschen und das Pferd bäumt sich immernoch widerwillig auf.

    ---

    "In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wächst die Teilnehmerzahl der wöchentlich montags stattfindenden Demonstration des Bündnisses »Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« (PEGIDA) richtig rasant. Das ruft jetzt eine bunte Mischung linker Gutmenschen bestehend aus Vertretern der SPD, Links- und Piratenpartei, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sowie den diversen, staatlich finanzierten Ausländer- und Asyllobbygruppen auf den Plan. ... info.kopp-verlag.de"

    Ja, einfach an die Spitze Bezahlt-Krawallmacher-Hooligens stellen, dann alles verbieten. So wird's doch immer gemacht, oder ??

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ und „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ Wisnewsky

    "Putin führt Russland wieder in die dunklen Zeiten zurück und greift zu militärischen Mitteln"

    Die USA haben in gut zweihundert Jahren über 200 Kriege, militärische Interventionen und CIA-Operationen gegen ausländische Staaten geführt. Der Historiker Mansur Khan schreibt in seinem Buch “Die geheime Geschichte der amerikanischen Kriege”: “Wie ein roter Faden zieht sich durch die Geschichte der USA die rücksichtslose Durchsetzung eigener Macht."

    Und Sie glauben da noch an Rechtsstaatlichkeit? Freiheit? Demokratie?
    Wenn dieses Regime “Menschenrechte” sagt, sind damit “Schürfrechte” (Kohle, Gas, Öl) gemeint.

    die USA unterhalten nach eigenen Angaben fast 1000 Militärbasen in ca. 100 Ländern - das selten mit Wollen und zum Wohle der einheimischen Bevölkerung.
    Ich empfehle die Doku "Standing-Army" -
    nein, nicht im Verschwöööörungs-TV,
    sondern ZDF-Info 03.09.2014,
    zu finden sicher auch auf der Webseite, die mit "you" beginnt.

  • @Wisnewsky

    „Deutschland ist ein amerikanisches Protektorat und ein tributpflichtiger Vasallenstaat“

    US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski
    in seinem Buch „Die einzige Weltmacht.
    Amerikas Strategie der Vorherrschaft“

    Lesen bildet !

    Der Begriff "Verschwörungstheorie" wurde geprägt von der CIA, um zu desinformieren und Kritiker zu diffamieren...
    Man wäge ab, wessen Sprache man benutzt...

    Weiß nicht, was man mit Euch Deutschen noch alles tun kann/muss.

    Das Beste zum Schluss, noch etwas Sartre:
    "Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen um zu weinen."

  • Wohlgemerkt jene, für die Müller Provisionen einstreicht.

    Laaaaangweilig.

  • Bei der politischen heiklen Lage, könnte der DAX in 2 Jahren bei ca. 6.000 Punkten landen.

    Die NATO hat ihre Raketenabwehrsysteme rund um Russland zwecks Osterweitung, entgegen allen Vereinbarungen, aufgestellt.

    Die USA ist der eigentliche Kriegstreiber und Europa ist zum Arschkriecher der amerikanischen industriellen Wirtschaft geworden. Für diese Schleimerei wird die europäische Bevölkerung einen fürchterlichen sozialen Preis bezahlen.

  • Müller macht mobil: bei Arbeit, Spass und Spiel.

    Dafür wollen Sie auch noch eine Begründung, wenn mir ein Staubsaugerverstreter vernünftige Investments verkaufen will?

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