Dirk Müller zum Börsencrash „Ob wir in einen Bärenmarkt laufen, ist längst nicht entschieden“

Auch wenn er noch keine Ausverkaufsstimmung sieht, beobachtet Dirk Müller die Märkte sehr kritisch. Noch würden niedrige Kurse von einigen Investoren als Einstiegschance genutzt. Doch die Stimmung kann schnell kippen.
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Der Fondsmanager will die günstigen Kurse zum Einstieg nutzen. Quelle: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt
Dirk Müller

Der Fondsmanager will die günstigen Kurse zum Einstieg nutzen.

(Foto: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt)

Wirklich überrascht hat Dirk Müller der massive Kursrücksetzer der Weltbörsen nicht. Der Börsenexperte, Buchautor und neuerdings auch Fondsmanager – bekannt als Mr. Dax – vergleicht das Treiben an den Märkten mit einem Erdbeben. Die Frage sei nur, wie oft und wie heftig das Börsenparkett noch bebt.

Herr Müller, Sie gelten als Crash-Prophet…
…als erstmal wehre ich mich gegen den Crash-Propheten. Ich beurteile die aktuelle Lage an den Märkten, nenne Chancen und Risiken. Nur die Risiken will natürlich niemand hören. Wenn ich ein Crash-Prophet wäre, hätte ich mit Sicherheit auch keinen Aktienfonds, der langfristig auf steigende Kurse setzt.
Hat Sie der aktuelle Kursrückgang überrascht?
Es war absehbar, was hier passiert. Ich habe immer wieder gesagt, dass nicht Griechenland für große Verwerfungen sorgen wird, sondern das China sie auslösen wird. Das diskutieren wir jetzt schon seit zwei oder drei Jahren. Die Gefahr einer sich abkühlenden chinesischen Wirtschaft war immer wieder das Thema. Und die einzige Frage war, wann das kommt.

Wie groß ist die Gefahr, dass China die Weltwirtschaft mitreißt?
Die Gefahr war immer da. In China hat sich über Jahre ein extremer Boom entwickelt, der ja auch gut war. Aber auf jede Boomphase folgt unweigerlich irgendwann die Rezession. Wachstum und Abkühlung gehören zusammen. Ich brauche die Gegenbewegung, damit Fehlentwicklungen korrigiert werden. In China gab es praktisch seit 25 Jahren keine Rezession. Da gab es nur Boom, Boom, Boom. Es gab unglaublich viel frisches Kapital, das Jahr für Jahr in den Markt geflossen ist.

So lange Kapital zufließt, kann man auch den größten Blödsinn finanzieren, Geisterstädte im Nirgendwo bauen, Autobahnen ins Nichts bauen, sich 60 oder 70 Prozent Leerstandsquoten leisten. Das spielt alles keine Rolle, wenn die Preise immer weiter steigen. Diese Fehlentwicklungen haben wir beobachtet und es war klar, dass die irgendwann korrigiert werden müssen. Nur der Zeitpunkt war unklar. Was über 25 Jahre läuft, kann auch über 30 oder 35 Jahre laufen. Es war vollkommen offen, wann es schief geht.

Das ist wie in einer Spielbank
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28 Kommentare zu "Dirk Müller zum Börsencrash: „Ob wir in einen Bärenmarkt laufen, ist längst nicht entschieden“"

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  • Mir ist vollkommen egal, wer oder was den Mini-Crash und das Comeback ausgelöst hatte. Als FDAX Algotrader hatte man(n) die schönste und ertragsreichste Woche der letzten Jahre, aufgrund der wunderbaren Volatilität, den extremen starken Volumen und den megagroßen Tagesranges jeden Tag. Und das nach der extrem guten Woche zuvor schon. Punkte rauf, Punkte runter. Punkte runter, Punkte rauf usw.usw. usw. Den ganzen lieben langen Tag bis 17:30 wie ein Trüffelschwein.

  • Werfen wir einen Blick auf die Zukunft:
    Es wird eine China-Krise geben. vermutlich 1-3 in den nächsten 30 Jahren.
    Es wird eine weitere Euro Krise geben.
    Es wird eine Dollar Krise geben.
    Es wird eine Energiepreis-Krise geben.
    Es wird eine Zinskrise geben
    Es wird einen Japan Krise geben.
    Es wird andere Währungskrisen geben.
    Carakteristsich anderen Krisen (humanitäre oder z.B. Krisenherde resultierend aus Kriegen ) werden hinzukommen.
    Was lernen wir daraus?
    Ob Sie das gewusst haben oder darüber reden spielt überhaupt keine Rolle.

