Drei Strategien, drei Depots „Die Rally nährt die Rally“

Die Aktienmärkten scheinen unendlich hoch steigen zu können. Davon profitieren auch die Depots der Handelsblatt-Redakteure. Allerdings wird die Hausse des Deutschen Aktienindex so manchem unheimlich.
Update: 22.10.2013 - 21:09 Uhr Kommentieren
Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

Über achthundert Punkte hat der Dax seit Anfang September zugelegt. Ermüdungserscheinungen oder gar Nervosität bei den Investoren? Ein Blick auf den Chart zeigt: Fehlanzeige. Jedes neu eroberte Kursplateau wird unerbittlich verteidigt, Konsolidierungsansätze meist im Keim erstickt. Die Rally nährt die Rally. So skeptisch Anleger Anfang des Jahres bei deutlich niedrigeren Kursen waren, so grundentspannt und sorgenfrei zeigen sie sich momentan.

Das unterstreicht auch eine aktuelle Umfrage des  Fondsanbieters JP Morgan Asset Management: Demnach trauen Privatinvestoren Aktien deutscher Unternehmen weitere Kurssteigerungen zu. Über 42 Prozent der Anleger überzeugt, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den kommenden sechs Monaten positiv entwickeln wird.

Doch wenn es in diese Tempo weiter geht, dann notiert der Dax spätestens nach dem Jahreswechsel fünfstellig - bei über  10.000 Punkten. Fehlende Investmentmöglichkeiten hin, expansive Geldpolitik her: Wenn eine immer größer werdende Anlegergruppe anfängt zu glauben, auf einen genauso alternativlosen wie renditeträchtigen Markt zu setzen, dann wird es allmählich gefährlich.

Pharmabranche scheint interessant zu sein

Kerstin Leitel Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

Die Quartalssaison der Unternehmen in meinem Depot macht mir bislang richtig Spaß. Nachdem schon SAP trotz mäßiger Zahlen am Montag deutlich zulegen konnte, war am Dienstag auch die Aktie von Novartis nach der Zahlenvorlage im Plus.

Der Schweizer Pharmakonzern profitiert derzeit doppelt. Bei den Medikamenten mit abgelaufenem Patentschutz kommen nur langsam Nachahmer auf den Markt. Vor allem der Blutdrucksenker Diovan bleibt ein wichtiger Umsatzbringer. Zugleich spielen aber auch die neuen Produkte bereits ordentliche Verkaufserlöse ein. Wegen Wechselkurseffekten schrumpfte zwar der Gewinn im dritten Quartal, die Prognose für das Gesamtjahr hob Konzernchef Joseph Jimenez dennoch schon zum zweiten Mal an.

Die Pharmabranche scheint mir derzeit generell ganz interessant zu sein. Auch bei Novartis-Konkurrent Roche laufen die Geschäfte rund. Daneben haben auch die US-Konzerne Johnson & Johnson und Abbott Laboratories vor kurzem guten Quartalszahlen vorgelegt.

Mobilfunkbranche im Blick

Jürgen Röder ist Finanzredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Pablo Castagnola

Jürgen Röder ist Finanzredakteur von Handelsblatt Online.

(Foto: Pablo Castagnola)

Auf die Beobachtungsliste setze ich das Bonuszertifikat (WKN EB0CNB) auf die Telekom Austria: Die Aktie hat am Dienstag nach dem starken Anstieg in den vergangenen Wochen zwischenzeitlich mehr als neun Prozent verloren, das Zertifikat auf diese Aktie in meinem Depot hatte im Verlauf des Handels fast fünf Prozent nachgegeben. Der Grund für das deutliche Minus war der teure Preis für die Mobilfunk-Frequenzen in Österreich. Zwei Milliarden Euro kassiert der Bund von Mobilfunkern für neue Frequenzen, davon eine von der Telekom Austria

Auch T-Mobile hat mitgesteigert und muss nun 654 Millionen Euro zahlen. Nun braucht Telekom Austria Kredite, um die Milliarde zu zahlen. Analysten haben die Aktie als Folge heruntergestuft.

Noch liegt das Bonuszertifikat deutlich im Plus. Und das soll auch so bleiben. Spätestens bei Kursen der Aktie um die 5,60 Euro werde ich die Reißleine ziehen und das Zertifikat verkaufen. Der Bonusbetrag bei dem Zertifikat liegt bei sieben Euro. Den erhalte ich, solange während der gesamten Laufzeit die Aktie bis Ende Juni 2014 niemals unter die Schwelle 4,65 Euro rutscht.

Hinweis: In der ersten Version dieses Artikels wurde versehentlich der Text des konservativen Depots (Kerstin Leitel) mit dem des ausgewogenen Depots (Georgios Kokologiannis) vertauscht. Der Fehler ist korrigiert, an den Texten selbst hat sich inhaltlich nichts verändert.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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