Drei Strategien, drei Depots Heiße Wette auf Griechen-Erholung

Der Mut für ein Investment in Griechenland wurde an diesem Handelstag noch nicht honoriert. Diesmal waren die US-Werte klar im Vorteil. Drei Handelsblatt-Redakteure geben ihre individuelle Einschätzung zu den Märkten ab.
20 Kommentare
Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Quelle: Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

(Foto: Pablo Castagnola)

An der Athener Börse kam die Nachricht nicht gut an. In der Nacht hat das griechische Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit ein milliardenschweres Spar- und Reformpaket verabschiedet. Damit ist Athen neuen Hilfen der internationalen Geldgeber einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Eigentlich ein gutes Zeichen, denn bei einem "Nein" wäre Hellas praktisch pleite gewesen, trotzdem rutschen die Kurse an der Börse erst einmal ab. Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und die Aufweichung des Kündigungsschutzes verschrecken Anleger. Mich nicht!

Natürlich sind Einsparungen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro ein ganz schöner Batzen, natürlich belastet das die Wirtschaft. Aber wo ist die Alternative? Es gibt keine. Athen braucht Geld und ohne Sparmaßnahmen wird es nicht fließen. Es geht immerhin um 31,5 Milliarden Euro, die die Retter demnächst überweisen sollen.

Spekulatives Depot: Für die Großansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

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Auch wenn es heute an der Hellas-Börse abwärts geht, bin ich optimistisch. Ich setze auf eine weitere Erholung griechischer Aktien, die in diesem Jahr ja schon kräftig zugelegt haben, und kaufe einen börsengehandelten Indexfonds. Der Lyxor Athex 20 spiegelt die Wertentwicklung der Aktien von 20 Unternehmen aus Griechenland wider. Immerhin ein Drittel des Index machen übrigens Bankwerte aus - nicht unbedingt Garanten für Stabilität. Aber dieses Risiko gehe ich ein, allerdings nur mit einem überschaubaren Einsatz von gut 4.400 Euro. Mal sehen, ob meine Wette aufgeht.

Künftig stärker auf Europa setzen
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20 Kommentare zu "Drei Strategien, drei Depots: Heiße Wette auf Griechen-Erholung"

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  • Wo soll sich da was in Griechenland erholen. Die hatten noch nie ein richtiges Steuer- und Finanzsystem. Die hatten noch nie eine effektive Wirtschaftspolitik. Die Politiker sind zum Großteil korrupt und schauen nur auf Ihre Eigeninteressen. Das Interesse die Basis für wirtschaftlichen Wohlstand für das Volk zu schaffen ist gleich Null!
    Griechenland muss wieder bei Null anfangen und nicht immer wieder künstlich am Euroleben gehalten werden. Diese künstliche Belebung schadet nicht nur dem europäischen Steuerzahler und der europäischen Wirtschaft sondern auch dem im Dauersichtum verharrenden griechischen Volk!
    Lieber ein Ende mit Schrecken (Staatspleite und zurück zur Drachme) als Schrecken ohne Ende (künstliche EU Lebenserhaltungszahlungen)

  • Wie soll sich Griechenland erholen, wenn sich dort strukturell und in der Mentalität nichts ändert??? Bislang war es doch nur ein Rumdoktern an Symptomen....

    Ansonsten haben wir doch gelernt, daß Handelsempfehlungen vom Handelsblatt als astreiner Kontraindikator gewinnträchtig sind....

  • Ohne eigene due diligence ist solch vorgehen "Zocken". Und wenn es ausschließlich um politische Entscheidungen geht wird es noch schlimmer. Da sind fundamental-Daten unerheblich. Die Entscheidung für einen Index (Risiko minimieren?!?) untermauert meine These. Klar, wer Buffet als Vorbild hat wird in Südeuropa nur noch Chancen sehen. Aber wie sagte Kostolany: Wer viel Geld hat, kann spekulieren;
    wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren;
    wer kein Geld hat, muss spekulieren.
    Die erste Autorin wird wohl nicht zu den ersten beiden Gruppen gehören...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die Anlageempfehlungen sollen auch unter dm gesichspunkt vom HB betrachtet werden, daß es doch Menschen gibt, die solchen Empfehlungen folgen nach dem Motto "stand im HB".
    Unter einem sicheren Depot verstehe ich derzeit das Halten von physischen Edelmetallen (vor Allem Gold)und Fremdwährungen wie norwegische Krone ode Scheizer Franken.
    Zocken auf Teufel komm raus? Lieber sein lassen!

  • Das Handelsblatt lernt nicht dazu. Was diese Dame herausposaunt, hatten wir hier schon mal vor etwas über einem Jahr. Da haben ein paar Redaktoren grossartig Förderung, Investitionsmut und dergleichen heraufbeschworen und ihre Leser aufgefordert, dem Beispiel zu folgen und ebenfalls zu investieren. In Bälde folgte der erste Schuldenschnitt. Wer diesen Sirenengesängen geglaubt hatte, hat alles verloren. Und jetzt derselbe Quatsch von vorne? Gibt es eigentlich Entschädigung für die Geschädigten, liebe Jessica vom Handelsblatt??

  • Es geht nicht um Griechenland, sondern um die Unternehmen die es in Griechenland gibt. Und ja, die haben ein Geschäftsmodell. Und nein, deren Geschäftsmodell besteht nicht in Abzocken. IMO ist es sinnvoll zu unterscheiden zwischen Wirtschaft und Staatsunternehmen.

  • Ja, und wenn die Banken dann pleite gehen, dann blüht der Rest der griechischen Wirtschaft ja sowas von auf, wollen sie uns das ernsthaft verkaufen? Sie mögen sich ja noch so gegen den gesunden Menschenverstand auflehnen, womöglich von Eigeninteressen geleitet, das ändert aber nichts an der Zatsache, dass GR ein Land ohne jegliches Geschäftsmodell ist, solange sie im Euro sind



  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Weiter oben ist über PISA-Schreiben gemutmaßt worden. Ich möchte über PISA-Leser mutmaßen: Im Artikel werden keine griechischen Staatsanleihen empfohlen, sondern es wird darauf spekuliert das es auch zukünftig eine griechische Wirtschaft geben wird. Investiert wird dabei auf die größten über Index-ETFs. Heißt: Gehen die Banken pleite, dann verschwinden die aus dem Index und werden durch andere Unternehmen ersetzt. Und zwar ohne das es dadurch zu einem Totalverlust kommt. Einen Totalverlust gibt es erst dann, wenn es in Griechenland gar keine Aktiengesellschaften mehr gibt.

    Ansonsten: Wenn der Konsens in der breiten Bevölkerung tatsächlich der ist, dass der Weltuntergang schon am laufen ist, dann ist jetzt tatsächlich der beste Zeitpunkt zum großräumigen Aktienkauf. Denn die breite Masse (und dazu gehören insbesondere die börsenfremden HB-Leser) liegt immer falsch. Das war jedenfalls in den letzten 100 Jahren so, seit dem Börsenkurse aufgezeichnet und überliefert wurden.

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