    Es geht in dieser Rubrik um Ihre Geldanlage:
    UNd wegen der Krisen: Geben Sie ihr Geld einer Bank oder "Geldberater". Wissen die wohl mehr als Sie oder ich?
    Von welchem Geld leben die?

    Klar ist: Es bleibt alles wie immer. Keiner weiß was alle haben es hinterger gewusst.
    Daher klare Kaufempfehlung für Wachstumswerte: Procter, BHP, Danaher, Novo, Pepsi, l'oreal, Beiersdorf, Royal Dutch, Gilead, Amgen, Coloplast, SAP, Fuchs...
    Letztlich die über die selten geschrieben wird!
    Keine Empfehlung gibts für Zykliker und Zockerpapiere: Daimler, Zalando, Dt. Bank, Lufthansa, Telekom, Twitter, CoBank.... letztlich die über die immer geschrieben wird!!!

    Sieht einfach aus, isses aber nicht, denn das setzt Geduld und Disziplin voraus!

  • @Herr Ludwig von Mises:

    »wie manipulierbar die Deutschen sind und wie leicht sie sich von irgendwelchen vermeintlichen Gurus verführen lassen«.

    Nicht nur von sog. Gurus, auch von österreichischen Postkartenmalern oder von ehemaligen DDR-Kadern ;–)). Da ist Dirk Müller doch eher harmlos, oder? Über sein Geld soll sich doch jeder selbst Gedanken machen – über Politik übrigens auch!

  • Hm, also Müller´s Fonds sind im Minus und er findet es auch noch toll, weil es weniger im Minus ist als sein selbst gewählter Referenzindex? Ich dachte immer, es geht darum sein Geld zu vermehren und auch nach dem Biltzcrash sind immer noch die meisten Indices zumindest nahe Null oder inzwischen wieder im Plus. Dieser Experte ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Fonds und deren Manager völlig überflüssige Konstrukte mit völlig überbezahlten Geldverwaltern sind. Da investiere ich doch lieber gleich in den Index selbst und zwar in einen, den ich mir selbst aussuche. Weniger Kosten, eigene Verantwortung und kein Ärger mit irgendwelchen Schönfärbereien. Und da Phrasen dreschen grade so in ist, hätt ich in Bezug auf verwaltete Fonds auch einen: Verlass Dich auf niemanden, sonst bist Du verlassen.

  • "Das ist wie in einer Spielbank"

    Korrekt und unsere Gesellschaft muss sich zwei Dinge fragen:
    Leiten unsere Politiker eine Spielbank?
    Können die Bürger den Politikern vertrauen, das Volk verantwortlich im Namen des Volkes zu führen?

    Sehen wir nicht die Börse sondern die Flüchtlingsströme als herausragendste Anforderung unserer Gesellschaft an, dann stellen wir fest, dass die Regierungen völlig überfordert sind sind, diese Aufgabe zu bewältigen.

    Da habe wir eine EU-Commission, die mit Themen wie Gurken, Glühbirnen und Staubsaugern ihre Existenzberechtigung nachweisen will.

    Da haben wir eine Bundesregierung, die mitreden will und mitredet, sich aber von ihrer Verantwortung für die Flüchtlinge distanziert.

    Was soll eine Gesellschaft mit solchen Typen?

    Kommen wir zurück zu Ihrem Thema: Börse.

    Wie die Bundesbank neutral feststellt, wurde und wird das Geld der kleinen Sparer eingesetzt die Börsenkurse zu stützen, ja sogar zu befeuern. Herr Müller, halten Sie das ethisch und moralisch für vertretbar?

  • Naja... es gibt eine Vielzahl von Experten, die nicht einmal das nachweisen können. Sandra Navidi wird auch nur interview weil sie das Aussehen hat und mal bei nem berühmten Chef war. Wer ist schon wirklich Experte, ausser Prof. Sinn gibt es da kaum jemand (und der läßt sich nicht auf Marktgeschehen-Fragen ein, ist ja sinnvoll aus seiner Sicht).

    Banale Sachen zu sagen, ist übrigens hilfreich, solange sie stimmmen, Gerade diese werden oft von der Masse ignoriert. Zu Zeiten des neuen Markts, habe ich Vorträge gehört deren Aussage war, wir machen Technologie ohne Geschäftsmodell da ja die Börse das Geld generiert. Meiner Meinung nach, sind dann mit China alle auf den nächsten Traum aufgesprungen...

