Drei Strategien, drei Depots Amazon kommt gegen US-Zahlen nicht an

Die US-Wirtschaft schrumpft und die Börsen geben nach. Auch Amazon musste federn lassen – und das obwohl die Zahlen stimmen. Nichtsdestotrotz setzt Handelsblatt-Redakteurin Kerstin Leitel weiter auf den Versandhändler.
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Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

(Foto: Jens Dietrich)

Der US-Verbraucher ist nicht nur extrem wichtig für die Wirtschaft des Landes und sogar die weltweite Konjunktur, sondern auch auch ein äußerst mysteriöses Wesen: Er hat dauernd schlechte Laune, schaut verängstigt in die Zukunft – und kauft trotzdem gerne ein. Oder kauft er vielleicht, um seine Laune aufzubessern, nach dem Motto „diesen neuen Mantel brauchte ich zwar nicht gegen das kalte Wetter, aber für meine Psyche“? Jedenfalls fallen die Umfragen zum Verbrauchervertrauen permanent schlecht aus, gleichzeitig zeigen Zahlen zu den tatsächlichen Verkäufen aber, dass der private Konsum die US-Wirtschaft gut stützt – und damit auch die Börse. Möglicherweise ist das Phänomen auch ähnlich wie in Deutschland mit der Euro-Krise: Alle reden davon, aber viele fühlen sich persönlich gar nicht so betroffen.

Unter den einzelnen Aktien fielen am Mittwoch vor allem die Amazon-Papiere auf. Die Börse honorierte die Erholung im vierten Quartal mit einem deutlichen Aufschlag - meiner Kollegin Kerstin sei das gegönnt. Ich bleibe trotzdem der Aktie gegenüber skeptisch. Amazon-Chef Jeff Bezos ist sicher ein Genie - aber auch darin, die Investoren immer wieder zu vertrösten. Er hat ein riesiges Unternehmen und eine großartige Marke aufgebaut, aber verdient kein Geld.

Klar, zum Teil liegt das an hohen Investitionen in die Zukunft. Aber irgendwann müssen sich die Marke und die starke Position am Markt auch in klingender Münze auszahlen. Sonst wird die kleinste Wachstumsdelle gleich das Vertrauen der Investoren in die Story des Unternehmens beschädigen - und außer der Story hat Bezos noch nicht viel zu bieten.

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1 Kommentar zu "Drei Strategien, drei Depots: Amazon kommt gegen US-Zahlen nicht an"

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  • Amazon ist schnell und zuverlässig. Auch über "Fremdanbieter" jedweder Art über deren Online-Portal besteht gutes Preis-Leistungsverhältnis. Klasse Feedback-Möglichkeiten u. Infos.

    Alles in allem gute Noten von einer Kundin. (Wobei ich NEUE Bücher, CD's oder DVD's nach wie vor über Buchladen vor Ort beziehe.)

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