  • Ich werde den Hype um Dirk Müller nie verstehen. Der Mann ist gelernter Bankkaumfmann und hat als Makler an der Frankfurter Börse gearbeitet, d.h. es war sein Job, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen und einen Kurs festzustellen.

    Warum jemand wie er zu einem Finanz- und Wirtschaftsexperten hochgejubelt wird, erschließt sich mir nicht. Sicher ist nicht alles falsch was er sagt, aber da sind auch viele Banalitäten dabei.

    Für mich wieder das beste Beispiel dafür, wie manipulierbar die Deutschen sind und wie leicht sie sich von irgendwelchen vermeintlichen Gurus verführen lassen.

  • Und gerade das finde ich interessant in Zusammenhang mit der Aussage, dass man eine Zeitlang alles finanzieren kann:

    Noch was, 2009 gingen nach chin. Angaben 10000e von Fabriken pleite, trotzdem erreichte China seine 10 % Wachstum (Alarmglocke bitte jetzt anschalten!!!) China vergab damals offiziell zur Stützung der Wirtschaft Kredite in der Höhe der halben Wirtschaftsleistung (daher Prachtbauten, Schattenbankenwesen, Kauf deutscher Autos, ...) Und jetzt rechnen Sie mal nach, wenn das Spielchen weitergelaufen ist, wo die chinesische Wirtschaftsleistung dann heute nach reeller Einschätzung liegen dürfte...

  • Gott sei Dank ist der Hobbyinvestor D Müller wieder da um uns die Welt zu erklären und gegen den Chinesischen "Clown" zu wetten (viel Spass dabei).

    Peinlich für das handelsblatt: "..sogar neun Prozent besser als unser Vergleichsindex, der MSCI World Value auf Euro-Basis." - Seit dem 17 April hat der MSCI World Value Index in EUR einen total return von -10.88% , der Spassfonds von DM -7.24%. Ist das so schwer zu überprüfen? Wenn man noch den Ausgabeaufschlag von 4% berücksichtigt und 4/12 von den 1.69% Verwaltungsgebühren (-0.56%) dann wird es ganz schwer mit der Aussage (DM -11.8%).

    Zudem bin ich der Meinung, das handelsblatt sollte Werbung mit dem Wort Anzeige versehen.

  • Zitat:

    Hallo Herr Sieren,

    ich denke Sie haben da ein falsches Bild. Der Schreck war nicht, ob China ein wenig mehr oder weniger wächst. Es geht klar darum, ob hinter den 7% Wachstum mehr steckt, als reine Propaganda.

    Sie meinen China hat sich nicht in Dollar verschuldet? Bitte lesen Sie doch einmal die Artikel ihres Vorgängers Finn Mayer-Kukuck hier. Da gab es solche Dinge wie gefälschte Exportrechnungen um versteckt Geld zu importieren. Wenn Sie dann die dort genannten Zahlen mit einem Wirkungsgrad der chin. Zollbehörden einrechnen (man findet nie alles), dann ist der chin. Exportüberschuss schon komplett weg! Der dort beschriebene Effekt, hätte 1 Jahr lang die chin. Statistiken und zu schlechten Zahlen führen müssen. Das trat aber nicht auf: ergo, die Zahlen sind auch noch gefälscht!
    Anfang des Jahres, China berichtet über schleppenden Export, nur eine Region der Welt hätte das ausgeglichen: die EU hätte 20% mehr aus China importiert!!! Ups, da hat Herr Draghi aber einen Wirtschaftsboom übersehen??? Also: wieder Fälschung!
    Wollen wir weiter machen? Die Beispiele sind zahlreich. Unterm Strich bleibt stehen, dass alle, die die Regierung kontrollieren kann, super aussehen, die anderen nicht! Dienstleistungen!, Natürlich, inwzischen haben nämlich die anderen Länder und die Presse angefangen, die Zahlen auf der anderen Seite querzuchecken, z.B. Hafenfrachtraten...) Und genau dann macht es plötzlich wumm und Dienstleistungen in der Höhe erscheinen, damit die Regierung punktgenau ihre Wachstumsprognose erreicht! Was muss denn passieren, dass Sie misstrauisch werden?

    Übrigens, die 3,4 Billionen Reserven, stehen 28 Bill. Schulden der (Staats-)Wirtschaft gegenüber! Wenn deren Geschäftsmodell aber nur das gedruckte Geld verbraten ist (mit dem auch die deutschen Autos seit ein paar Jahren gekauft werden), und Parteikaderversorgung, dann können Sie die Größe der Problematik mal abschätzen.

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